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Kröten schaffen's unversehrt in ihr Sommerquartier

Kröten schaffen's unversehrt in ihr Sommerquartier

Nach der Premiere im vergangenen Jahr hat auch in der aktuellen Wandersaison ein Schutzzaun an der Straße zwischen Niederkirchen und Werschweiler Frösche und Co. vorm Tod bewahrt. Früher wurden viele Tiere überfahren.

Mildere Temperaturen in der Nacht, dazu teils Regen - das sind die idealen Reisebedingungen für Kröten und Frösche. Mitte Februar war für die Amphibien die Winterruhe vorbei. Es ging auf den Weg zu geeigneten Laichgewässern. Kein ungefährliches Unterfangen. Müssen die Tiere doch häufig Straßen überqueren, die dann zur tödlichen Falle werden können.

Beliebte Wanderroute der Amphibien ist die Verbindungsstraße zwischen Niederkirchen und Werschweiler . Früher - trotz Sperrung - eine Todesstrecke. "Dort sind schon mal in einer Nacht 1000 Tiere totgefahren worden", erinnert sich Peter Volz vom Bund Naturschutz Ostertal (BNO). Doch seit vergangenem Jahr rettet ein Schutzzaun die Tiere. 2015 zählten die Naturschützer 1234 Amphibien . In diesem Jahr sind es sogar 1269. 1111 Erdkröten, 100 Frösche und 58 Molche.

In der Regel gehen die Tiere zwischen 19 und 24 Uhr auf Wanderschaft. An der Straße zwischen Niederkirchen und Werschweiler war dann erstmal am Schutzzaun Endstation. Dort landeten sie in Fang-eimern und mussten ein paar Stunden ausharren, ehe sie Naturschützer am nächsten Morgen sicher zu ihrem Laichgewässer brachten. Jede Woche füllten die Helfer einen Papierbogen aus, auf dem Wetter, Temperatur und Zahl der geretteten Tiere für jeden Wochentag erfasst wurden.

Jetzt, Mitte April, ist die Reisezeit nach Einschätzung von Volz zu Ende. Die geretteten Tiere freuen indes nicht nur die Naturschützer , sondern auch die angesiedelten Störche, für die die Amphibien neben Reptilien und Mäusen eine Nahrungsgrundlage sind. 3000 bis 6000 Eier produziert ein Krötenweibchen beim Laichen. Doch nur wenige Kaulquappen erreichen am Ende die Geschlechtsreife. Der große Rest wird zuvor gefressen oder überfahren.

Das Paarungsspiel von Kröten beginnt meist schon während der Wanderung. Dann lässt sich das Männchen huckepack von der Auserwählten zum Gewässer tragen. Im Doppelpack brauchen die Tiere zehn Minuten um eine 7,50 Meter breite Straße zu überqueren. Vom Winter- ins Frühlingsquartier nehmen die Tiere eine Strecke von bis zu zwei Kilometern auf sich.