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„Mit der Neuausrichtung sind wir auf einem guten Weg“

„Mit der Neuausrichtung sind wir auf einem guten Weg“

In der Diskussion um die Schließung von zehn Geschäftsstellen der Kreissparkasse St. Wendel melden sich jetzt die Mitarbeiter zu Wort. Sie sagen, die flächendeckende Betreuung werde nicht eingeschränkt. Dafür sorgen Angebote wie der Bargeldservice.

"Die Mitarbeiter der Kreissparkasse stehen hinter der Entscheidung des Verwaltungsrates." So heißt es wörtlich in der Pressemitteilung des Personalrates und der Mitarbeitervertretung im Verwaltungsrat der Bank. Und weiter: "Wir möchten weiterhin in einem eigenständigen Institut im Landkreis St. Wendel tätig sein. Mit der Neuausrichtung der Geschäftsstellen sind wir unserer Auffassung nach trotz aller Herausforderungen für eine regionale Bank auch zukünftig auf einem guten Weg."

Die Kreissparkasse müsse sich den Herausforderungen der Zukunft stellen, heißt es in der Pressemitteilung, die die Personalratsvorsitzende Helene Schumann und Verwaltungsratsmitglied Martin Backes stellvertretend für beide Mitarbeiter-Gremien eingesandt haben. Neben zunehmend regulatorischen Anforderungen gehörten zu den Herausforderungen auch die Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft. Während vor einigen Jahren noch die Sparkassenfiliale der erste Anlaufpunkt für die Kunden gewesen sei, finde der Kontakt heute in starkem Maß über die neuen Medien statt. Die Kreissparkasse St. Wendel werde daher zukünftig in diesen Bereich verstärkt investieren.

Durch externe und interne Analysen habe sich herausgestellt, dass ein Teil der Filialen der Kreissparkasse St. Wendel kaum noch genutzt werde. "In diesen Filialen werden zurzeit Service-Leerzeiten aufrechterhalten, die in den persönlichen Kontakt, beziehungsweise die Beratung der gesamten Kunden fließen könnten", schreibt die Mitarbeitervertretung . Anhand objektiver Daten und Zahlen sei daher von einer Projektgruppe die Neuaufstellung des Geschäftsstellennetzes vorgeschlagen worden. Dem habe der Verwaltungsrat zugestimmt. In dieser Projektgruppe haben übrigens mehrere Beschäftigte der Sparkasse mitgearbeitet.

Politische Einflussnahmen für oder gegen die Aufrechterhaltung bestimmter Geschäftsstellen habe es dabei nicht gegeben. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: "Entscheidend für uns als Mitarbeitervertreter waren lediglich die Analyseergebnisse aller 25 untersuchten Filialen . Unserer Ansicht nach dient die Diskussion um die Geschäftsstellenschließungen nicht für parteipolitisches Kalkül. Das wird weder den Kunden noch den Mitarbeitern gerecht."

Der Kritik, mit den Schließungen verschlechtere sich der Service vor Ort, tritt die Mitarbeitervertretung entgegen. Die Sparkasse biete einen Bargeldbringdienst an, für den sich alle 300 Mitarbeiter verantwortlich zeigen würden. Zudem würden die Öffnungszeiten des Servicecenters von 8 Uhr morgens bis auf 20 Uhr abends von Montag bis Freitag ausgedehnt. Im Servicecenter könnten auch Überweisungsaufträge an geschulte Sparkassenmitarbeiter telefonisch durchgegeben werden. Schließlich finde auf Wunsch des Kunden auch eine Beratung zu Hause statt. Der mediale Service und die Internetfiliale würden personell aufgestockt. Dies seien alles Maßnahmen, mit denen die Kreissparkasse ihrem öffentlichen Auftrag weiterhin gerecht werde.

Eine der Kernaussagen des neuen Konzeptes sei, dass es aufgrund der Zusammenlegungen keine betriebsbedingten Kündigungen von Mitarbeitern geben werde. "Jeder einzelne Mitarbeiter wird gebraucht", heißt es wörtlich in der Presseerklärung. Durch die Zusammenlegung der Geschäftsstellen würden vor allem im Bereich der Sachkosten betriebswirtschaftliche Verbesserungen erreicht, der flächendeckende Service der Kreissparkasse werde nicht eingeschränkt.

Abschließend heißt es: "Der Erfolg der Kreissparkasse sind letztlich nicht die Filialen , es sind die Mitarbeiter, mit denen der Kunde eine persönliche Geschäftsbeziehung verbindet. Genau diesem Anspruch wird die Kreissparkasse auch zukünftig gerecht werden."

Zum Thema:

HintergrundDer Verwaltungsrat der Kreissparkasse St. Wendel ist das Entscheidungsgremium des Kreditinstitutes. Dieser hat in der vergangenen Woche beschlossen, zehn der 25 Filialen zu schließen. Der Verwaltungsrat besteht aus 15 Mitgliedern. Hinzu kommt als Vorsitzender Landrat Udo Recktenwald (CDU ). Fünf Vertreter kommen aus dem Kreis der Sparkassenmitarbeiter. Vier Mitglieder hat die SPD-Kreistagsfraktion benannt, sechs die CDU . Von diesen sind die Hälfte Kreistagsmitglieder, die andere Hälfte wird von den beiden Parteien vorgeschlagen. Im Verwaltungsrat haben weder CDU noch SPD noch Mitarbeitervertretung eine eigene Entscheidungsmehrheit. vf