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Landkreis St. Wendel verleiht den Jugendpreis

Jugendpreis in St. Wendel verliehen : Sie wollen nachhaltig in eine bessere Zukunft

Jugendpreis des Landkreises St. Wendel für Fridays-for-Future-Gruppe, Dr.-Walter-Bruch-Schule und Gymnasium Wendalinum.

Jugendliches Engagement wird im Landkreis St. Wendel alljährlich mit der Verleihung des Jugendpreises belohnt. Das 2019er-Motto lautete „Natur und Klima im Einklang“. Dazu waren drei Projekte in den Kategorien schulische und außerschulische Jugendarbeit eingegangen. Alle drei wurden bei der im kleinen Kreis realisierten Preisverleihung für ihre Aktivitäten mit einem Betrag in Höhe von jeweils 500 Euro belohnt.

Im Bereich außerschulische Jugendarbeit räumte die Fridays for Future Ortsgruppe St. Wendel den Preis ab. Erstmals seit vielen Monaten sind die Unterstützer der „Fridays for Future“-Bewegung mit ihren Protesten für eine entschlossenere Klimapolitik nun wieder in großem Stil auf die Straße gegangen. „Die Klimathemen sind von der Corona-Pandemie überholt worden“, meint Aktivist Jeremia Gabriel. In den vergangenen Monaten sei deshalb wenig gelaufen. „Wir wussten ja auch nicht, was wir dürfen und was nicht“, ergänzt Lara Seibert. 2019 organisierten die St. Wendeler gemeinsam mit der Ortsgruppe Birkenfeld eine Demonstration in den Sommerferien und starteten die Aktion Einheitsbuddeln, bei der am Tag der Deutschen Einheit eine Baumpflanzaktion stattfand, die auch auf das Waldsterben aufmerksam machte. „Klimatechnisch sind wir auf dem direkten Weg in den Abgrund“, betont Gabriel.

In der Kreisstadt bemängelte er die fehlenden Radwege. „Das ist ein Thema, das schnell kleingeredet wird“, so Gabriel. Das Preisgeld hat die Ortsgruppe gleich umgesetzt, um die Zugtickets zur Demonstration „Klimastraße“ nach Saarbrücken zu bezahlen. Landrat Udo Recktenwald (CDU) ermuntert die beiden Aktivisten, „weiter der Politik auf den Füßen zu stehen“.

Lokal handeln, global mitbestimmen wollte der zweite Preisträger, das Seminarfach „Nachhaltigkeit“, am St. Wendeler Gymnasium Wendalinum. „Es war ein Selbstexperiment, in dem wir unserer Schule den Müllspiegel vorgehalten haben“, erklärt Maja Andernach. Zunächst seien die durchschnittlichen Abfallmengen, die über den normalen Schulalltag anfallen, evaluiert worden. „Zwei Wochen haben wir dann den Müll gesammelt und gewogen, jedoch hat sich die erste Woche von der zweiten grundlegend unterschieden“, berichtet Schülerin Andernach. In  Woche eins kamen 100 Kilogramm Müll zusammen, der auf dem Schulhof aufgetürmt wurde. „Damit konnten wir die Schulgemeinschaft auf ihren enormen Verbrauch aufmerksam machen“, erklärt Andernach. Nach der zweiten Woche sei der Gruppe dann klar geworden, dass sie mit ihrem Engagement etwas erreicht hatten. „Die Schulgemeinschaft hat es geschafft, ihre Müllproduktion um 32 Kilogramm zu verringern. Ein Erfolg“, freut sich Andernach. Dieses Projekt, kündigt sie an, sei nur der Anfang. „Wir wollen feststellen, ob nachhaltiges Handeln auch in Zukunft nachhaltig in den Köpfen bleibt“, sagt Andernach.

Als drittes Projekt wurde die Unterstufe der Berufsfachschule für Haushaltsführung und ambulante Betreuung der Dr.-Walter-Bruch-Schule (SBBZ) ausgezeichnet. Mit ihren Lehrerinnen Laura Bögel und Claudia Forster-Bard wurde das Projekt „Klimaschutz mit Messer und Gabel“ umgesetzt. Dabei erforschten die Schüler das Thema Lebensmittelverschwendung, außerdem zeigten sie Möglichkeiten auf, diese zu vermeiden. Unter anderem besuchten die Schüler die St. Wendeler Tafel und lernten, aus den gestellten Lebensmitteln Rezepte zu einer nahrhaften Mahlzeit zu verarbeiten sowie diese weiter zu verwerten.

Auch in diesem Jahr können sich engagierte Gruppen wieder für den St. Wendeler Jugendpreis bewerben. Dabei hofft Landrat Recktenwald auf ein größeres Interesse als zuletzt. „Wir hatten schon einmal zwischen zehn und 15 Projekte, mit denen Gruppen sich beteiligt haben“, stellt er fest. Unter dem Motto „Jugend für Offenheit, Toleranz und Solidarität“ können sich Schüler ab Klasse fünf sowie Jugendgruppen von Vereinen, Verbänden und Vereinigungen aus dem St. Wendeler Land noch bis zum 31. Januar 2021 bewerben.