Leichtathletik Süddeutsche Meisterschaft in St. Wendel

Leichtathletik Süddeutsche Meisterschaft : Zwei Mal Gold für saarländische Athleten

Bei den Süddeutschen Meisterschaften lief es für die saarländischen Leichtathleten alles andere als rund. Bei 35 Grad im Schatten sicherten sie sich kaum Medaillen. Dafür triumphierte ein Luxemburger, der außer Konkurrenz angetreten ist.

Die Hitze bei den Süddeutschen Meisterschaften im St. Wendeler Sportzentrum war für die Leichtathleten ein echter Härtetest. 35 Grad im Schatten und kaum Wind brachten die Sportler und Wettkampfrichter schon im Stehen gehörig ins Schwitzen. Zwei Mal gab es die Goldmedaille für Leichtathleten aus dem Saarland.

Nicht über die 3000 Meter Hindernisstrecke, sondern über die 1500 Meter trat die aus Britten stammende Katrin Marx (LC Rehlingen) im Frauenwettbewerb bei den Süddeutschen an. Nach eigenem Bekunden fühlte sich die 20-Jährige im Anschluss an ein 14-tägiges Traininglager beim Deutschen Leichtathletik Verband noch etwas müde. Zwischenzeitlich lag sie im Rennen fast 100 Meter hinter der Führenden Kerstin Hirscher (LAC Fürth) zurück. Doch Marx konnte noch enorm zulegen, holte Meter um Meter auf, zog mit einem fulminanten Schlussspurt an der Kontrahentin vorbei und gewann in 4:32,10 Minuten.

Mit einer persönlichen Bestzeit von 22,40 Sekunden ging der Friedrichsthaler U18-Sprinter Max Tank an den Start im Lauf über die 200 Meter. „Mit einer Mandelentzündung war ich noch drei Tage krank“, berichtete Tank. Im Endlauf startete er furios und gewann in 22,10 Sekunden. „Am Ende ist es noch mal eng geworden“, sagte der 16-Jährige. Mit seiner neuen Bestzeit taucht er nun in der bundesweiten Liste unter den zehn schnellsten 200 Meterläufern seiner Altersklasse auf.

Die Hammerwerfer sind nach wie vor eine sichere Medaillenbank für den Saarländischen Leichtathletik Bund. Lorena Hessling (LAC Saarlouis) schleuderte das Sportgerät in der U18-Konkurrenz 50,98 Meter weit und holte Silber. Bei den Männern landeten die Rehlinger Andreas Sahner (64,62 Meter) und Michael Noe (63,53 Meter) auf den Plätzen zwei und drei hinter dem Sieger Tristan Schwandke (Hindelang, 72,44 Meter). „Er ist momentan der Beste in Deutschland und kämpft um die WM-Norm“, sagte Noe, der mit Platz drei zufrieden war.

Im Hochsprung der Männer übersprang Sven Liefgen (LAZ Saarbrücken) 1,99 Meter und sicherte sich die Bronzemedaille. Dagegen hat die Ottweiler 100 Meter-Hürdenläuferin Paula Grauvogel (TV St. Wendel) das Podest knapp verpasst. Mit 14,06 Sekunden lief sie auf Platz vier ein. Den Vorlauf hatte sie nach glatten 14 Sekunden beendet. „Der Lauf war auch technisch besser“, analysierte Grauvogel. Unzufrieden mit der gesprungenen Weite war Annika Schopper (TV St. Wendel). 5,63 Meter bedeuteten Platz elf in der Endabrechnung für die 22-Jährige. „Es war ziemlich schwierig. Weil die Meisterschaft in St. Wendel war, hätte ich mir schon etwas mehr erhofft“, klagte Schopper.

An beiden Tagen erreichten die Saar-Leichtathleten insgesamt 28 Endkampfplatzierungen. Die herausragende Leistung bei Titelkämpfen zeigte der außer Konkurrenz in den Ring gehende Luxemburger Kugelstoßer Bob Bertemes (MTG Mannheim). Der 26-Jährige wuchtete die Kugel 21,08 Meter weit. „Es boomt im Kugelstoßen, im Moment sind verrückte Weiten gefragt“, stellte Bertemes fest. Erst vor 14 Tagen hat er den luxemburgischen Landesrekord auf 21,29 Meter geschraubt. „Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft muss ich etwas weiter stoßen“, weiß Bertemes. Über die 100 Meter (10,51 Sekunden) und im Weitsprung (7,50 Meter) hieß der Sieger Maximilian Entholzner (Passau). „Beim Weitsprung hatte ich Probleme mit dem Anlauf und war in der Endphase nicht schnell genug“, so Entholzner, der eine Bestleistung von 7,96 Meter stehen hat.

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