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In St. Wendel soll eine freie Kunstschule entstehen

Redaktionsgespräch in St. Wendel : Freie Kunstschule startet im Februar

Im SZ-Redaktionsgespräch erzählen die Initiatoren, was sie in Sachen Kunst in St. Wendel vorhaben.

„Damit komme ich einem alten Traum von mir einen großen Schritt näher: Unter einem Dach Künstler jedweder Art zusammenzuführen, damit sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten an andere Menschen weitergeben können.“ Das sagt Ralph Schäfer-Lösch, der Inhaber der Fun Music School (FMS) in St. Wendel. Dass dieser jahrelang gehegte Traum nun innerhalb weniger Monate Wirklichkeit wird, das verdankt er der Saxofon-Leidenschaft von Tanja Endres-Klemm aus Selbach. Das erzählt er im SZ-Redaktiongespräch, zu dem Schäfer-Lösch und Endres-Klemm zusammen mit den Künstlern Norman Liebold und Michael Uhl gekommen sind. Sie gehören zu den Initiatoren der Freien Kunstschule St. Wendel, die am Freitag, 28. Februar, an den Start gehen soll.

Als Endres-Klemm im Oktober das Gespräch mit dem FMS-Leiter suchte, da ging es eigentlich um ihr Angebot, an der Schule Saxofon-Kurse zu geben. Das tut sie zwar mittlerweile auch, aber die Zusammenarbeit geht auch in eine andere Richtung. Die Idee einer freien Kunstschule stieß bei der Künstlerin auf offene Ohren. Und es dauerte nur drei Monate, bis aus der Idee eine Tatsache wurde. Endres-Klemm trommelte Künstler zusammen, von denen sie sich vorstellen konnte, dass „es passt“. Nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich. Schnell hatte sie einen Stamm von Dozenten zusammen, die an der noch nicht bestehenden Kunstschule unterrichten würden. „Es herrschte eine positive Aufbruchstimmung“, erzählt sie im SZ-Redaktionsgespräch. Die Räume stellt Schäfer-Lösch in seiner Schule in der Tholeyer Straße. Und schon kann es losgehen. Die Flyer sind gedruckt, die Künstler stehen bereit.

Freie Kunstschule heißt, dass sie ohne Träger agiert. Sie kann also ihr Programm völlig frei, ohne Vorgaben, gestalten. „Die Künstler können gemeinsam mit den Teilnehmern schöpferisch tätig werden“, so Liebold. Zwar gebe es konkret ausgeschriebene Kurse – im Falle Liebolds beispielsweise Bronzeguss. Aber was genau gemacht werde, das könnten die Teilnehmer mitentscheiden. „Es ist ein Geben und Nehmen“, erklärt Liebold.

„Die Vielfalt der Künstler ist erstaunlich“, betont Uhl. Alle Altersstufen seien sowohl bei den Dozenten als auch bei den Zielgruppen vertreten. So werde unter anderem ein Kurs in digitaler Fotografie angeboten, ein anderer widme sich dem Intuitiven Malen, ein weiterer dem plastischen Gestalten mit Ton. Es solle sowohl Kreativ-Treffs am Morgen als auch am Sonntag geben. Außerdem könnten sich die Teilnehmer für eine Wort-Spiel-Lyrik-Werkstatt oder eine Schreibwerkstatt anmelden. Malkurse oder eine Animations-Werkstatt rundeten das Programm ab. Maximal acht Teilnehmer soll es pro Kurs geben damit auch alle individuell betreut werden können.

Außerdem planen die Künstler, künftig Gastdozenten zu gewinnen. „Wir sind in alle Richtungen offen“, sagt Schäfer-Lösch, der ebenfalls vorhat, sich mit anderen Kunst-Institutionen im St. Wendeler Land, beispielsweise der Bosener Mühle, zu vernetzen: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen“, betont er. Dabei gehen die Künstler auch raus aus den Schulungsräumen. Endres-Klemm spricht von einem „Individualangebot“. Das heißt: Kliniken, Schulen oder andere Einrichtungen können die Künstler auch für Angebote in ihren Räumen buchen. Schäfer-Lösch fasst zusammen: „Wir sind alle an der nachhaltigen Entwicklung der kulturellen Struktur interessiert.“

Norman Liebold beim Bronzeguss. Das ist eines von vielen Verfahren, die den Teilnehmern in Kursen vermittelt werden sollen. Foto: Paul Schaedel/Paul Schaedel Skull Photogra
Verschiedene Malkurse sollen in der Freien Kunstschule in St. Wendel ebenfalls angeboten werden. Foto: Jonas Steinbrecher

Infos zur Freien Kunstschule: Telefon (0 68 51) 8 00 76 69, E-Mail: info@freie-kunstschule-wnd.de.