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Kita-Umbau ist beschlossene Sache

Kita-Umbau ist beschlossene Sache

Die Erweiterung zum Nulltarif erfreut die Kirchengemeinde, denn die Kosten 1,5 Millionen Euro tragen Land, Kreis, Stadt und das Bistum.

Erweiterungsbau für elf Krippenplätze in der Niederlinxweiler Kindertagesstätte St. Martin zum Nulltarif kontra Erhalt des sanierungsbedürftigen Pfarrsaals: Darüber diskutierten am Montag 100 Mitglieder der Kirchengemeinde St. Martin in Niederlinxweiler. Eigentümer des im Jahre 1970 errichteten Gebäudes ist die Kirchengemeinde. Nach sachlichen Wortmeldungen haben die Pfarrangehörigen einstimmig für den Erweiterungsbau votiert. Im Anschluss daran entschied der Verwaltungsrat einstimmig, die Krippe auszubauen. Da der nun beschlossene Kita-Umbau nur im Gesamtkomplex möglich ist und dadurch den Pfarrsaal berührt, war der Kirchenverein mit dem Vorhaben zunächst nicht einverstanden. Deren Vorsitzende Margarethe Stitz argumentierte: "Wir haben für unsere Zwecke keinen vergleichbaren Raum mehr". Es stünde ein Angebot für wenige Kinder gegenüber dem Bedarf einer ganzen Kirchengemeinde, beanstandeten überwiegend ältere Mitglieder der Kirchengemeinde im Vorfeld und teilweise während der Versammlung. "Der Pfarrsaal ist für sie eine emotionale Geschichte", bat Moderator Hennig Gramlich um Verständnis und steuerte die Diskussion auf eine objektive Ebene.

Neben pfarrlichen und kulturellen Veranstaltungen wird der Saal, um in den Wintermonaten die Heizkosten in der Pfarrkirche zu reduzieren, auch für die Montagsgottesdienste genutzt. Allerdings ist der Raum inklusive Küche und der sanitären Anlagen sichtlich in die Jahre gekommen. Laut des St. Wendeler Pastors Klaus Leist müsste die Kirchengemeinde für eine Sanierung einen Betrag von 100 000 Euro plus X hinlegen. "Die Kirchengemeinde ist nicht imstande so viel Geld aufzubringen, ein Darlehen wird die Diözese nicht geben", versicherte Leist. Dagegen bedeutet der Kita-Erweiterungsbau zum Nulltarif für die klamme Kirchengemeinde ein Geschenk für die nächsten 25 Jahre. Die Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro werden von Land, Kreis, der Stadt St. Wendel und dem Bistum Trier übernommen. "Diese Chance darf man doch nicht einfach verstreichen lassen. Wenn die neue Krippe nicht gebaut werden kann, ist die Kita gefährdet", befürchtete ein Gemeindemitglied. Es sei eine Ohrfeige für die Eltern, stellte ein Pfarrangehöriger fest, wenn man jetzt kneifen würde.

Der St. Wendeler Architekt Klaus-Peter Thewes präsentierte drei mögliche Bauvarianten, bei denen jeweils ein Raum sprich Pfarrsaal-Ersatz integriert wird. "Der Raum kann dann weiter von der Kirchengemeinde mitbenutzt werden", stellte Kita-Leiterin Andrea Tchida in Aussicht. Des Weiteren, so der Pastor, soll die bestehende Kooperation mit der evangelischen Kirche noch vertieft werden und zudem würde das Dorfgemeinschaftshaus ein weiteres Platzangebot bieten. "Die Bedürfnisse der Kinder und der Frauengemeinschaft stehen einander nicht im Wege", resümiert die Kirchenverein-Vorsitzende Stitz nach der Abstimmung.

Voraussichtlich 2018 soll mit dem Erweiterungsbau für elf neue Krippenplätze begonnen werden. "Damit hat sich die Kirchengemeinde auf die Zukunft hin ausgerichtet und es ist allen gedient", freute sich Pastor Leist.

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Pfarrer Klaus Leist. Foto: Müller. Foto: Müller

Fakten zur Kindertagesstätte Derzeit besuchen 41 Kinder Niederlinxweiler Kindertagesstätte St. Martin. Bezogen wurde der Kindergarten im Jahre 1971 und seit 2009 im gesetzlich verankerten Krippenausbauplan drin. Betrieben wird die Einrichtung von der Katholischen Kita gGmbH Saarland, eine gemeinnützige Trägergesellschaft Katholischer Kindertageseinrichtungen im Saarland.