Jeder Handgriff muss sitzen

Urweiler. Samstag, 11.27 Uhr. Mit Blaulicht und Martinshorn rast ein Einsatzfahrzeug des Technischen Hilfswerkes St. Wendel Richtung Urweiler. Steil geht es die Turnerstraße hoch, dann auf dem kürzesten Weg zur Grundschule.Rascher Stopp auf dem Schulhof. Einsatzleiter Martin Klees erklärt den herausspringenden Helfern die Situation: "Gasexplosion in der Schule. Vermutlich brennt es

Urweiler. Samstag, 11.27 Uhr. Mit Blaulicht und Martinshorn rast ein Einsatzfahrzeug des Technischen Hilfswerkes St. Wendel Richtung Urweiler. Steil geht es die Turnerstraße hoch, dann auf dem kürzesten Weg zur Grundschule.Rascher Stopp auf dem Schulhof. Einsatzleiter Martin Klees erklärt den herausspringenden Helfern die Situation: "Gasexplosion in der Schule. Vermutlich brennt es. Mehrere Schüler der vierten Klasse halten sich noch in zwei verschiedenen Räumen auf, außerdem der Schulleiter, ein Lehrer und der Hausmeister. Das Gebäude ist stark verqualmt." Eine brennende "Person" ist aus dem Gebäude gekommen. Zwei THW'ler rennen ihr entgegen und ersticken die Flammen mit einer Wolldecke. Die "Person" liegt jetzt auf dem Boden und wird "betreut".Derweil macht sich der Atemschutztrupp fertig. Bevor die ersten beiden Männer das Haus betreten, bekommen sie wichtige Anweisungen: "Bergetuch mitnehmen. Das Gebäude ist euch unbekannt, deshalb vorsichtig durchtasten. Die Kinder im Kellergeschoss zuerst retten." Die Schultüre wird aufgerissen. Dicker weißer Qualm kommt den beiden Helfern entgegen. Spannende Minuten vergehen. Ein zweiter THW-Wagen mit einer sieben Personen starken Helfergruppe fährt heran. Das weitere Vorgehen wird von den Verantwortlichen des Einsatzes besprochen. Kinder zuerst rettenDann öffnet sich die Schulpforte. Helfer tragen den "Schüler" Niklas in einem Tuch heraus. Erste Diagnose: Verbrennungen im Gesicht und Rauchgasvergiftung. "Wie geht es Dir?", fragt ein Helfer. "Und wie heißt du?" Das Kind ist trotz seiner "Verletzungen" noch ansprechbar. "Niklas", antwortete der Junge ein wenig verstört. Auf der vorliegenden Schülerliste wird sein Name abgehakt. Nach und nach werden weitere Verletzte geborgen.Am frühen Nachmittag spielt sich der letzte Bergungseinsatz ab. Die Schüler, die sich im Erdgeschoss aufgehalten haben, müssen über eine schiefe Ebene ins Freie gebracht werden, weil im Flur "die Decke eingestürzt ist". Das Szenarium ist Gott sei Dank nur gestellt. Die Grundschule Urweiler ist schon längst geschlossen, und keine Kinder toben mehr über die Flure. Die brennende "Person" ist eine Puppe und Niklas von Mitgliedern des Oberthaler Roten Kreuzes wie ein "Verletzter" geschminkt worden. Echt ist allerdings der Nebel, der süßlich riecht, aber unschädlich ist. Die lebenden Personen in dem brennenden Haus werden von Mitgliedern der THW-Jugendabteilung dargestellt. Sechs Kunststoffpuppen machen die Gruppe der "Eingeschlossenen" komplett. Im Einsatztagebuch wird jede Einzelheit der Übung notiert. Das ist vorgeschrieben und auch notwendig, denn am Nachmittag ist die Manöverkritik.