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Klimastreik: "Fridays for Future"-Demo in St. Wendel – samt Schweigeminute

„Fridays for Future“ demonstriert in St. Wendel : Klimastreik im Saarland – „Wer die Umweltprobleme nicht ernst nimmt, ist selber eines“

Die Ortsgruppe von „Fridays for Future“ hat am Freitag in St. Wendel demonstriert. Was sich die Schülerinnen und Schüler gerade im Hinblick auf die Wahl von ihrem Protest erhoffen.

 Zwei Tage vor der Bundestagswahl sind am Freitag in St. Wendel 50 Klimaschützer dem Aufruf von „Fridays for Future“ (FFF) zu einer Demonstration für wirksame Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise gefolgt. Sie haben sich im Stadtpark versammelt, von wo aus der Demonstrationszug unter dem Motto „Klima für alle“ dann durch die Innenstadt gezogen ist.

„Die Umwelt ist schon wichtig. Die Leute sollen keine Partei wählen, die nichts für die Umwelt tut, sodass es noch drastischere Folgen hat“, sagt Schülerin Pauline, ehe es losgeht. Lara hofft, „dass der Klimastreik noch ein paar Wähler umstimmen kann“. Hanna ist zum ersten Mal bei einer FFF-Demo dabei und will ihre Erfahrung sammeln. Die Mädels haben sich allesamt in der Schule abgemeldet. „Wir dürfen zwar noch nicht wählen, aber alle Parteien haben ihre Vor- und Nachteile, ohne dass sie richtig gut sind“, bewertet Lara die Parteienlandschaft. Dann verteilen Jeremia Gabriel und Sam Kopp von der St. Wendeler Ortsgruppe die grünen Fahnen, der Song „Du schreibst Geschichte“ von der Band Madsen dröhnt aus einem Lautsprecher.

„Wer die Umweltprobleme nicht ernst nimmt, ist selber eines“, steht auf einem Plakat. Und schon ziehen die Klimaschützer über den Bürgersteig in der Bahnhofstraße los. Der Schlachtruf „Ich sag Kohle, ihr sagt stopp“ oder die Forderung „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle“ schallt anderen Passanten und den Autofahrern entgegen. Auf dem Schlossplatz wird es richtig laut. Mit Sprechgesängen machen die Demonstranten auf den Klimaschutz aufmerksam. „Kohle-Konzerne baggern in der Ferne, zerstören unsere Umwelt für nen Batzen Geld“ intoniert Vorsprecher Sam Kopp ins Mikrofon. Wie ein Chor wiederholen die Demonstranten den Refrain.

Dann hält Jeremia Gabriel den Zug an, und alle legen sich in der Schlossstraße zur „Schweigeminute für den Artenschutz“ auf den Asphalt. „Und wir singen im Atomschutzbunker, hurra die Welt geht unter“, ertönt dann der K.I.Z-Klassiker.

„Busse und Bahnen kosten viel zu viel Geld“, findet Friederike Gabriel, und ein weiterer Klimaschützer hält sofort ein Plakat mit der Aufschrift „Freier ÖPNV für alle“ hoch. Auf der Mott ist dann Endstation für den Demozug. Ein älterer Herr lässt sich das Mikrofon geben und sagt: „Es ist ganz toll, dass die Jugend die Demonstration organisiert hat“. Zudem bekennt ein 85-jähriger Senior, dass er früher nichts für den Klimaschutz getan habe und nun Mitschuld an der Klimakrise trage. Jeremia Gabriel von der St. Wendeler FFF-Ortsgruppe zeigt sich beeindruckt: „Es war ganz toll, dass sich neben den jungen Leuten auch viele ältere Menschen angeschlossen haben.“

Für die Ortsgruppe geht es dann zum Zug und mit der Kundgebung auf dem Landwehrplatz weiter. „In St. Wendel haben wir einen tollen Einstieg gehabt, jetzt freuen wir uns auf Saarbrücken“. In mehr als 470 Städten hat die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ am Freitag demonstriert. Ihr ist es gelungen, Klimaschutz zum bestimmenden Wahlkampf-Thema zu machen.

Die Bewegung besteht darauf, dass sich Deutschland an den Pariser Klimavertrag hält. Konkret fordern die Aktivisten, dass alle durch Menschen verursachten Treibhausgase bis zum Jahr 2035 ausgeglichen werden. Dann solle der Strom komplett aus erneuerbaren Quellen kommen. Der Kohleausstieg müsse auf das Jahr 2030 vorgezogen werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Globaler Klimastreik – 50 junge Demonstranten ziehen durch St. Wendel