Mit Vollgas sofort an die Spitze

Fabian Kreim war beim Saisonauftakt der Deut- schen Rallye-Meisterschaft das Maß der Dinge. Zum dritten Mal in Serie siegte er in St. Wendel.

Trotz des nasskalten Wetters sind am Samstagnachmittag viele Zuschauer an den Schlossplatz in St. Wendel gekommen. Der Rundkurs in der Kreisstadt ist einer der Höhepunkte der Saarland-Pfalz-Rallye des ADAC. Schon am Freitag standen die Besucher hier Spalier, um hautnah mitzuerleben, wie die Stars der deutschen Rallye-Szene ihre Boliden rasant um die engen Kurven wuchten. Als am Samstag die vorletzte der zwölf Wertungsprüfungen (WP) beim Saisonstart der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) ansteht, wollen Hunderte Motorsportfans das Spektakel nicht verpassen. Für Fabian Kreim läuft es auf den 4,63 Kilometern durch die City alles andere als rund: "Null Grip auf dem Kurs", sagt der 24-jährige DRM-Titelverteidiger später. Doch der Griff zum falschen Reifen ist auch das Einzige, was für den Odenwälder und seinen Co-Piloten Frank Christian im Skoda Fabia R5 auf den 126 Kilometern über saarländischen und Pfälzer Boden danebenging. "Das war eine heiße Nummer. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das Niveau auf jeden Fall gestiegen. Jetzt ist aber die Anspannung weg - alles perfekt", freut sich Kreim über den dritten Sieg in Folge bei der Saarland-Pfalz-Rallye.

Kreim entschied acht von zwölf Wertungsprüfungen. Trotz der Probleme auf dem Stadtkurs, den er 21 Sekunden hinter WP-Sieger und Markenkollege Sandro Wallenwein als 17. beendete, lag er nach 1:17:35,9 Stunden Fahrzeit 15,7 Sekunden vor Christian Riedemann (Kirchdorf) im Peugeot 208. Der Gesamtzweite kam auch nicht astrein durch, ärgerte sich besonders über seinen Fauxpas am Freitag: "Durch einen Fahrfehler haben wir 20 Sekunden verloren und den Sieg da schon verschenkt", sagte Riedemann, der dann "mit Wut im Bauch" eine Aufholjagd startete. Dritter wurde Rene Mandel (Sommerkahl) im Fiesta R5. Er schob sich mit Rang zwei auf der letzten WP Bosenberg knapp an Wallenwein vorbei und lag am Ende 1,1 Sekunden vor dem DRM-Champion von 2011.

Trost hatte Roman Schwedt nach seiner dritten Rallye nicht nötig, auch wenn der Senkrechtstarter aus Heusweiler im Opel Adam R2 auf dem Rundkurs heftig gegen einen Bordstein gerasselt war. "Dadurch haben wir uns leider die Hinterachse kaputt gefahren und zwei, drei Plätze verloren", sagte der 18-Jährige, der daraufhin mit Warnblinkern und gedrosseltem Tempo unterwegs war. Mit Rang 21 unter 65 Teams war Schwedt aber glücklich: "Die Rallye war sehr erfolgreich für mich. Ich habe eine Menge dazugelernt und war lange richtig schnell."

Kurzer Höhenflug: Georg Berlandy (Stromberg) schied mit seinem Peugeot 208 früh aus.
Trotz nasskaltem Wetter kamen viele Besucher zur Saarland-Pfalz-Rallye. So wie hier beim Rundkurs in der St. Wendeler Innenstadt, der einer der Höhepunkte der Veranstaltung war. Fotos: Dörrenbächer (3)/dpa

Flott war auch der Marpinger Steven Gisch, der als 15. bester Saarländer wurde: "Es waren sehr anspruchsvolle Prüfungen. Ein Mal bin ich heute Morgen kurz abgeflogen und im Zaun gelandet, aber dann kam ich gut in den Rhythmus", sagte Gisch, der im Mitsubishi Evo 9 auf die Spitze 7:45 Minuten verlor und direkt vor dem Eppelborner Sebastian Schwinn (Mitsubishi Evo X) landete. In der Division 6 lieferten sich der Saarbrücker Tarek Hamadeh-Spaniol und Max Schumann, beide Suzuki Swift, lange einen engen Kampf um den Sieg, den der Riegelsberger am Ende für sich entschied.