Kindertagesstätte in Niederkirchen feiert am 26. Mai ihren 50. Geburtstag

Mit einem Tag der offenen Tür : Kita Niederkirchen feiert 50. Geburtstag

Angefangen hat alles vor einem halben Jahrhundert mit 20 Kindern. Inzwischen bietet die Einrichtung mehr als 100 Plätze.

Mit einem abwechslungsreichen Programm feiert die protestantische Kindertagesstätte in Niederkirchen am Sonntag, 26. Mai, ihren 50. Geburtstag. Los geht es um 13.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Margarethenkirche. Anschließend sind Besucher zum Tag der offenen Tür in die Kita geladen.

Mit sechs Gruppen, gut 20 Erziehern sowie rund zehn Mitarbeitern im hauswirtschaftlichen Bereich sei die Kita in Niederkirchen die größte innerhalb der Protestantischen Landeskirche der Pfalz, erläutert Pfarrer Stefan Werner. Zu den 100 Plätzen würden 22 ab der achten Lebenswoche in der Krippe angeboten. Integriert seien weitere 40 Plätze in der Freiwilligen Ganztagsschule für Grundschulkinder, was dem früheren Hort entspricht. Somit ist die Einrichtung im Paul-Gerhardt-Haus offen für Kinder von null bis elf Jahren.

„Mit Freude und Begeisterung die Welt entdecken“, dies ist der Leitspruch von Leiterin Ute Lang. Als einen der Schwerpunkte nennt sie Religionspädagogik. Lang, die bereits seit 1977 in der Kita tätig und seit 1982 deren Leiterin ist, blickt auf eine kontinuierliche Entwicklung der Einrichtung zurück. Stetig angestiegen sei die Nachfrage nach Plätzen für jüngere Kinder. Dies führt die Leiterin auf den Wandel in der Gesellschaft zurück: „Oft sind beide Eltern berufstätig, Omas und Opas stehen selbst noch im Arbeitsleben, und die Großfamilie gibt es häufig nicht mehr“, weiß sie. Zwar biete die Kita die Möglichkeit, Babys mit acht Wochen aufzunehmen. „Das bisher jüngste Kind war aber doch schon ein halbes Jahr“, berichtet sie.

Offen ist die Kita für Kinder aus den Ostertalorten Bubach, Saal, Niederkirchen, Marth, Osterbrücken, Hoof sowie – in Kooperation mit der rheinischen Landeskirche – Werschweiler und Dörrenbach. Gute Kontakte bestehen laut Werner zum Dekanat Kusel, dem die Kirchengemeinde Niederkirchen als einzige im Saarland zugeordnet ist. Aktuell verfolgen die Erzieherinnen aufmerksam die Diskussion um das „Gute-Kita-Gesetz“, mit dem auf Bundesebene Eltern von Beiträgen entlasten werden sollen.

Die Pläne für die Einrichtung des Kindergartens reichen bis Anfang der 1960er-Jahre zurück. Damals setzte sich das Presbyterium von Niederkirchen für den Bau eines Gemeindehauses ein. Weil man auch etwas für die Kinder aus den Ostertal-Orten tun wollte, wurde beschlossen, beides miteinander zu verbinden. Im November 1966 wurde der Grundstein für Gemeindehaus und Kindergarten gelegt, nach gut zwei Jahren Bauzeit öffnete die Kita vor 50 Jahren. „Wir haben mit vier Gruppen und 20 Kindern begonnen“, erinnert Werner. Im Laufe der Zeit seien die Kinder immer mehr und immer jünger geworden. Stetig erweitert wurden auch die Öffnungszeiten – von inzwischen 7 bis 17 Uhr. Noch erweitert werden sollen die Ganztagsplätze, wie Lang ankündigt.

Außer dem Gemeindehaus waren in den Bau zunächst auch Erzieherinnen-Wohnungen integriert. Als diese in den 1980er-Jahren nicht mehr benötigt wurden, entstand in den Räumen eine fünfte Gruppe. Weil der Bedarf weiter anstieg, wurde eine sechste Gruppe im Turnraum errichtet. 1998 folgte eine Neukonzeption des Kindergartens, der sich seither Kindertagesstätte nennt. Damit einher ging ein umfassender Umbau unter Einbeziehung des oberen Teils des Paul-Gerhardt-Hauses. Vor gut zehn Jahren erfolgte eine Aufstockung, die die Neuaufnahme von Kindern des städtischen Kindergartens Hoof ermöglichte.

Nicht allein in pädagogischen Fragen zeigt sich die Kita in Niederkirchen heute modern aufgestellt. Mit Solaranlage und Pellet-Heizung ist sie laut Werner zudem klimaneutral. Stolz ist das Team ferner auf das naturnah gestaltete Außengelände. Neueste Errungenschaft sind die farbenfrohen Mosaiken am Eingang aus der Werkstadt der Hoofer Künstlerin Anja Biersa – ein Geschenk der Kirchengemeinde zum 50. Geburtstag.

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