„L.S.F. Lunettes sans Frontiere – Brillen ohne Grenzen“ bringt Brillen in die Dritte Welt

Neue Verwertungsstelle : Damit gutes Sehen kein Luxus mehr ist

Der Verein „Brillen ohne Grenzen“ hat eine neue Brillenverwertungsstelle in St. Wendel eröffnet. Sie ist Teil eines Beschäftigungsprojekts.

Gutes Sehen ist für viele arme Menschen in der so genannten Dritten Welt purer Luxus. Eine gesetzliche Krankenversicherung gibt es nicht und Brillen sind für sie dort unerschwinglich. Vor mehr als vier Jahrzehnten hat Kapuziner-Pater Francois-Marie Meyer aus dem Elsass die Idee geboren, bedürftige Menschen weltweit mit kostenlosen Brillen auszustatten. Diese Idee wird noch heutzutage vom Verein „L.S.F. Lunettes sans Frontiere – Brillen ohne Grenzen“ weitergeführt.

Der Verein wird auch regelmäßig vom Rotary Club St. Wendel und der Gudd-Zweck UG aus Oberkirchen unterstützt und mit gespendeten Brillen versorgt. Mit der Einrichtung einer neuen Brillenverwertungsstelle in der Kreisstadt ist der Vertrieb um einiges professionalisiert worden. Das Lager befindet sich im ehemaligen Magellan-Restaurant, heute Sitz der St. Wendeler Initiative für Arbeit und Familie (WIAF). „Hier werden die Brillen zwischengelagert, sortiert, aufbereitet und vertriebsfertig nach Frankreich geliefert“, erklärte Michael Roos, von der Gudd-Zweck UG.

Über Landrat Udo Recktenwald (CDU), erläutert Roos, sei der Kontakt zur Einrichtung einer neuen Brillenverwertungsstelle entstanden. „Wir verfügen selbst nicht über Räume und Mittel, um ein derartiges Projekt umsetzen zu können“, berichtete Roos. Denn das Besondere daran ist, dass die Aufbereitung der Brillen in ein Beschäftigungsprojekt der WIAF integriert werden konnte. „Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond finanziert und ist ein aus öffentlichen Mitteln gefördertes Projekt“, erläuterte WIAF-Mitarbeiter Martin Schneider. Und das erleichtet die Arbeit der Gudd-Zweck UG enorm.

Mittlerweile gibt es deutschlandweit mehr als 430 Kooperationspartner, die für „Brillen ohne Grenzen“ gebrauchte Brillen sammeln. 60 000 Brillen, so Roos weiter, würden pro Jahr in die Dritte Welt geliefert. Indes plant die Gudd-Zweck UG zwei weitere neue Vertriebslinien zu entwickeln. Der Kaplan der Marpinger Pfarreiengemeinschaft, Pater Justin Jenito Sammanasu, will Kontakte in Indien knüpfen. Zusätzlich ist eine Linie in Richtung Südafrika ins Auge gefasst worden.

www.brillen-ohne-grenzen.de

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