1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Kranzniederlegung am 9. November in St. Wendel

Kranzniederlegung in St. Wendel : Die Gräueltaten niemals vergessen

Seit 2009 legt Landrat Udo Recktenwald (CDU) jedes Jahr am 9. November am einstigen Standort der St. Wendeler Synagoge in der Kelsweilerstraße einen Kranz nieder.

Coronabedingt fand die Kranzniederlegung dieses Jahr ohne Gäste statt. „Die Kranzniederlegung ist ein wichtiger Mosaikstein der Erinnerungskultur in unserem Landkreis, die sich verantwortungsvoll mit der NS-Vergangenheit der Region auseinandersetzt und den Opfern würdig gedenkt“, sagte der Landrat. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist das Vergessen. Und wir dürfen die Ereignisse nicht vergessen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung um sich greifen, ist es umso wichtiger, deutlich zu machen, dass sich derartiges nie mehr wiederholen darf, dass wir alles dafür tun müssen, die Demokratie zu stärken.“

Am 9. November 1938 wurden im Deutschen Reich Synagogen geschändet, geplündert und angezündet, Geschäfte ausgeraubt, jüdische Mitbürger verhöhnt und inhaftiert. Die St. Wendeler Synagoge wurde am 10. November 1938 von Angehörigen der Hitlerjugend verwüstet, dann von SA-Leuten in Brand gesetzt, teilt ein Sprecher des St. Wendeler Landratsamtes mit. Seit 1981 erinnert eine Gedenktafel am einstigen Standort der Synagoge an die Ereignisse, seit 2016 eine Gedenkstele.

Die Erinnerung an die Gräueltaten und das Engagement des Landkreises wider das Vergessen waren auch Themen in der anschließenden Kreistagssitzung am Montag. Ein ausführlicher Bericht folgt.