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Kristin Backes aus Oberlinxweiler zur Musical-Newcomerin des Jahres gewählt

Musical-Auszeichnung : „Das ist für mich ein Riesen-Geschenk“

Musical-Darstellerin Kristin Backes aus Oberlinxweiler landete bei einer Newcomer-Wahl ganz vorne.

Ein Glücksmoment mitten in der Krise, die gerade vielen Schauspielern und Künstlern die Sorgenfalten ins Gesicht treibt: Kristin Backes aus Oberlinxweiler ist bei der Internetplattform Musical 1 zur beliebtesten Newcomerin gewählt worden. „Ich bekomme so viele Glückwünsche; so langsam wird es für mich Realität, aber so ganz glauben kann ich es noch nicht“, beschreibt die 22-Jährige im Gespräch mit der SZ ihre Gefühlslage. Als dieser Tage die ersten Glückwünsche durchs Netz gingen, glaubte die Musical-Darstellerin zunächst an einen Fehler. „Ich wusste damit nichts anzufangen“, sagt sie. Erst, als ihre Mutter ihr eine Nachricht mit dem Ergebnis der Wahlen als Screenshot schickte, wusste sie, was los ist.

„Für mich ist das eine Riesen-Wertschätzung meiner Arbeit“, freut sie sich. Zumal bei der Abstimmung in diesem Jahr erstmals nicht nur die Fans ihren jeweiligen Liebling wählen durften, sondern auch Musical-Experten ein gehöriges Wort mitzureden hatten. „Das ist für mich ein Riesen-Geschenk, ich bin froh und dankbar“, so Backes. Und die Auszeichnung zeige, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Auf den Plätzen zwei und drei folgen übrigens Judith Caspari und Isabella Dartmann. Bei den männlichen Kollegen siegte Felix Heller vor  Alexander Auler und Simon Stockinger. Bei den etablierten Kollegen landeten Jan Ammann und Sabrina Weckerlin ganz vorne. Die beliebtesten Long-Rund-Musicals sind „Anastasia“, „Der König der Löwen“ und „Tina“. Bei den Short-Run-Stücken ist „Die Päpstin“ gleich auf den ersten beiden Plätzen vertreten: Auf Platz eins die Inszenierung aus Fulda, auf Platz zwei die in Füssen, in der auch Backes alternierend die Titelrolle spielte.

Das Stück würde eigentlich ab Mai wieder auf dem Spielplan stehen. Aber im Festspielhaus in Füssen weiß man derzeit auch nicht, wie es weitergeht. Seit Ostern hätte das Team im Festspielhaus wieder regulär und regelmäßig gespielt. Und das bis November. „Ludwig 2“ hätte zunächst auf dem Spielplan gestanden, mit der St. Wendelerin als Elisabeth oder Sophie von Bayern. Doch daraus wurde nichts. Corona legt den Spielbetrieb in allen Theatern lahm.

Dabei trifft es Kristin Backes nicht ganz so hart wie viele ihrer Kollegen. Denn sie ist fest angestellt. Derzeit ist auch im Festspielhaus Kurzarbeit angesetzt. Davon ist auch die Sängerin betroffen. Aber ihr Job in Füssen ist dreigeteilt. Sie steht nicht nur an den Wochenenden auf der Bühne, sie unterrichtet außerdem  in der angegliederten Muscial-Akademie, vorwiegend Gesang. Aber wenn die Tanzlehrerin ausfällt, „dann biete ich auch mal einen Hip-Hop-Workshop an“. Außerdem arbeitet sie im Produktionsbüro, plant bei Gastauftritten Hotels und welcher Darsteller wie und wann spielen kann. Darüber hinaus kümmert sie sich um Social Media. So auch derzeit. Sie sitzt also mehr vor dem Computer, als dass sie auf der Bühne steht.

So ganz hat sie sich aber auch in Corona-Zeiten nicht von der Bühne verabschiedet. Denn sie nutzt die spielfreie Zeit, um sich weiterzubilden. „Ich lerne gerade das Steppen“, erzählt sie. Und auch am Vertikaltuch trainiere sie. Auf der Probenbühne, gemeinsam mit einer Choreografin – mit genügend Abstand, versteht sich. So gesehen und verglichen mit anderen, selbstständigen Künstlern, sagt Kristin Backes: „Ich hab es noch relativ gut getroffen in der Krise.“

 Kristin Backes ist im Festspielhaus in Füssen auch als Kaiserin Elisabeth in „Ludwig2“ zu sehen.
Kristin Backes ist im Festspielhaus in Füssen auch als Kaiserin Elisabeth in „Ludwig2“ zu sehen. Foto: Michael Böhmländer

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