Meditation in Bildern

St. Wendel. Mit weißer Kreide zeichnen die beiden Künstler Klaus Riefer und Christof Thome ein Raster auf den Boden vor dem Tor der St. Wendeler Basilika. Neben den weißen Quadraten entstehen Umrisse aus schwarzen Linien. Noch ist nicht zu erkennen, wie das fertige Bild auf dem Pflaster schließlich aussehen soll. "Wir beginnen immer mit einer Skizze", erklärt Riefer

St. Wendel. Mit weißer Kreide zeichnen die beiden Künstler Klaus Riefer und Christof Thome ein Raster auf den Boden vor dem Tor der St. Wendeler Basilika. Neben den weißen Quadraten entstehen Umrisse aus schwarzen Linien. Noch ist nicht zu erkennen, wie das fertige Bild auf dem Pflaster schließlich aussehen soll. "Wir beginnen immer mit einer Skizze", erklärt Riefer. Das sei der schwierigste und aufwendigste Teil eines Gemäldes. Thome hält ein Din A 4 Blatt in der Hand. "Darauf ist die Vorlage, die wir verwenden", erklärt er. Diese werde nun im Format 1:20 auf den Boden übertragen. Dabei orientieren sich die Maler an dem Raster. Ein Gemälde des heiligen Wendalinus soll am Ende entsehen. Die beiden Künstler hätten lange nach einer passenden Vorlage gesucht, erzählt Riefer. Die Wahl fiel schließlich auf das Foto eines Kirchenfensters, das die beiden im Internet entdeckt hatten. Die Künstler fahren mit ihrer Arbeit fort und bereits nach kurzer Zeit werden die Umrisse des Heiligen sichtbar. Zum Malen verwenden Thome und Riefer Silikatkreide. "Die ist mineralisch und hält auf Stein besser als Pastellkreide", erklärt Thome. Außerdem lasse sich die Farbe besser abwaschen. "Wenn es dann regnet, haben wir natürlich Pech gehabt", meint Riefer lächelnd. Dass gerade der Namensgeber St. Wendels als Motiv dient, ist kein Zufall. Die katholische Kirchengemeinde der Stadt hatte sich dazu entschlossen, im Wendalinusjahr Künstler dazu aufzurufen rund um die Basilika Gemälde entstehen zu lassen. Die Idee zu der Aktion stammt von Gemeinderatsmitglied Anton Stier. "Er ist der Mann, der für die guten Einfälle zuständig ist", sagt Pastor Franziskus. "Wir hatten 1989 schon einmal Straßenmaler hier", erklärt Stier. Damals sei ein Wendalinuszyklus in 13 Bildern entstanden. Dieses Mal dienen Meditationen aus der Feder des Pastors als Inspiration. "Die Meditationen kamen mir sofort in den Sinn, da ich sie immer wieder lese", so Stier. Klaus Riefer stellte dann den Kontakt zu den Künstlern her.Die Künstlerin Cordue aus Saarburg arbeitet zum Beispiel vor dem Chor der Basilika an ihrem Werk. Sie orientiert sich dabei an mittelalterlicher Ornamentik, um Anfang und Ende der Schöpfung darzustellen. Günter Baus aus Ottweiler dagegen malt mit Ölfarben auf einer großen Leinwand. Das Kirchengebäude selbst ist sein Motiv. Materialien und Farben brauchten die Künstler nicht mitzubringen. "Wir haben gesagt, was wir benötigen und Herr Stier hat sich darum gekümmert," lobt Klaus Riefer. Am heutigen Samstag setzen die Künstler die Arbeit an ihren Werken fort. Pastor Franziskus: "Durch die Gemälde werden dann 650 Jahre Geschichte sichtbar."