Kälte, Kids und Kilometer

Etwa 2000 Sportler sind am Sonntag beim St. Wendeler Marathon gestartet. Zum zehnten Geburtstag gab es eine neue Disziplin: den Zehn-Kilometer-Lauf. Statt Sonnenbrillen wie bei der Premiere 2007 waren Handschuhe und Mützen gefragte Accessoires.

Wie in all den Jahren zuvor hat Rennleiter Heinz Wirth von den Marpinger Lauftreff-Freunden (LTF) am Sonntag seinen Arbeitstag gegen 6.30 Uhr beim St. Wendeler Marathon begonnen. Es war noch bitterkalt. Den Boden des Sprecherpodestes zierte zu diesem Zeitpunkt noch eine spiegelglatte Eisfläche. Kontrastprogramm zur Premiere vor einem Jahrzehnt: 2007 holten sich die Moderatoren bei Temperaturen um die 30 Grad noch einen Sonnenbrand.

"Auch die zehnte Auflage ist für mich noch eine große Herausforderung. Egal, ob nun 100 Läufer kommen oder 5000, der Aufwand bleibt gleich groß", erklärte der 70-jährige Wirth. Sein Hauptjob ist die Organisation im Start- und Zielbereich, wo in der Regel zur Stoßzeit gegen 11 Uhr am meisten los ist.

So trudelten auch am Sonntag Läufer von den verschiedenen Distanzen ein. Anlässlich des zehnten Geburtstags des Globus-Marathons war ein Team von zehn Damen dafür zuständig, den Läufern die Medaillen um den Hals zu hängen. Thomas Bruch, dessen Unternehmen seit 2008 Namensgeber der Veranstaltung ist, war bei drei Läufen selbst mit einer Startnummer auf der Asphaltpiste unterwegs. "Über die Jahre haben wir eine erheblichen sechsstelligen Betrag für die Stadt investiert", sagte Bruch. Sein Unternehmen sehe sich als Teil des Gemeinwesens und unterstütze deshalb die Veranstaltungen in der Stadt. "Der Marathonlauf hat sich etabliert und wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass wir auch attraktive Veranstaltungen in der Stadt haben", verdeutlichte Bruch.

Für die niedrigen Temperaturen waren andere verantwortlich. Rennleiter Wirth packte deshalb mit an und verteilte im Zielbereich gelbe Wetter-Capes an die Läufer. "Zieh zwei an, sonst wird Dir kalt", empfahl er einer sichtlich fröstelnden Sportlerin. Ein Windböe brachte das Cape von Conchita Welker heftig zum Rascheln. Die Kasselanerin besuchte übers Wochenende ihre Freundin Daniela Biehla in Urweiler. Gerade beendete sie ihren insgesamt 40. Marathonlauf . "3:56 Stunden, unter vier Stunden", jubelte sie. An die Veranstaltung in der Kreisstadt verteilte sie eine gute Note. Welker: "Die Strecke hat mir gefallen und die äußeren Bedingungen waren gut".

 Purple Diamonds Cheerleader feuern die Läufer in der Mommstraße an.
Purple Diamonds Cheerleader feuern die Läufer in der Mommstraße an.
 Papa Go: Anne und Emma Weber aus Theley empfangen Läufer Alexander Weber im Zielbereich.
Papa Go: Anne und Emma Weber aus Theley empfangen Läufer Alexander Weber im Zielbereich.
 Die Marathon-Leitung stimmt im Gespräch den Zeitplan ab: Peter Alles, Heinz Wirth und Thomas Wüst (von links). Heinz Wirth ist schon seit zehn Jahren der Chef im Zielbereich.
Die Marathon-Leitung stimmt im Gespräch den Zeitplan ab: Peter Alles, Heinz Wirth und Thomas Wüst (von links). Heinz Wirth ist schon seit zehn Jahren der Chef im Zielbereich.
 Geschafft und ein Bussi zur Belohnung: Jörg und Tanja Hooß im Ziel.
Geschafft und ein Bussi zur Belohnung: Jörg und Tanja Hooß im Ziel.

Na ja. Beim Zieleinlauf des St. Wendelers Markus Wagner (LTF Marpingen) gab es nach gut drei Stunden kein Konfetti, sondern Graupel vom Himmel. Die ankommende Masse von Sportlern riss nicht ab und Rennleiter Wirth musste den Durchblick behalten. "Mit dem Zehn-Kilometer-Rennen haben wir einen Lauf mehr, in den vorangegangenen Jahren hatten wir zwischendurch 90 Minuten nichts zu tun", so Wirth. Trotz der Mehrbelastung habe die Organisation so gut wie bislang bei keiner anderen Veranstaltung geklappt. Rund um die Strecke waren 500 Helfer für die etwa 2000 Teilnehmer während der Geburtstagsauflage im Einsatz. Der Temperatursturz am Wochenende kostete gehörig Zuschauer. Gefeiert wurde am Wendepunkt in Urweiler, in der Innenstadt säumten Menschen die Bahnhofstraße und harrten im Zielbereich am Schlossplatz aus.