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Im St. Wendeler Sportzentrum: Ein Neustart für die Saar-Leichtathleten

Im St. Wendeler Sportzentrum : Ein Neustart für die Saar-Leichtathleten

Im St. Wendeler Sportzentrum traten am Wochenende sowohl Kugelstoßer als auch Hürdenläufer gegeneinander an.

Die eigene Form zu überprüfen und sich die nötige Wettkampfpraxis zu holen, ist für die Leichtathleten in dieser Corona-Saison nicht einfach. Am Sonntag bot sich für die Kugelstoßer und Hürdenläufer beim Meeting im St. Wendeler Sportzentrum dafür die Gelegenheit. Der Rehlinger Kugelstoßer Valentin Moll ist optimal in die Wettkampfzeit gestartet und hat vor einer Woche gleich den Saarlandrekord auf 19,29 Meter verbessert. In St. Wendel wuchtete der 20-Jährige im ersten von sechs Versuchen die 7,26 Kilogramm schwere Kugel 18,46 Meter weit. „Nach der Pause muss man wieder zuerst in die Wettkämpfe reinfinden. Vorbereiten dafür konnte ich mich zu Hause“, sagte Moll. Raus aus dem Training im Homeoffice, will er seine Form in Richtung der Deutschen Meisterschaft im August in Braunschweig von Wettkampf zu Wettkampf steigern. „Klar fehlt es noch an der Sicherheit und die Technik gilt es noch zu verbessern“, meinte Moll.

Für seinen Konkurrenten Dennis Lukas von der LG Idar-Oberstein war es der erste Wettkampf in diesem Jahr. „Ich will das beste daraus machen“, sagte der Deutsche Hochschulmeister, der eine Bestweite von 19,46 Metern aufweist. Im zweiten Versuch flog sein Sportgerät bis auf eine Weite von 18,51 Metern. Damit setzte er sich in der Konkurrenz vor Moll. „Eigentlich ist das nicht so zufriedenstellend“, relativierte Lukas seinen weitesten Stoß. Im dritten Versuch konterte Moll und legte 18,60 Meter vor. Dementsprechend angriffslustig betrat er den Ring vor seinen letzten beiden Würfen. „Die Konstanz war da, er wollte zu viel, das hat man gemerkt und deshalb haben sich ein paar technische Fehler eingeschlichen“, beobachtete Molls Trainer Lothar Altmeyer.

18,59 Meter war für Moll noch einmal drin. Konkurrent Lukas schaffte es nicht mehr, die von Moll vorgelegten 18,60 Meter zu überbieten. „Ich habe die Kugel weder optimal noch dynamisch beim Abwurf getroffen“, analysierte er hinterher. Saarlandrekordler Moll war nicht unzufrieden, auch wenn er die anvisierte Grenze von 19 Metern nicht gekratzt hat: „Mit 18,61 Metern bin ich ganz zufrieden, auch wenn ein Ausreißer gefehlt hat. Aber die Serie hat gezeigt, dass noch Luft nach oben ist“. Bei der DM in Braunschweig wird er erneut auf Lukas treffen. „Ziel ist, den Endkampf der besten Acht zu erreichen“, so Trainer Altmeyer.

 Annika Schopper (rechts) vom TV St. Wendel gibt beim 200-Meter-Hürdenlauf alles. Doch sie schafft es nicht Silvana Tinnes (links) vom SSF Bonn zu überholen.
Annika Schopper (rechts) vom TV St. Wendel gibt beim 200-Meter-Hürdenlauf alles. Doch sie schafft es nicht Silvana Tinnes (links) vom SSF Bonn zu überholen. Foto: B&K/Bonenberger/

Die letztjährige WM-Starterin von Doha/Katar, Alina Kenzel (VfL Waiblingen) stieß die Kugel 17,71 Meter weit. Zusätzlich hatte der ausrichtende TV St. Wendel auf der Laufbahn die Hürden positioniert. Schnellste Läuferin über die 200-Meterstrecke war die Bonnerin Silvana Tinnes (29,62 Sekunden), vor Annika Schopper (TV St. Wendel, 31,45 Sekunden) und der Rehlingerin Sheila Lawson-Body (33,37 Sekunden). Jonas Lotz aus Rehlingen lief über 200-Meter-Hürdendistanz eine Zeit von 28,22 Sekunden. Molls Trainer Altmeyer, zugleich Präsident des Saarländischen Leichtathletikbundes (SLB), war voll des Lobes über die Durchführung des Meetings. „Wir machen auch viel, dass es klappt“, resümierte er. Unter der Woche werde das Hygienekonzept an die neue Rechtsverordnung der Landesregierung angepasst. „Dann können wir uns mehr Teilnehmer erlauben“, blickte Altmeyer voraus. Nach den lange geschlossenen Trainingsanlagen beginnt jetzt für die Saar-Leichtathleten quasi der Neustart.