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Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler: Chefarzt-Wechsel in Geriatrie

Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler : Die Geriatrie ist „hervorragend aufgestellt“

Wechsel im Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler: Dr. Rudolf Eckert hat sich in den Ruhestand verabschiedet, Dr. Robert Liszka ist neuer Chefarzt der Akutgeriatrie.

Mehr als 37 Jahre war er als Arzt tätig und hat 23 Jahre als Chefarzt Verantwortung getragen – zuerst in St. Ingbert, dann ab Mitte 2011 im Marienkrankenhaus in St. Wendel. „Es waren durchaus bewegte Zeiten“, blickt eine Sprecherin der Klinik zurück. Denn die Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation musste 2017 schließen und es galt, die Akutgeriatrie aufzubauen und zu etablieren. All das habe Dr. Rudolf Eckert souverän gemeistert. Nun ist der 64-Jährige in den Ruhestand gegangen.

Seine Abteilung wisse er in guten Händen. Seine Nachfolge hat Dr. Robert Liszka angetreten. „Er leitet in St. Wendel die Anfang 2019 neu geschaffene Hauptfachabteilung für Neurologie und verfügt über große Expertise in der Geriatrie“, sagt die Sprecherin weiter. Als Leitende Oberärztin respektive Sektionsleiterin stehe ihm Christiane Walbrodt zur Seite. Sie arbeite bereits seit dem Jahr 2016 als Oberärztin in der Geriatrie.

Zeit seines (Berufs)-Lebens war Dr. Eckert ein Verfechter der ganzheitlichen Medizin. Der Mensch, insbesondere der ältere, sei ein viel zu komplexes Wesen, als dass er sich auf eine Krankheit oder ein Organ reduzieren lasse, sagt er. Als Geriater sei es deshalb vielmehr seine Aufgabe, Organsysteme ins Gleichgewicht zu bringen, was mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, weil die Organsysteme labiler werden, je älter ein Patient ist. „Aus diesem Grunde muss der Geriater schon mit ins Boot, während der Patient noch akutmedizinisch versorgt wird“, erläutert Dr. Eckert. In der Frührehabilitation werden beispielsweise durch eine aktivierend-therapeutische Pflege, durch Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie die Weichen gestellt, dass die Patienten ihren Lebensmut zurückgewinnen, wieder auf die Beine kommen und in die Reha oder direkt nach Hause entlassen werden können. Deshalb, so Dr. Eckert, sei die Geriatrie auch ein ebenso komplexes und vielseitiges wie erfüllendes Fachgebiet.

In diesem Zusammenhang war und ist Dr. Eckert auch immer ein Thema ganz besonders wichtig gewesen: die Arzneimitteltherapiesicherheit. „Das ist gerade für ältere Patienten ein extrem wichtiges Thema, denn sie nehmen meist eine Vielzahl von Medikamenten ein und reagieren oft anders, weil sie empfindlicher als jüngere Menschen sind“, sagt er. Die Verantwortung des behandelnden Arztes sei angesichts der oftmals verminderten Organfunktion der Patienten und der vielen möglichen Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente besonders groß.

Die Vernetzung mit den anderen Fachabteilungen im Haus, aber auch trägerübergreifend mit den umliegenden Kliniken, hat Eckert immer betrieben, der Aufbau und die Zertifizierung des Alterstraumatologischen Zentrums 2020 gibt davon Zeugnis. „Die Behandlung im Team ist mitentscheidend für den Erfolg der Geriatrie“, weiß die Klinik-Sprecherin und fügt hinzu: „Für diesen Erfolg stehen in Zukunft Dr. Robert Liszka und Christiane Walbrodt.“

Die Abteilung sei „hervorragend aufgestellt“, spart Dr. Liszka nicht mit Lob für seinen Vorgänger. Und auch wenn er als Neurologe weitere zusätzliche Schwerpunkte nicht zuletzt in der Neurogeriatrie setzen wolle, so „bleibt das Herz der Abteilung doch internistisch“, unterstreicht Dr. Liszka. Für diese Kontinuität steht Christiane Walbrodt, die als Oberärztin bereits fünf Jahre mit Dr. Rudolf Eckert zusammengearbeitet hat und jetzt als Sektionsleiterin zusätzliche Verantwortung übernimmt.

Walbrodt stammt aus Neunkirchen, hat in Homburg Medizin studiert und ist eigentlich, wie sie erzählt, akutmedizinisch geprägt. Geriatrie, das habe sie schnell gelernt, sei irgendwie eine „andere Medizin“. Der ganzheitliche Ansatz und die Tatsache, dass sie hier noch wirklich Zeit für ihre Patienten hat, haben sie das Fach schnell schätzen gelehrt. „Ich arbeite für und mit älteren Menschen und bemühe mich, dass es ihnen besser geht“, formuliert sie ihre Aufgabe – und die reicht, um es plastisch und anschaulich zu formulieren, „vom Herzinfarkt bis zur Verstopfung“.