Kolumne: Auf der Suche nach Gestaltern

Unsere Woche : Auf der Suche nach Gestaltern

Rückblicke, Bilanzen, Vergleiche, Stolz auf Erreichtes, aber auch Standortbestimmung mit Plänen und Visionen für die Zukunft – das alles präsentieren Kommunalpolitiker Jahr für Jahr bei Empfängen.

Jeder thematisiert dabei die Einwohnerstatistik, die fast überall ein Ungleichgewicht der Geburts- und Sterberaten sowie der Zu- und Abwanderung im ländlichen Raum offenbart. Um dem entgegen zu wirken, haben sich vielerorts Politiker so ihre Gedanken gemacht und auch schon einiges umgesetzt. Dabei geht es sowohl darum, Mitstreiter zu umwerben, die bei der Gestaltung ihres ländlichen Wohn- und Lebensumfeldes selbst aktiv werden wollen, als auch darum, Bürger für die Probleme in der eigenen Umgebung überhaupt zu sensibilisieren.

Beide Schritte sind nicht leicht anzugehen, schon gar nicht im Wahlkampf.  Denn dort besteht die Gefahr, vor lauter selbstzufriedener Nabelschau oder parteibegrenzter Egoismen zu verhindern, ein gemeinsames Ziel auszumachen, jenseits von Status, Religion oder politischer Ansicht. Das kann nur bedeuten, die unterschiedlichsten Menschen zusammen und miteinander zum Reden zu bringen. Orte zu schaffen, die dies ermöglichen.

Sich gemeinsam um Verbesserungen, zum Beispiel im ÖPNV, einzusetzen, ja, auch mal Politikern auf die Sprünge zu helfen, zu protestieren, und das nicht anonym in den sozialen Medien sondern ganz offen.   Um ein weiteres Ausdünnen der Landbevölkerung zu stoppen, kann so eine tolerante, offene Lebensgemeinschaft entstehen, die das Leben auf dem Land für junge Menschen und Familien attraktiver macht.

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