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Leben des Heiligen Wendelin als Musical

Leben des Heiligen Wendelin als Musical

Eine etwas andere Annäherung an den St. Wendeler Stadtpatron bieten Wendalinum-Schüler mit dem Stück „Wunder“.

Am Ende der Uraufführung ergibt sich ein komplexes Bild über das Leben und Wirken des Heiligen Wendelin. Seine Ideen, Aussagen und Lebenseinstellung waren eigentlich immer populär und sind es wohl heutzutage mehr denn je. 70 Minuten zuvor haben am Samstag 200 Besucher gespannt auf die Premiere von "Wunder", der musikalischen Geschichte über das Leben des St. Wendeler Stadtheiligen in der Aula des Gymnasiums Wendalinum gewartet.

Keltisch-irisch angehauchte Folkloreklänge lassen zur "Ouvertüre im Grünen" die Grashalme in Wendelins iro-schottischer Heimat im Winde wehen. Das junge Ensemble der Musikschule im Landkreis St. Wendel (bestehend aus Mitgliedern der Formationen Teenie-Tus und Mini-Big-Band) blökt wie eine große Schafherde: "määäh". Zwei Erzählebenen füllen dazu die Legende Wendelins mit Leben.

Der Dialog zwischen dem Schafhirten (Clemens Brill) und seiner Tochter Wendy (Emma Kneiffel) transportiert seinen Lebensweg in die Gegenwart. Ein zackiger Bläsersatz malt ein Bild von einem Prinzen, der automatisch von Beruf König werden könnte. Doch im goldenen Käfig will er nicht sitzen. "Ich bin kein Prinz, ich werde Wandermönch. Punkt", entscheidet sich Wendelin (Jacob Brill).

Arrangeur Jürgen Brill, aus dessen Feder Text und Musik stammt, drückt die Tasten des Keyboards und Marla Klemms Flötentöne beschreiben bittere Tränen von Mutter Königin.

Eingängige Streichermelodien dominieren auf Wendelins Pilgerreise und tragen den jugendlichen Wandermönch nach Rom und fast wieder zurück nach Irland. Aber er zweifelt noch: "Was soll ich tun, wo soll ich hin, was ist mein Sinn?", singt Louise Zimmermann über einen jungen und noch wankelmütigen Wendelin. Im St. Wendeler Land nimmt er den Job eines Schafhirten an. "Dort hab ich das Gefühl, dass ich hier bleiben muss, das ist es, was man eine Heimat nennt", lautet der Refrain des Liedes "Das ist es".

Und plötzlich erhebt sich eine Musikerin und verkündet durch ein Megafon: "Freiheit" und ein weißer Luftballon steigt wie ein Vogel bis zur Saaldecke auf.

"Das Thema Freiheit war beim Schreiben und Komponieren das Wichtigste für mich", erklärt der Marpinger Musikerzieher Brill hinterher. Auch den Aufstieg des Hirten zum dritten Abt von Tholey hat er jugendsprachlich passend in Szene gesetzt. "Ziemlich steile Karriere", kommentiert Wendy.

Dass Wendelin ohne Papst einfach vom Volk zum Volksheiligen erhoben wird, huldigt das Duett, Louise Zimmermann und Jacob Brill, im Titelsong "Wunder ist, wenn jemand aufsteht und sich selbst beim Namen nennt".

Nach dem "Finale in St. Wendel" hält es das begeisterte Publikum nicht mehr auf seinen Sitzplätzen - es honoriert die Darbietung des Orchesters mit tosendem Applaus. "Die Darstellung Wendelins ist den jungen Menschen fantastisch gelungen", lobt der verzückte St. Wendeler Pastor Klaus Leist.

Wendalinum-Schulleiter Heribert Ohlmann ergänzt begeistert: "Es ist eine gute Idee, die Geschichte der Legende Wendelins auch in der Gegenwart aufzustellen, es macht sie für Kinder und Jugendliche lebendig". Auch der musikalische Leiter Brill hat sich selbst auf dem langen Weg bis zur Fertigstellung des Musikprojekts, wie seinerzeit Wendelin als Sinnsuchender und schließlich Findender gefühlt.

Zum Thema:

Die musikalische Geschichte "Wunder" war Programmpunkt der 14. Kulturwoche der Musikschule im Landkreis St. Wendel. Die Veranstaltungsreihe läuft noch bis zum 8. April. Weitere Aufführungstermine für "Wunder - Musikalische Geschichte über das Leben des Heiligen Wendelin: 5. Juni, Marpingen, Marienverehrungsstätte, Härtelwald und am 21. Oktober während der Wendelinus-Wallfahrtswochen in der St. Wendeler Basilika. www.musikschule-wnd.de