1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Kreativworkshop zu Halloween gehörte zum Ferienprogramm in St. Wendel

Kreativwerkstatt in St. Wendel : Totenköpfe, Mumien und ein Grusel-Gemälde

Zum Ferienprogramm der Stadt St. Wendel gehört auch ein Kreativ-Workshop zum Thema Halloween.

Während die achtjährige Luisa aus St. Wendel eine schwarze Fledermaus mit beweglichen Flügeln bastelt, verwandelt gleich nebenan die zwölfjährige Sarah, ebenfalls aus der Kreisstadt, ein Marmeladenglas mithilfe von Verbandsmull und Heißklebepistole in ein Mumienwindlicht. Mit Mund-Nasen-Schutz und bei weit geöffneten Fenstern leben die fünf Teilnehmerinnen im Alter von acht bis 13 Jahren an diesem Montagvormittag im Kultur- und Bildungszentrum Impuls ihre künstlerische Ader aus: „Der Termin ist zeitlich so angelegt, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, alle Stationen zu durchlaufen. Dies gilt natürlich nur, sofern sie das auch möchten“, sagt Janine Bellmann, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt St. Wendel.

Beim Kreativworkshop, den das Kinder- und Jugendbüro der Kreisstadt gemeinsam mit der Suchtberatungsstelle Knackpunkt und dem Familienberatungszentrum St. Wendel Süd veranstaltete, wurde an fünf Stationen gebastelt, genäht und gemalt.

Bellmann berichtet weiter, dass beim Ferienprogramm in diesem Herbst vier verschiedene Aktivitäten angeboten werden. Im Sommer habe man coronabedingt nur ein eingeschränktes Programm realisieren können. Denn lange Zeit war unklar gewesen, ob solche Veranstaltungen überhaupt möglich sein würden.

Im Herbst nun finde das Ferienprogramm im üblichen Umfang statt. Neben der Halloween-Kreativwerkstatt gibt es eine Halloween-Nachtwanderung, einen Skateboard- und Inliner-Workshop sowie 3D-Bogenschießen. Bei den beiden letztgenannten Angeboten müsse ein kleiner Kostenbeitrag erhoben werden, da externe Trainer zum Einsatz kommen. Die Erziehungswissenschaftlerin bekräftigt aber, dass man die Kosten so gering wie möglich halte: „Wir versuchen immer, günstig zu bleiben, denn wir wissen, dass das Geld sonst bei mehreren teilnehmenden Kindern aus einer Familie knapp werden kann. Schon bei der Planung überlegen wir daher, was wir noch an Material da haben und versuchen dieses zu verwerten. Spenden sind uns daher immer willkommen.“

Bei den Vorüberlegungen, die dem Ferienprogramm voraus gehen, ist auch Eric Baumann, Netzwerker beim Familienberatungszentrum St. Wendel Süd, mit im Boot. Gerade erhitzt er eine in Würfel geschnittene fertige Glycerin-Seifenmasse, um diese zu verflüssigen. Die entstandene Flüssigkeit wird dann von den Heranwachsenden eingefärbt und zu Stern-Lollipops, Blümchen oder Totenköpfen geformt. Sarah, die mittlerweile zu dieser Station vorgerückt ist, entscheidet sich entsprechend der Themenvorgabe Halloween für schwarze Totenköpfe.

Schon nach kurzer Auskühlungszeit präsentiert sie den anderen Teilnehmerinnen stolz ihre sehr plastisch wirkenden Seifen. Bei der Station Kirschkernkissen hat sich die elfjährige Joline aus Niederlinxweiler gerade schwarzen Stoff mit weißen Punkten ausgesucht. Den schneidet sie nun aus. Beim Nähen mit der Nähmaschine steht ihr Michaela Polka von der Suchtberatungsstelle Knackpunkt zur Seite: „Wenn die erste Hürde genommen ist, klappt das bei den meisten mit der Nähmaschine ganz gut. Es braucht Koordination, um parallel das Fußpedal zu bedienen und gleichmäßig zu nähen. Und Kinder haben auch noch den Anspruch, dass es gleich schön sein soll“, erklärt die Jugend- und Heimerzieherin. Bei Joline ist das Kirschkernkissen nahezu perfekt gelungen und wird jetzt mit Kirschkernen gefüllt. Dann näht sie auch noch die letzte Seite zu.

Janine Bellmann ist glücklich, dass man kürzlich eine eigene Nähmaschine anschaffen konnte: „Das erleichtert vieles. Wir müssen kein Gerät mehr ausleihen oder mitbringen, und dieses Modell ist sehr einfach, robust und kindgerecht.“

Das 13-jährige Geburtstagskind Jana aus St. Wendel geht indes ganz in der Malerei auf. Mit augenscheinlicher künstlerischer Begabung kreiiert sie eine nächtliche Landschaft, in deren Vordergrund eine weiße Gestalt zu sehen ist, die einen Teddybär an der Hand hält. Alle sind sich einig, dass das Bild sehr gelungen ist. Eric Baumann lobt zudem, dass er es gruselig findet.

Die zwölfjährige Sarah präsentiert stolz ihre schwarze Totenkopf-Seife. Foto: Jennifer Fell
Michaela Polka hilft der elfjährigen Joline beim Umgang mit der Nähmaschine. Foto: Jennifer Fell
Janine Bellmann hilft Luisa bei der Gestaltung eines Mumienwindlichts. Foto: Jennifer Fell

Als der zweieinhalbstündige Halloween-Workshop vorüber ist, haben alle Teilnehmerinnen reichlich Kreatives geschaffen, das sie stolz mit nach Hause nehmen. Wie die Kinder- und Jugendbeauftragte Janine Bellmann berichtet, sind alle Veranstaltungen des Ferienprogrammes bereits ausgebucht: „42 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 13 Jahren haben sich angemeldet, bei den meisten Aktivitäten gibt es sogar zusätzlich noch eine Warteliste.“