Kreisstadt St. Wendel erstellt Vorsorgekonzept für Unwetterereignisse

Kostenpflichtiger Inhalt: St. Wendel entwickelt Schutzkonzept : Projekt in Sachen Hochwasser gestartet

Die Kreisstadt St. Wendel erstellt bis 2021 für alle 16 Stadtteile ein Vorsorgekonzept für Unwetterereignisse mit Starkregen.

Hochwasser- und Starkregenereignisse, so wie sie im Juni 2018 in St. Wendel vorgekommen sind, sind nicht zu verhindern. Mehr als 300 Haushalte waren damals von den heftigen Regenfällen betroffen. Bis 2021 wird nun ein Vorsorgekonzept für Hochwasser und und Starkregen für alle 16 Stadtteile erstellt. Mehr als 100 Bürger waren zur Vorstellung des Projektes in das Kulturzentrum nach Alsfassen gekommen.

„Das Ergebnis wird sein, dass wir für alle Gewässer Hochwasser- und Starkregen-Gefahrenkarten haben, aus denen ersichtlich ist, wie man sich im Fall der Fälle verhalten muss, aus Sicht der Kommune und der Bürger, die in den gefährdeten Bereichen wohnen“, erläutert Bürgermeister Peter Klär (CDU). Dabei gehe es in erster Linie um Information, Aufklärung und Vorsorge. Über den Zeitraum von zwei Jahren will die Stadt zusammen mit dem Ingenieurbüro Proaqua und der Bevölkerung Karten für die gefährdeten Gebiete ausarbeiten und Maßnahmen entwickeln. Solche Karten existieren bereits für Blies, Oster und den Todbach. Dazu werden momentan Gewässer vermessen, die in der Vergangenheit häufiger von Starkregenereignissen oder Hochwasser betroffen waren wie der Johannesbach, Hofbach, Steinigtenbach und Wurzelbach. Der Oberlinxweiler Ortsvorsteher Jörg Birkenbach (SPD) ergänzt die Liste noch. „Der Keimbach kommt bei uns vom Krankenhaus runter. Bei Hochwasser staut sich das kleine Bächelchen sehr stark, fließt in die Blies, wird dann zurückgestaut, und dementsprechend ist das Gebiet Spiemont oft überflutet und die Straße an der alten Römerbrücke nicht zu passieren“, berichtet der Ortschef.

Auch der Stadtteil Urweiler hat 2018 teilweise unter Wasser gestanden. „Mit kleinen Maßnahmen wie Begradigungen und Dämme bauen, könnte man das Wasser im Steinigtenbach zurückhalten, dass es nicht bis nach St. Wendel läuft“, schlägt der Urweielr Ortschef Peter Zeyer (CDU) vor.

Saar-Umweltstaatssekretär Sebastian Thul (SPD) überreichte Peter Klär symbolisch einen Scheck. . Foto: Frank Faber
Starkregen, wie hier in Alsfassen, lässt Autos zu Booten  werden. Ein Konzept soll die Hochwasser-Lage koordinieren helfen. Foto: Julius Dillinger

Nach der Kartenerstellung folgen acht Workshops, Bürgerversammlungen und Ortsbegehungen. „Der Bürger hat die besten Ortskenntnisse, er weiß, was ihm beim letzten Hochwasser passiert ist“, sagt Carlos Rubin, Geschäftsführer der Aachener Ingenieurgesellschaft Proaqua. Doch dies sei aus seiner Sicht bisher immer stiefmütterlich behandelt worden. „Die Konzepte wurden immer vom Planungstisch gemacht und mit wenig Beteiligung der wirklich Betroffenen. Jetzt wird der Bürger praktisch mit reingeholt, er soll seine Ideen mal darlegen“, erläutert Rubin. Sein Büro und die Stadtverwaltung prüfen dann die Umsetzbarkeit der Bürgeranliegen und erstellen abschließend einen Maßnahmenkatalog, mit dem die Stadt konkrete Schutzprojekte angehen will. Das Vorsorgekonzept kostet rund 250 000 Euro, wovon das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz 90 Prozent trägt.

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