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Literaturabend in Hoof stand im Zeichen einer wahren Tragödie

Literaturabend in Hoof stand im Zeichen einer wahren Tragödie

Hoof. Der Literatur-Abend des Heimat- und Kulturvereins Ostertal im protestantischen Gemeindehaus in Hoof war in diesem Jahr dem Gedenken an die Flugtag-Katastrophe vor 20 Jahren in Ramstein gewidmet. Einem Sachbericht über das Unglück wurde eine fiktive Geschichte über psychische Folgen und die Bemühungen um Bewältigung, eingebettet in eine Liebesgeschichte, gegenübergestellt

Hoof. Der Literatur-Abend des Heimat- und Kulturvereins Ostertal im protestantischen Gemeindehaus in Hoof war in diesem Jahr dem Gedenken an die Flugtag-Katastrophe vor 20 Jahren in Ramstein gewidmet. Einem Sachbericht über das Unglück wurde eine fiktive Geschichte über psychische Folgen und die Bemühungen um Bewältigung, eingebettet in eine Liebesgeschichte, gegenübergestellt. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Hans Kirsch, hieß die Gäste willkommen und stellte den jungen Autor Jörg Matheis vor, der aus Mühlbach am Glan stammt und jetzt in Ingelheim wohnt. Bis 1994 studierte er Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Mainz. Beruflich ist er in der Marketing-Abteilung einer Frankfurter Bank tätig. Er veröffentlichte zunächst erzählerische und lyrische Texte und gab 2003 sein erstes Buch "Mono" heraus. Matheis erhielt bereits mehrere Auszeichnungen und gewann verschiedene Förderpreise. Im März 2008 erschien sein erster Roman "Ein Foto von Mila", das Thema des Abends. Zunächst verlas Kirsch den Polizeibericht über das tragische Geschehen von damals, eine rein sachliche Darstellung. Dem gegenüber stand die frei erfundene Geschichte des Schriftstellers. Er war damals selbst nicht dabei und hatte auch noch keinen Flugtag besucht. Matheis knüpft mit dem Roman an das Flugtag-Unglück in Ramstein vom 28. August 1988 an. Er schildert darin, wie drei junge Leute aus der Westpfalz mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben. Mila, die bei dem Flugunglück verletzt wurde, ist seitdem verstört. Ihre Liebe leidet darunter. Matheis erzählte von Liebe und Kunst, von Angst und Paranoia, und wie eine Katastrophe eine Region erschütterte. Mit genauen und lebhaften Schilderungen zeigte er die Spannungen zwischen seinen Figuren auf und erzählte von den Menschen, deren Leben unwiderruflich verändert wurde. kam