1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Manfred Cullmann für seine Verdienste um den Sport ausgezeichnet

Sportplakette : Außer Torwart war er fast alles

Manfred Cullmann hat das sportliche Geschehen beim SV Osterbrücken jahrzehntelang geprägt. Als Spieler, als Funktionär sowie als Trainer und Betreuer im Jugendbereich. Dafür wurde er mit der Sportplakette des Landes geehrt.

Falsches Paket, Irrläufer, oder hat sich der Paketbote in der Adresse geirrt? „Der Name Cullmann ist im Ostertal ja sehr verbreitet – und ich hatte ja nichts bestellt“, erzählt Manfred Cullmann aus Osterbrücken, wie er sich bei der Zustellung eines unerwarteten Päckchens gewundert habe.

Doch die Adresse stimmte. Denn Saar-Sportminister Klaus Bouillon wusste ganz genau, wen er da mit dem Ostertaler Allerweltsnamen Cullmann anschrieb. Jemanden, der über Jahrzehnte das sportliche Geschehen beim Sportverein (SV) Osterbrücken mitgeprägt hat. Darum zeichnete der Minister den 71-jährigen Manfred Cullmann für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement im Bereich der Jugend- und Vereinsarbeit mit der saarländischen Sportplakette aus – wegen der Corona-Pandemie über den Postweg. „Davon hat mir vorher niemand was erzählt, ich habe nichts von der Sache gewusst“, erzählt der Geehrte höhrbar erfreut.

Die Sportplakette wird für herausragendes freiwilliges gesellschaftliches Handeln im organisierten Sport auf Verbands- und Vereinsebene verliehen. Cullmanns Leidenschaft ist der Fußball. „Außer Torwart habe ich alles gespielt“, berichtet er. In der Spielrunde 1958/59 legte er in der D-Jugend los, und im Alter von 17 Jahren spielte er bereits in der Ersten Aktiven-Mannschaft. Zwei Jahre bekleidete er beim SVO den Schriftführer-Posten im Vorstand. „Ich habe damals einen Schreibmaschinenkurs besucht – und unser Vorsitzender hat mir keine Ruhe gelassen, bis ich Schriftführer wurde“, erklärte Cullmann, der beruflich bei der Bahn beschäftigt war.

Eigentlich wollte er aber immer auf oder neben dem Platz tätig sein. Entweder als Trainer oder Betreuer engagierte er sich mehr als 20 Jahre im Jugendfußball. „Wir haben uns 1976 im Nachwuchsbereich mit Hoof zusammengeschlossen“, erinnert sich Cullmann, der nie einen Trainerschein gemacht hat – und doch immer mit viel Engagement und vielen Ideen aktiv war. Es verging kein Wochenende, an dem er die Nachwuchskicker, darunter auch sein Sohnemann Markus, nicht bei den Heimspielen betreute oder zu Auswärtsbegegnungen begleitete.

Mit der Zeit rückte er ins SVO-Präsidium auf und kümmerte sich um den Spielbetrieb. Doch die Personalabteilung des SVO dünnte immer mehr aus. „Es waren immer weniger Spieler da“, blickte Cullmann zurück. Deswegen fusionierte der SVO 1998 im Aktivenbereich mit dem Nachbarort Hoof – und die Gründung der ersten Spielgemeinschaft im Landkreis St. Wendel war perfekt.

Später kümmerte sich Cullmann gemeinsam mit Ehefrau Gerlinde um die Bewirtung im Sportheim. Ähnlich wie bei großen Laufveranstaltungen veranstalteten die Cullmanns Nudelparties für die Fußballer. Wenn dann der Ball mal im Ostertal ruhte, machten sich beide ins Fritz-Walter-Stadion nach Kaiserslautern auf. Als Fan der Roten Teufel musste er in den vergangenen Jahren viel leiden. „Zuletzt war ich bei einem Zweitligaspiel auf dem Betzenberg, aber der 1. FCK ist noch immer mein Lieblingsverein“, meinte Cullmann.

Und da ist natürlich die SG Hoof/Osterbrücken. Für die organisierte er Fahrten und das Jugendzeltlager auf dem Sportplatz. „Wir hatten jeden Tag Programm, besonders die Spiele ohne Grenzen waren sehr beliebt“, erinnert sich Cullmann. Von den ehemaligen Teilnehmern spielen heute viele in der Ersten Mannschaft des A-Ligisten. „Sofern es geht, schaue ich mir die Heimspiele noch an“, erzählt der 71-Jährige.

Seit einer Knieverletzung vor mehr als einem Jahr muss er kürzertreten. Hoch geschätzt wird er aber immer noch. „Persönlichkeiten wie Manfred Cullmann machen durch ihr Wirken und ihren Idealismus ein funktionierendes Vereinsleben erst möglich“, lobte Sportminister Bouillon in seinem Begleitschreiben.