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Indienhilfe St. Wendel will verletztem Jungen in Indien helfen

Indienhilfe engagiert sich auch ohne Hungermarsch : Junge aus Indien hofft auf Spenden aus St. Wendel

Der Hungermarsch muss 2021 erneut ausfallen. Dennoch behält die Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums die Menschen in dem armen Land im Blick.

Eigentlich wäre er in diesem Jahr so gerne nochmal nach Indien gereist. Noch im Dezember 2019 hat der heute 80-jährige Peter Adams aus St. Wendel diese Absicht im SZ-Gespräch kundgetan. Das war vor Corona. Die Pandemie hat die Pläne des Projektleiters der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums St. Wendel durchkreuzt. Mehr als zwei Jahre liegt sein letzter Besuch in dem asiatischen Land schon zurück. Die Verbundenheit zu den Menschen vor Ort ist aber ungebrochen. Auch der Kontakt ist nach wie vor eng. So erreichte ihn dieser Tage eine Nachricht von seinem indischen Freund Joseph Thomas, der in dem Dorf Samugarengapuram im Staat Tamil Nadu einen kleinen Supermarkt führt. Am frühen Abend des 15. September wurde er Zeuge eines Unfalls. Ein achtjähriger Junge namens Essakkiyappan sei unbedacht auf die Straße gelaufen. Ein Bus, der dort unterwegs war, habe nicht mehr rechtzeitig bremsen können. „Der Junge wurde erfasst und sein Fuß dabei zertrümmert“, sagt Adams betroffen. Wie er aus Besuchen in Indien weiß, ist diese schmale und belebte Hauptstraße viel befahren. Als der Unfall geschah, war es schon dunkel.

„Es sei schrecklich gewesen, sagt Joseph. Wenn der Bus schneller gewesen wäre, wäre der Junge sicher tot“, erzählt Adams. So aber reagierte Thomas direkt, brachte den Jungen mit seinem Auto in der Stadt Nagerkoil ins Krankenhaus. Dieses ist etwa 30 bis 40 Minuten von dem Dorf entfernt. Aktuell habe der Kleine Schmerzen, weine teilweise. „Es wird noch lange dauern, bis er hoffentlich wieder gehen und laufen kann“, sagt Adams.

Neben dem achtjährigen Jungen haben die Eltern, der 26-jährige Nambirajan und die 24-jährige Mallika, noch ein weiteres Kind. Der Unfall des Sohnes ist bereits der zweite Schicksalsschlag für die junge Familie innerhalb kurzer Zeit. Denn vor einem Jahr war der Vater im gleichen Dorf in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der 26-Jährige wurde von einem Auto überfahren, dabei wurden Beine und Füße gebrochen. „Jetzt sitzt er im Rollstuhl und kann nicht mehr arbeiten“, berichtet der St. Wendeler. Nur die Mutter kann nunmehr zum Unterhalt beitragen und arbeitet am Bau.

Gerne würde Peter Adams die junge Familie von Deutschland aus mit Spenden unterstützen. Damit der Junge erfolgreich behandelt werden kann und ihn nicht das gleiche Schicksal ereilt wie seinen Vater. Eigentlich bietet sich im September immer die perfekte Gelegenheit, um auf die Situation armer oder benachteiligter Menschen weltweit aufmerksam zu machen. Jahr für Jahr ist es das Anliegen des Hungermarschs gewesen, den Blick auf ausgewählte Institutionen oder Initiativen zu lenken, die sich engagieren. 43 Mal startete die Aktion unter dem Motto „Wandern für die Andern – Solidarität mit Menschen in Not“, organisiert vom Jochen-Rausch-Zentrum, der Aktion Hungermarsch und den Steyler Missionaren. Der Erlös ging jeweils an ausgewählte Projekte. Im vergangenen Jahr bremste Corona die geplante 44. Auflage aus. Und 2021? „Der Hungermarsch muss nochmal ausfallen“, bedauert Adams. Dennoch hofft er, dass trotz der neuerlichen Absage Spenden eingehen, mit denen dann auch Essakkiyappan geholfen werden kann.

Spendenkonto: Jochen-Rausch-Zentrum bei der Kreissparkasse St. Wendel IBAN: DE 47 5925 1020 0000 0846 16, BIC: SALADE51WND, Kennwort „Hungermarsch“. Auf Wunsch würden Spendenbescheinigungen ausgestellt (hierfür Adresse bei der Überweisung angeben).