1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Kleine Geister und der Krachmaschinenspuk

Kleine Geister und der Krachmaschinenspuk

Bliesen. Ein Skelett und ein altes Gemäuer, umherliegende Knochen und eine gespenstische Ahnengalerie, ein Unheil verkündender Vogel und eine Turmuhr, die wenige Minuten vor Mitternacht zeigt. Schloss Eulenstein ist geistertauglich ausgestattet, ein idealer Ort für die Gespenster. Und die lassen nicht lange auf sich warten

Bliesen. Ein Skelett und ein altes Gemäuer, umherliegende Knochen und eine gespenstische Ahnengalerie, ein Unheil verkündender Vogel und eine Turmuhr, die wenige Minuten vor Mitternacht zeigt. Schloss Eulenstein ist geistertauglich ausgestattet, ein idealer Ort für die Gespenster. Und die lassen nicht lange auf sich warten.Weißgewandet und mit bleichen Gesichtern rudern sie mit den Armen und rufen ständig Huhuhu. Die Uhr rückt auf zwölf vor, es donnert und tost durch das Schloss. "Um Mitternacht ist Geisterstunde auf Schloss Eulenstein", beginnt der erste Song. Er gibt das Signal zu einem Grusical, das der Kinderchor der VielHarmonie unter Christoph Demuth einstudiert hat und das so recht nach dem Geschmack der Kleinen ist und auch dem Publikum gefällt. Bevor die Handlung beginnt knarzt eine Tür, Wasser gluckert, Ketten rasseln und das Skelett bewegt sich. "Geisterstunde ist die schönste Stunde", frohlocken die Minigespenster. Dann kommt Schlossherr Karl von Radau (Julian Rohlinger) auf die Bühne. Würdevoll und textsicher befiehlt er den Geistern, was um Mitternacht zu tun ist. "Und außerdem ist heute ein ganz besonderer Tag", verkündet er herrscherlich und meint damit den 1000. Geburtstag des Flaschengeistes (Malin Maas).Schauriges VergnügenDer ist ganz blau und bekommt eine neue goldene Flasche geschenkt. "Darin kann ich es mir so richtig bequem machen", piepst der Geist. Plötzlich kommt noch eine Gratulantin, eine giftgrüne Hexe mit Zauberhut, die eine Krachmaschine vor sich her schiebt. Wenn sie an der Kurbel dreht, knackt und rasselt es, Dosen scheppern und Glocken bimmeln.Freudig besingt der Chor das Wunderding: "Oben ragt ein Windrad raus, das dreht die Windturbine, so geht die Kraft ihr niemals aus, der großen Krachmaschine." Jetzt ist der Spuk im Schloss perfekt. Mit ihren Lärminstrumenten mischen sich die Gespenster unter das Publikum, tanzen und schneiden Grimassen. Nachdem das Kettenrassel-Huhulied mit Zischen, Krachen und Wändewackeln verklungen ist, naht Unheil in Gestalt des Fritz Rabatz von Ach und Krach (Max Rausch-Dupont). Er hat zwar Schlossverbot, weil er vor 138 Jahren den Kronleuchter kaputt gemacht hat. Trotzdem kommt er. Mit dem Trommellied wird der Fabrikant von Geistersachen nicht gerade freudig begrüßt. "Ich will die Krachmaschine und zwar sofort", schreit er in die Runde. Mit "Akrakadabra, drei Zehen Knoblauch" und mit viel Nebel lässt die Hexe einen Zauber los. Am Ende bekommt der Rabatz-Mann die Maschine doch nicht, nur ihre Baupläne. Die Hexe wird Generaldirektorin seiner Fabrik. Nun geht die Geisterparty erst richtig los. Die Geister jubeln "Jetzt wird gefeiert auf Schloss Eulenstein. Wir tanzen fröhlich hier bei Saft und Rübenbier." Erst als es bereits dämmert, ist alles vorbei. Mit dem Grusical hatte der Kinderchor, der vorher zum Gesangverein gehörte, seinen ersten großen Auftritt. Er wurde ein schaurig-schönes Vergnügen und war ein Beweis dafür, wie man die Kleinen aus ihren Reserven lockt und ihre musikalischen Talente aus der Dämmerung des Schlosses ans Tageslicht fördert. Jan Mohr, Chantal Wagner und Laura Klein waren die Sieger des Malwettbewerbs, zu der die Bliesener Grundschule im Vorfeld des Grusicals eingeladen hatte.

Auf einen BlickDie Mitwirkenden bei der "Geisterstunde auf Schloss Eulenstein": Alin Scheid, Julia Wegmann, Joana Meinert, Jule Berlich, Julius Kuhn, Matthias Demuth, Leon Bechtel, Marie Groß, Rouven Schön, Elisa Althaus, Katharina Paulus, Johannes Demuth, Laura Maldener, Emma Kneifel, Tobias Bild, Max Rausch-Dupont, Laura Müller, Laura Rausch-Dupont, Julian Rohlinger, Julia Rauber, Michelle Biehl, Malin Maas, Louisa Schlich und Isabel Morsch. gtr