Mini-Loks rollen in der Scheune

Oberlinxweiler. Großer Bahnhof in Oberlinxweiler, wo die Modelleisenbahnfreunde St. Wendel kürzlich ihren vierten Fahrtag veranstalteten. Dieses Mal jedoch nicht im Vereinsheim der Kaninchenzüchter wie in den drei Jahren zuvor, sondern erstmals in der Kulturscheune

Oberlinxweiler. Großer Bahnhof in Oberlinxweiler, wo die Modelleisenbahnfreunde St. Wendel kürzlich ihren vierten Fahrtag veranstalteten. Dieses Mal jedoch nicht im Vereinsheim der Kaninchenzüchter wie in den drei Jahren zuvor, sondern erstmals in der Kulturscheune. "Ortsvorsteher Jürgen Zimmer hat uns hierher eingeladen, und dieser Veranstaltungsort ist ideal", erklärt Ferdinand Greif, sozusagen der Ober-Lokführer der Modelleisenbahner. Ideal auch deshalb, weil die Anlage gewachsen und der Platzbedarf gestiegen war. Verantwortlich für den Streckenzuwachs waren hauptsächlich befreundete Modelleisenbahner aus Ramstein. "Wir hatten uns auf einem anderen Treffen kennengelernt und waren dort ins Gespräch gekommen. Und irgendwann haben wir dann beschlossen, unsere Anlagen einmal zusammen aufzubauen." Gesagt - getan. So hatte beispielsweise Gerhard Schröder den Bahnhof Dammtor Hamburg nach- und in Oberlinxweiler aufgebaut. "Er ist von der Größe her nicht ganz maßstabsgetreu, sondern etwas verkürzt nachgebaut worden", erklärt Schröder, dessen Modellbahnclub aus dem Märklin-Insider-Stammtisch Mainz 55 entstand. Kein Problem für Greif, "denn wir sind ja keine Nietenzähler, sondern wollen Fahrspaß haben". Doch jener Spaß am Fahren wollte sich dieses Jahr zunächst nicht so recht einstellen. "Das Digitalsystem war am ersten Tag überhitzt zusammengebrochen. Dabei sind Teile im Wert von rund 500 Euro verschmort, so dass wir dieses Jahr wohl ordentlich Miese gemacht haben", erzählt Greif. "So etwas kommt vor, damit muss man leben." Anlage ausgefallen Doch nach sechs Stunden hektischer Betriebsamkeit war die Anlage schließlich repariert und betriebsbereit, so dass es nachmittags losging mit dem Fahrtag. Allerdings auf System "Rokko", das nicht ganz so leistungsstark ist. Zudem gelang den St. Wendeler Modelleisenbahnern ein echtes Kunststück: "Wir lassen Gleichstrom- und Wechselstromzüge auf einer Anlage fahren", erklärt Detlev Born. Und das streng nach Fahrplan, wie Greif erläutert: "Wir wollen einen möglichst realistischen Fahrverkehr nachahmen. Auch hinsichtlich der Zugzusammenstellung. Und auch den Besuchern gefällt es, die Züge exakt nach Fahrplan zu steuern." Etwa 300 Besucher verzeichneten die Modelleisenbahner, auf deren Anlage sieben Bahnhöfe stehen, an beiden Tagen. tog