Mit Vollgas in die dritte Förderperiode

Mit Vollgas in die dritte Förderperiode

Bald geht es los, da ist sich die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) sicher. Der Verein steht in den Startlöchern, will die Entwicklung des ländlichen Raumes mithilfe der Europäischen Union weiter voranbringen. Dort müssen die Fördergelder aber noch bewilligt werden.

"Das saarländische Umweltministerium hat entschieden, hat seine Aufgaben gemacht. Jetzt warten wir auf die Freigabe aus Brüssel." Mit diesen Worten beschreibt Werner Feldkamp, Vorsitzender der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land den aktuellen Stand des neuen Leader-Förderprogrammes. Mit diesem Programm unterstützen Land und Europäische Union die Entwicklung des ländlichen Raumes. Acht Millionen Euro sollen im Förderzeitraum 2014 bis 2020 an vier so genannte lokale Aktionsgruppen im Saarland fließen. Eine davon ist die Kulani, die zwei Millionen Euro erhält. "Wir rechnen und hoffen auf den Start im Mai", sagt Feldkamp. Die Zeit drängt. Denn einige konkrete Projekte sollen möglichst schnell realisiert werden. Zum Beispiel das Kulturcafé in der Bosener Mühle am Bostalsee. Sonst ist es dort schon zu spät für die Sommersaison.

Als einzige Aktionsgruppe im Saarland geht die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land in eine dritte Förderperiode. Dies auch vor dem Hintergrund des künftigen Nationalparkes Hunsrück-Hochwald, eine Querschnittsaufgabe in der lokalen Entwicklungsstrategie, die die Kulani für die aktuelle Förderperiode ausgearbeitet hat.

4,6 Millionen Euro sind an öffentlicher Förderung in den ersten beiden Förderzeiträumen geflossen. Ging es im ersten um den Aufbau des Lokalwarenmarktes mit zahlreichen Partnerbetrieben und Kulturprojekten unter dem Motto "St. Wendeler Land steinreich", so weitete sich die Arbeit in der zweiten Förderperiode seit 2007 auf vier Felder aus: Vermarktungs-, Energie-, Kultur- und Bildungsprogramm. Diese vier Programme werden in dem neuen Zeitraum bis 2020 mit Blick auf den Nationalpark weiterentwickelt.

Im Vorfeld der erneuten Bewerbung hatten mehr als 150 Bürger rund 135 konkrete Projektideen eingebracht und auf mehreren Veranstaltungen mit der Kulani diskutiert.

Für die Umsetzung der verschiedenen Projekte stehen zwei Millionen Euro bereit. 75 Prozent davon kommen von der Europäischen Union, 25 Prozent vom Saarland. Ob ein Vorhaben unterstützt wird, darüber entscheidet der Vorstand der Kulturlandschaftsinitiative. "Wir sind da frei", sagt der zweite Vorsitzende des Vereines, Thomas Gebel. Natürlich müsse das Projekt in die lokale Entwicklungsstrategie passen. Darüber hinaus muss der jeweilige Träger einen Eigenanteil selbst aufbringen. Die Kulani übernimmt nur einen Teil der Kosten, Gebel spricht von Anteilsfinanzierung.

Ziel: Selbstständigkeit

In jedem Themenfeld soll zumindest ein Leitprojekt verwirklicht werden. Beim Kulturprogramm gewinnt die Bosener Mühle als Kulturfenster der Region an Bedeutung. Den Ausbau des Keltenparkes und des Nationalparktores in Otzenhausen will die Kulani als zweites Leitprojekt unterstützen. Im Energieprogramm wollen die Verantwortlichen die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Beim Vermarktungsprogramm Lokalwarenmarkt geht es darum, eine Organisationsstruktur zu schaffen, damit die zahlreichen Partnerbetriebe 2020 ohne Kulani-Unterstützung selbstständig weiterarbeiten können. Weiter an Bedeutung gewinnen wird das Bildungsprogramm. Ziel ist es, die heimische Bevölkerung für den ländlichen Raum zu begeistern. Bewusstseinsbildung zu betreiben.

Alle geplanten Projekte werden überprüft, ob sie für die Entwicklung des Nationalparkes von Bedeutung sind. Aber welche dann im Zusammenhang mit dem neuen Parkkünftig eine Rolle spielen, das müssten letztendlich die drei Leadergruppen entscheiden, die auf saarländischer und rheinland-pfälzischer Seite arbeiten. Feldkamp: "Denn nur wenn auf beiden Seiten der Grenze eine Projektidee unterstützt wird, kann diese auch Erfolg versprechend umgesetzt werden."

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