Kuddel hilft am Mischpult aus

Einen berühmten Tontechniker haben die Bands The Sins of my youth und Spirit Wanted bei ihrem Konzert im Impuls-Zentrum in St. Wendel dabei gehabt. Wäre vorher bekannt gewesen, welcher berühmte Musiker da mitkommt, wären wohl noch mehr als die 50 Besucher zum Konzert des St. Wendeler Jugendbüros gekommen.

Vor 25 000 Fans spielten die Toten Hosen vor gut zwei Jahren am Bostalsee - und das zwei Mal. 50 Besucher waren zum Konzert des Jugendbüros St. Wendel ins Impuls-Zentrum gekommen - nichts ahnend, dass zumindest ein Teil der Toten Hosen mit auf der Bühne stehen wird. Aber Gitarrist Andreas, genannt Kuddel, von Holst spielte die zweite Geige. Im Vordergrund stand sein Sohn Tim von Holst, der mit seiner Band The Sins of my Youth auftrat. Zweite Band des Abends war Spirit Wanted aus Tholey.

Die 2015 gegründete Band The Sins of my Youth wurde an diesem Abend unterstützt am Bass von dem Sänger der Argies, David (er verwendet keinen Nachnamen), einer argentinischen Punkrockband (Vorband der Toten Hosen bei mehreren Konzerten in Argentinien) und eben Tims Vater. Dabei war noch etwas ungewohnt: Kuddel spielte keine Gitarre, sondern Cajon, auf Deutsch auch Kistentrommel genannt, ein aus Peru stammendes perkussives Musikinstrument. Bescheiden hielt sich der Gitarrist der Kult-Punkband im Hintergrund, unterstützte seinen Sohn bei Aufbau und Soundcheck. "Das kam sehr sympathisch rüber", sagt dazu Claudia Barth vom Jugendbüro. Sie hat auch die Professionalität des Musikers beobachtet: "Kuddel ist erst zufrieden, wenn der Sound zu 100 Prozent stimmig ist."

Vater und Sohn auf der Bühne

Spirit Wanted rockte die 50 Zuhörer im Impuls-Zentrum.

Auch das Publikum war beeindruckt von der bescheidenen Art von Holsts. Bereitwillig ließ er sich fotografieren, gab Autogramme und behielt stets seine positive Ausstrahlung. "Und man merkt ihm an, dass er sichtlich stolz auf die Arbeit seines Sohnes und dessen Band ist", sagt Barth. Die Musiker von The Sins of my Youth spielten am Halloween-Abend quasi als Vorband von Spirit Wanted und präsentierten eine Setliste von etwa zehn Songs. Tim zeigte dabei sein Talent als Indie-Folk-Sänger mit klarer und kraftvoller Stimme. Die etwa 50 Zuschauer applaudieren entsprechend kräftig nach jedem Song, und die Demo-CDs der Band waren schnell ausverkauft.

Rockig ging es dann an diesem Konzertabend weiter. Die Band Spirit Wanted heizte dem Publikum sowohl mit eigenen als auch mit Cover-Songs ein. Sei es mit "Cello" von Udo Lindenberg oder dem eigen komponierten Song der Band mit dem Titel "Erwachsen" - das Publikum sang kräftig mit. Alle klatschen und tanzen im Takt. Dabei bediente Andreas "Kuddel" von Holst höchstpersönlich das Mischpult; er sprang für Spirit Wanted kurzfristig als Tontechniker ein. So meinte Steffen Jung, Sänger der Band, am Schluss des Konzertes bescheiden: "Einen so berühmten Tontechniker werden wir wohl nie wieder haben."