Keine Frage: Das war Weltklasse

St. Wendel. Blitzlichter flackerten auf. Riesenjubel und Applaus brachen los. Zuhörer erhoben sich von ihren Stühlen, um stehende Ovationen zu erweisen. Gerade hatte die Big Chris Barber Band ihr Konzert im sehr gut besuchten St. Wendeler Saalbau beendet. Weltklasse-Jazz hatte die britische Musik-Formation am Donnerstagabend den Fans geboten

St. Wendel. Blitzlichter flackerten auf. Riesenjubel und Applaus brachen los. Zuhörer erhoben sich von ihren Stühlen, um stehende Ovationen zu erweisen. Gerade hatte die Big Chris Barber Band ihr Konzert im sehr gut besuchten St. Wendeler Saalbau beendet. Weltklasse-Jazz hatte die britische Musik-Formation am Donnerstagabend den Fans geboten.Selbstverständlich begann die Big Chris Barber Band den Abend mit ihrer Erkennungsmelodie: der "Bourbon Street Parade", eines der bekanntesten Dixieland-Stücke überhaupt. Fortan begeisterten die elf Künstler mit einem abwechslungsreichen Programm. Ein Höhepunkt des ersten Konzertteils war das von Barber gesungene Lied "I can't stop now". Hierin hieß es: "Ich kann jetzt nicht aufhören, ich kann nicht loslassen, es ist im meinem Herzen, es ist in meiner Seele, es ist mein Leben." Dies war sozusagen Barbers musikalische Antwort auf die Frage, warum der 78-Jährige nach über 60 Jahren weiter auf der Bühne steht. Seit 2001 spielt die Chris Barber Band auch in elfköpfiger Formation. Dadurch erweiterten sich die musikalischen Möglichkeiten, was die Jazzmusiker in St. Wendel eindrucksvoll unter Beweis stellten. Zuweilen spielten sie in kleiner Besetzung. Dabei verbreiteten sie eine intime Club-Atmosphäre. Und wenn dann die restlichen Künstler auf der Bühne standen, erfüllte ein voller Big-Band-Sound den St. Wendeler Saalbau. Mit ihren Instrumenten schufen sie die unterschiedlichsten Stimmungen. Mal glaubte man im Karnevalsgetümmel in New Orleans zu sein, mal spürte man die Traurigkeit des Blues'. Und natürlich hatte Chris Barber exquisite Musiker an seiner Seite, die mit solistischen Feuerwerken glänzten. Was Mike Snelling an der Klarinette, Blues-Gittarist John Slaughter oder Saxophonist Zoltan Sagi boten, war Extraklasse. Man hätte auch alle anderen Künstler nennen können, selbstverständlich inklusive des Ausnahme-Posaunisten Chris Barber. Dass alle Bandmitglieder die gleiche Kleidung trugen (schwarzer Anzug, Fliege, weißes Hemd) war ein Hinweis, dass sich Barber als einer unter Gleichen versteht. So stand der Bandleader auch nicht in der Mitte der Bühne, sondern er führte von einer Außenposition auf Deutsch durch das Programm. Dabei ließ er öfters den sprichwörtlichen englischen Humor aufblitzen. So sagte Barber über Mike Snelling: "Er kommt aus dem Süden Englands, wo die Sonne immer scheint." Zu den Stücken erzählte Barber persönliche Anekdoten und Begebenheiten aus der Jazz-Geschichte.In der Pause stand der weltbekannte Jazz-Bandleader hinter dem Verkaufsstand im Foyer des Saalbaus, signierte CDs, unterhielt sich mit Leuten aus dem Publikum und ließ sich mit Fans ablichten. Barber präsentierte sich als Star zum Anfassen.Nach der Pause brillierte die Big Chris Barber Band mit Blues-Stücken, dem Spiritual "When the saints go marching in" oder dem Welthit "Petite Fleur".Riesenapplaus, Bravo- und Zugaberufe brandeten durch den St. Wendeler Saalbau, als die Formation das reguläre Programm beendet hatte. "Wir haben zufälligerweise eine kleine Zugabe vorbereitet. Sie ist seit 54 Jahren in Zubereitung. Es ist die lebenslange Arbeit des großen deutschen Dichters Langnese", sagte Chris Barber. Die Rede war natürlich vom Klassiker der Band "Ice Cream", dessen Refrain das Publikum mitsang, bevor es den elf Musikern zu Recht stehende Ovationen erwies.

Auf einen BlickDie Mitglieder der Big Chris Barber Band heißen: Mike Snelling (u.a. Klarinette), Dave Green (Bass), Richard Exall (u.a. Klarinette), Zoltan Sagi (u.a. Saxophon), Peter Rudeforth (Trompete), John Slaughter (Gitarre), Chris Barber (Posaune), Mike Henry (Trompete), John Service (Posaune), John Sutton (Schlagzeug), Joe Farler (Banjo, Gitarre). mic