Konzert: Mundart-Ode ans Cremeschnittche

Konzert : Mundart-Ode ans Cremeschnittche

In der evangelischen Stadtkirche St. Wendel präsentiert sich der neue Chor „Cremeschnittche“ mit Textbeiträgen und Songs in saarländischer Mundart.

Ein Gottesdienst mit Textbeiträgen und Songs in saarländischer Mundart gibt es an diesem Sonntag, 22. Juli, ab 10 Uhr  in der St. Wendeler evangelischen Stadtkirche. Der neu gegründete Chor Cremeschnittche gestaltet diesen Gottesdienst mit Feier des Abendmahls mit. Eigentlich wurde Gerhard Koepke im März von Manfred Rekowski, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, von seinem Amt als Superintendent des Kirchenkreises Saar-Ost abgelöst. Aber der Ruheständler ist dennoch damit beschäftigt, ein so genanntes „Crossover Projekt“ zu initiieren, bei dem unterschiedliche Künstler der Region Stücke aus ihrem Programm in den Gottesdienst integrieren.

Mit dem St. Wendeler Sänger Charles Gräber hat sich Koepke einen potenziellen Protagonisten ausgeguckt. „Ich habe ihm zugesagt und mir überlegt, welche Songs überhaupt für einen Gottesdienst in Frage kommen könnten“, sagt Gräber, der schon vor mehr als 50 Jahren mit der Beatband The Starfighters aufgetreten ist. Wichtig sei ihm bei allen Überlegungen gewesen, dass die besonderen akustischen Gegebenheiten im großen Kirchenraum zum Zuge kommen. „Dazu sollten dann eher kultige Songs präsentiert werden, die auf der normalen Bühne eher zu kurz kommen“, sagt Gräber. Für die Programmgestaltung fiel ihm gleich der Chorklassiker „We are the world“ ein, den das Musikprojekt USA for Africa 1985 vorstellte, um Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. „Das ist ein Appell an die Brüderlichkeit, der noch immer in die politische Landschaft passt“, meint er. Für das Thema Miteinander wählt Gräber den Beatles-Welthit „With a little help from my friends“, dessen Joe-Cocker-Version er den saarländischen Text „Manchmoo brauch mer jemand, wo ääne versteht“. Doch diese Stücke solo zu interpretieren, das ginge nicht, denn bei beiden Songs spiele ein Chor die tragende Rolle. „Ich hab sofort nach Verstärkungen gesucht, im Nu waren fünf neue Chormitglieder und die Solostimmen, die man benötigt, gefunden“, berichtet Gräber.

Vor acht Wochen hat sich der Klangkörper erstmals zur Besprechung getroffen und sofort bemerkt, dass es sich lohnt, das Projekt weiter zu betreiben. Weitere Lieder sind hinzu gekommen, um Ute Wagners Sopranstimme in den Vordergrund zu stellen. Die Klavierbegleitung hat Max Caspary übernommen, der bereits gemeinsam mit Gräber beim Mundart-Projekt „Schmagges“ musiziert.

Was noch gefehlt hat, war dem Chor einen originellen Namen zu verpassen. „Es sollte eine nostalgische wie feine Bezeichnung werden“, so Gräber. Irgendwann sei ihm dazu sein ehemaliges Auto, ein Cremeschnittche, so der Spitzname für den Renault 4CV, als Bezeichnung für den Chor eingefallen. Genehmigt und getauft.

An diesem Sonntag, 10 Uhr, steigt nun mit eingebauten Textbeiträgen des Superintendenten i. R. Koepke der Premierenauftritt in der evangelischen Stadtkirche. In der Konstellation plant Gräber künftig mit dem Projekt Cremeschnittche ein Kleinkunst-Kabarett-Programm zu entwickeln.

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