Lokale Identität und ihre Entstehung

Lokale Identität und ihre Entstehung

Vortragsreihe teilt die Neuzeit in fünf Abschnitte ein und informierte so Jahrhundert für Jahrhundert über die Geschichte im St. Wendeler Land.

Die regionale Identität stärken, das Bewusstsein für die kulturhistorischen Besonderheiten des St. Wendeler Landes fördern, einen einfachen, ersten Zugang zur Geschichte der Region anbieten - das sind die Gedanken, die hinter dem Kulturprogramm "St. Wendeler Land steinreich" der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) stecken. Dabei werden die vergangenen 2500 Jahre in einfache 500-Jahre-Schritte eingeteilt und mit bedeutenden Landmarken - etwa dem Keltenring in Otzenhausen, der Abtei in Tholey oder der St. Wendeler Basilika - oder wichtigen Persönlichkeiten wie dem Heiligen Wendelin verbunden. Übergeordnet sind die wichtigsten Entwicklungslinien Europas, die selbstverständlich Einfluss auf das, was hier vor Ort geschah, hatten.

Abgedeckt werden somit die in der Geschichtswissenschaft gängigen Epochen: Antike, Mittelalter und Neuzeit. Immer verbunden mit der regionalen Entwicklung. Da aber die Neuzeit, jene Epoche also, die um 1500 einsetzte, mit der Reformation, dem Buchdruck, der Entdeckung Amerikas und weiterer einschneidender Prozesse bis heute spürbare Auswirkungen hat, da eben diese Epoche so viele Veränderungen auch auf regionaler Ebene brachte, wurde das Kulturprogramm ergänzt: um die "Lokale Erzählung St. Wendeler Land 5 x 100". Hierbei wird die Neuzeit in fünf Jahrhunderte eingeteilt, die wichtigsten Ereignisse der einzelnen Jahrhunderte dargestellt, mit markanten Landmarken und Persönlichkeiten verbunden. Projektträger ist der Landkreis St. Wendel.

"Durch diesen Ansatz wollen wir Bürger wie Gäste unseres Landkreises über die reichhaltige und einzigartige Vergangenheit unserer Heimat aufklären, einen ersten Überblick darüber verschaffen, wie wir wurden, wie wir sind. Ein erster Überblick, der die Menschen begeistern soll, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen", sagt Landrat Udo Recktenwald (CDU). Dazu werden etwa gemeinsam mit Heimatforschern Handzettel für jede Gemeinde erarbeitet, die jeweils die vergangenen 500 Jahre regionaler Geschichte vorstellen.

Zum Thema:

Begleitend gibt es eine Vortragsreihe, die analog zur Einteilung die wichtigsten Ereignisse vorstellt: Los geht es am Dienstag, 28. März, 19 Uhr, in der Europäischen Akademie Otzenhausen. Der Historiker Bernhard W. Planz referiert zum Thema "Das 16. Jahrhundert: Die Reformation und ihre politische Folgen im St. Wendeler Land". "Das 17. Jahrhundert: Der 30-jährige Krieg im Katastrophen-Jahrhundert" heißt der Vortrag von Dr. Hans-Joachim Kühn am Dienstag, 11. April, 19 Uhr, Rathaus Nohfelden. Am Dienstag, 25. April, 19 Uhr, spricht Bernhard W. Planz im Tholeyer Rathaus über das 18. Jahrhundert ("Absolutismus, Aufklärung und die Französische Revolution"). Immigration und Emigration sind Konstanten der Neuzeit, die die Jahrhunderte übergreifen. Roland Geiger stellt diese Wanderungsbewegungen auf regionaler Ebene am Dienstag, 9. Mai, 19 Uhr, im Oberthaler Rathaus vor. Dem 19. Jahrhundert widmen sich zwei Vorträge: "Das (lange) 19. Jahrhundert: Napoleon, Wiener Kongress und seine politischen Folgen" (Bernhard W. Planz) am Dienstag, 23. Mai, 19 Uhr, Mia-Münster-Haus St. Wendel, und "Das (lange) 19. Jahrhundert: Industrialisierung und ihre Folgen für das Saarland und das St. Wendeler Land" (Thomas Störmer) am Dienstag, 6. Juni, 19 Uhr, Hiwwelhaus Alsweiler. Am 18. Juni, 16 Uhr, gibt es dann die Abschlussveranstaltung in der Bosener Mühle am Bostalsee zum 20. Jahrhundert mit einem Doppelvortrag von Paul Burgard und Klaus Brill. Der Eintritt ist jeweils frei.