Mehr Dörfer und mehr Händler beteiligen sich am Projekt „Smart Village“ im Kreis St. Wendel

Projekt wächst : Mehr kluge Dörfer im St. Wendeler Land

Auch die Orte Osterbrücken, Hoof und Leitersweiler werden sich an dem Projekt „Smart Village“ beteiligen

Mehr Dörfer, mehr Händler: Das Projekt „Smart Village“ wächst. Fünf St. Wendeler Stadtteile beteiligen sich künftig daran. Das berichtet ein Sprecher des Modellprojekts „Land(auf)Schwung“. Begonnen hat alles im April vergangenen Jahres – im 900-Seelen-Dorf Remmesweiler, das sich anschickte ein „Smart Village“ (übersetzt: kluges Dorf) zu werden. Seit mehr als zwei Jahren gibt es dort keinen Dorfladen mehr. Somit gingen mit einem mal Nahversorgung und Treffpunkt verloren.

Aus diesem Grund hat sich der Wendelinushof, Teil des Werkstattzentrums für behinderte Menschen der Lebenshilfe (WZB gGmbH), als Projektträger innerhalb des Bundesmodellprojekts „Land(auf)Schwung“ auf den Weg gemacht, eine moderne und digitale Form der Nahversorgung mit regionalen Händlern auszuprobieren (wir berichteten).

Das Prinzip ist einfach: Mit der Hilfe von ehrenamtlichen Dorfcoaches können Lebensmittel auf einer Online-Plattform bestellt werden. „Das Besondere daran ist, dass wir nicht direkt an den Endkunden ausliefern, sondern zusätzlich eine Kommunikationsplattform schaffen, in dem die Kunden zusammen mit Ehrenamtlichen Bestellungen tätigen und Wünsche äußern können“, erklärt Reiner Cullmann, Leiter des Wendelinushofs.

Neben den beiden Startdörfern Remmesweiler und Winterbach kommen nun auch Leitersweiler, Hoof und Osterbrücken dazu. In der ersten Testphase hatten Kunden die Möglichkeit, ihre Produkte auf der Onlineplattform „Keep Fresh“ bei den beiden regionalen Händlern Wendelinushof und Globus SB Warenhaus zu bestellen. Das Interesse weiterer Händler ließ nicht lange auf sich warten, berichtet der Projektsprecher. Mit der Bäckerei Gillen aus Bliesen, der Bäckerei Kaiser aus Winterbach sowie den St. Wendeler Geschäften History, Dronova und Buch+Papier Klein seien nun weitere Händler dazu gestoßen.

„Vor allem die im Lebensmittelbereich strengen Vorgaben einzuhalten, war eine Herausforderung. Trotzdem ist es uns gelungen, ein Projekt zu entwickeln, das funktioniert“, sagt Land(auf)Schwung-Projektmanager Stefan Kunz. „Nach Ende des Projektförderzeitraums Ende Juni soll die Plattform im Regelbetrieb eigenständig weiterlaufen“. Wie Cullmann erläutert, sei das Projekt  auch in sozialer Hinsicht  interessant. „Wir versuchen für unsere Werkstatt für behinderte Menschen immer wieder neue Arbeitsbereiche zu integrieren. Der Internetversandhandel ist dabei ein neues Feld, in dem wir uns nun bewegen können“, so der Leiter des Wendelinushofs.

Bernd Engel, ein Remmesweiler Dorfcoach, entlädt die Waren aus dem Elektroauto vom St. Wendeler Umweltamt. Foto: Evelyn Schneider

Um das Projekt vorzustellen und auch schon die erste Testbestellung anzunehmen, lädt der Wendelinushof und das Team von Land(auf)Schwung zu einem Dorffrühstück in den drei neuen Testdörfer. Das Dorffrühstück für Hoof findet statt am Dienstag, 12. März ab 9 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus, das Dorffrühstück für Leitersweiler am Mittwoch, 13. März, ab 9 Uhr im evangelischen Gemeindehaus und das Dorffrühstück für Osterbrücken am Mittwoch, 13. März, ab 9.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

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