Kontinuiät mit neuen Akzenten

Am 12. November habe eine neue Zeitrechnung begonnen, sagte Peter Klär bei der CDU-Delegiertenversammlung am Donnerstagabend in Bliesen. Seit der Vereidigung Klaus Bouillons zum Innenminister ist der Chefsessel im St. Wendeler Rathaus frei. Auf dem möchte künftig der Erste Beigeordnete Platz nehmen. Spitzenkandidat der CDU ist er. Klär erhielt von 104 abgegebenen Stimmen 100 Ja-Stimmen, ein Nein und drei Enthaltungen.

In einer Stimmung zwischen dem bewundernden Blick zurück und der Vorbereitung auf das Neue ging die Delegiertenversammlung der St. Wendeler CDU im Gemeindezentrum in Bliesen über die Bühne. "Ich erwarte, dass Peter das gleiche Ergebnis kriegt wie der Kandidat von der SPD ". Damit gab Klaus Bouillon am Donnerstagabend die Marschrichtung vor. Doch damit nicht genug: Der Innenminister bestimmte auch das Tempo der Versammlung. Ein Anschlusstermin saß ihm im Nacken. Deshalb musste es wie gewohnt schnell gehen. Die Tagesordnung wurde kurzerhand umstrukturiert. In Saarbrücken habe ihm sein Tempo bereits einen neuen Spitznamen eingebracht: Tsunami. ´Und so ging er dann auch als Erster ans Rednerpult und sprudelte drauf los. "Es ist mein Wunsch, dass Peter Klär mein Nachfolger wird. Ich kenne ihn seit 30 Jahren [....] und weiß, dass er das kann". Bouillon bat die Delegierten, Klär nicht mit ihm zu vergleichen. Jeder habe einen anderen Arbeitsstil. "Begleitet ihn und helft ihm".

Bei der ersten Bewährungsprobe standen die Delegierten Peter Klär schon einmal bei. Als Bouillon schon längst wieder in Saarbrücken war, gaben 100 CDUler dem Bürgermeister-Kandidaten ihre Stimme. Damit folgten sie zwar nicht hundertprozentig den Vorgaben ihres ehemaligen Bürgermeisters, aber sein Tempo behielten sie bei. In nur eineinhalb Stunden war die Sitzung vorbei, die Weichen für den Wahlkampf gestellt.

Peter Klär, ein Kind St. Wendels, wie er selbst sagte, erinnerte in seiner Ansprache an das Stadtbild vor 30 Jahren und vor Bouillon . Er zählte die Veränderungen auf, die Vorteile, mit denen St. Wendel inzwischen wuchern kann: attraktive Innenstadt, gut ausgebaute Stadtteile, Arbeitsplätze, Kindergärten, Sportanlagen, Veranstaltungen, lebendige Vereinslandschaft. "Wenn man ein gutes Haus übernimmt, wäre man schlecht beraten, das nicht so weiterzuführen", verprach Klär Kontinuität. Fügte aber auch hinzu: "Ergänzend zum Bewährten müssen neue Akzente gesetzt werden". Als Beispiel nannte er die Integration des neuen Rathauses in die Innenstadt. Außerdem gelte es, Ideen zu entwerfen, die Stadt im Hinblick auf die demografische Entwicklung lebensfähig zu erhalten. "Bürgermeister für St. Wendel sein - das mus man leben, das muss man wollen."

Klär will, aber ob er als Chef ins St. Wendeler Rathaus einziehen darf, das entscheiden die Wähler am 15. März. "In etwas mehr als 100 Tagen stehen zukunftsweisende Wahlen an - in der Stadt und im Kreis", leitete Landrat Udo Recktenwald den Countdown ein und erinnerte am seine eigene Herausforderung. Es seien keine Wahlen , die von vorneherein entschieden sind, mahnte Recktenwald. "Wir wollen gewinnen, aber dazu müssen wir die Ärmel hochkrempeln", so der Landrat. Ein hervorragendes Team stünde bereit. Und ging es nach ihm, so gebe es auch nach dem 15. März "Politik aus einer Hand" in der Stadt und dem Kreis von "Zweien, die sich blind verstehen."

Kurze Seitenhiebe verteilten Klär und Recktenwald schon einmal einträchtig in Richtung SDP-Stadtverband und deren Kandidaten Torsten Lang. Sie hatten Klär kritisiert, da er bei einer Demo aller saarländischen Bürgermeister in Saarbrücken nicht dabei war. "Wir haben Bouillon als Innenminister . Da gelingt es uns bestimmt an Gelder ranzukommen, ohne die Trillerpfeife in den Mund zu nehmen", bemerkte Klär. Recktenwald stärkte seinem Parteikameraden den Rücken, indem er sagte, dass Klär mit Ministern Dinge beredet. Seine Zeit sei so besser investiert als mit Schildern durch die Franz-Röder-Straße zu ziehen.

Zum Thema:

Zur PersonPeter Klär ist 53 Jahre alt, lebt in der Kernstadt, ist verheiratet und hat drei Töchter. Seit zehn Jahren ist der Diplom-Verwaltungswirt Abteilungsleiter für den Sport im Innenministerium. Seit 1984 gehört der Christdemokrat dem St. Wendeler Stadtrat an, seit zehn Jahren ist er Beigeordneter, also ein Vertreter des Bürgermeisters. red