Mit viel Herzblut für den Verein

Mit viel Herzblut für den Verein

Als Handballerin ging Inge Latz einst für die DJK Marpingen auf Torejagd. Später tauschte sie den Ball als Sportgerät gegen den Badminton-Schläger ein. Für ihr Engagement wurde die Trainerin und Geschäftsführerin des TV St. Wendel von der Landesregierung ausgezeichnet.

Die Sportplakette ist eine der höchsten Auszeichnungen, die das Land im Bereich des Sports zu vergeben hat. Sie wird für ein "herausragendes ehrenamtliches Engagement" verliehen. Im Dezember wurde auch Inge Latz vom TV St. Wendel mit der Plakette geehrt. Grund genug für die Saarbrücker Zeitung, die Badminton-Jugendtrainerin einmal während der Übungsstunde in der Sporthalle zu besuchen.

"Über die Anerkennung und Ehrung habe ich mich schon gefreut. Das gibt dann auch wieder einen neuen Schub", erzählt die 56-Jährige. Im 22. Jahr ist sie nun als Spielerin sowie als Schüler- und Jugendtrainerin für den TV St. Wendel in der Sportart Badminton im Einsatz. Zuvor spielte sie bis 1984 im Regionalliga-Team der DJK Marpingen Handball. "Für mich war klar: Wenn ich mit dem Handball aufhöre, gehe ich zu meiner großen Liebe - dem Badminton ", sagt Latz lachend. Und auch heute, mehr als 20 Jahre später, reizt sie die Sportart immer noch.

Individuell vermittelt die Übungsleiterin ihren Jugendlichen die Badminton-Grundlagen und sie versucht, ihre Schützlinge leistungsmäßig aufzubauen. "Die Faszination für mich ist: Den Jugendlichen die Lust an der Bewegung, die Kombination Schläger und Ball sowie die Schnelligkeit beim Badminton zu vermitteln", erklärt Latz. Und das macht sie mit viel Herzblut und großer Hingabe. Der Antrieb sei dabei stets gleich: Es bereite ihr große Freude, wenn sie beim Nachwuchs miterleben könne, wie sich die Erfolge einstellen.

Sozialkompetenz ist ihr wichtig

Und Grund zur Freude gibt es nahezu regelmäßig. Zahlreiche Meisterschaften hat Latz mit ihren Jugendmannschaften bereits errungen. Doch Siege und Titel sind nicht alles. "Daneben ist mir das Vermitteln von Sozialkompetenz mindestens genauso wichtig. Das ist auch der gesellschaftliche Auftrag unseres Vereins", betont sie.

Seit 2005 führt sie in Kooperation mit dem Saarländischen Badminton-Verband zahlreiche Projekte in Grundschulen durch und ist zudem Ansprechpartnerin für das pädagogische Personal. "Durch den Ganztagsunterricht der Schüler gestaltet sich für die Vereine die Gewinnung des Nachwuchses schwieriger", weiß Latz.

Ein Jahrzehnt lang hat sie die Badminton-Abteilung des TV St. Wendel geleitet. Seit acht Jahren führt sie zudem die Geschäfte des Vereins und organisiert und koordiniert von ihrem Büro aus das Zusammenspiel der 18 Abteilungen beim Turnverein. "Ich lege viel Wert auf den persönlichen Kontakt zu allen Abteilungsleitern", sagt sie. Die Kommunikation untereinander sei ganz wichtig, denn ein Stillstand sei für einen Verein gleichbedeutend mit einem Rückschritt. "Deshalb ist unser Vorsitzender Harald Becker auch mutig, um immer etwas Neues reinzubringen. Etwas, das für die Jugendlichen interessant sein könnte", sagt Inge Latz. Und was macht sie als Ausgleich zu der Büro-Arbeit für den Verein? Latz lacht: Am liebsten mit dem Badmintonschläger das Bällchen über das Netz befördern.

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HintergrundMit der saarländischen Sportplakette ehrt das Innen- und Sportministerium Persönlichkeiten, die sich ehrenamtlich in besonderem Maße um den organisierten Sport auf Verbands-, Kreis- beziehungsweise Gau- oder Bezirks- sowie Vereinsebene verdient gemacht haben. Die Sportplakette wird jedes Jahr an höchstens zehn Personen verliehen.frf