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Im Saarland ist Tennis-Spielen in der Corona-Krise wieder erlaubt

Tennis : „Alle wollen wieder auf den Platz“

Seit Montag darf wieder Tennis gespielt werden, und der Ansturm auf die Plätze ist groß. Trotzdem plagen die Clubs Sorgen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise sind noch nicht absehbar. Und was mit der Saison passiert, ist unklar.

Grüne Reifen liegen zur Markierung des Sicherheitsabstands entlang der Grundlinie auf einem der sieben Tennisplätze der Anlage in St. Wendel. Nacheinander spielen Levy, Frederic und Moritz den Ball mit der Vorhand zu ihrem Trainer zurück. Alles immer mit der notwendigen Abstandregel. Ansonsten aber läuft das Jugendtraining weitgehend normal.

„Dass die Tennisplätze wieder offen sind, ist schon ein Befreiungsschlag – vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die eine lange Zeit eingesperrt waren“, freut sich Joachim Meier, Präsident des Saarländischen Tennisbundes (STB) und Vorsitzender des TC St. Wendel. Nach Wochen des Stillstands durch die Corona-Pandemie ist seit Montag auch im Saarland kontaktloser Breitensport und der Trainingsbetrieb im Freien zulässig. „Trotz der relativen Freigabe des Sports im Freien müssen die nach wie vor bestehenden Hygieneregeln – Abstand halten, Hände waschen, Duschen und Umkleidekabinen weiterhin geschlossen halten, gegebenenfalls einen Mundschutz tragen – dringend eingehalten werden, um die gewonnenen Freiheiten und Lockerungen nicht zu gefährden“, appelliert Meier.

Aktuell dürfen sich nur zwei Spieler im Einzel gegenüberstehen. „Ab 8. Juni ist wieder an einen Punktspieltag zu denken“, sagt Meier. Seinen Vorsitz beim TC St. Wendel wird er bei der nächsten Mitgliederversammlung an seinen bisherigen Stellvertreter Andreas Volz abgeben – so ist es geplant. „Dann war ich 27 Jahre Vorsitzender. Vor einem Jahr war schon klar, dass ich aufhöre“, erzählt Meier.

Nach und nach trudeln an diesem Nachmittag auch die älteren Tennisspieler ein, um sich an den ersten Ballwechseln im Freien zu erfreuen. Die Nachfrage ist groß. Nicht nur in St. Wendel. In Nonnweiler haben sich am Eröffnungstag gleich acht Spieler für ein Grundlinienmatch angemeldet. „Alle wollen jetzt halt raus und die Plätze sind eingeteilt. Wir können in Kleingruppen bis zu fünf Personen wieder spielen“, sagt Theo Weber, Vorsitzender des HTC Nonnweiler, der eine Spielgemeinschaft mit Löstertal/Nonnweiler bildet. Insgesamt 21 Mannschaften stellt die SG. „Das Training für die 50 Jugendlichen läuft jetzt auch wieder an“, sagt der Vorsitzende.

Die erste Hälfte der Team-Saison (Meden-Spiele) wurde vom Saarländischen Tennis-Bund abgesagt. Ob die zweite Hälfte nach den Sommerferien stattfinden kann, ist offen. Die Austragung der Ligen-Spiele wäre für Vereine auch aus wirtschaftlicher Sicht bedeutsam. Denn dabei wird Umsatz in den Clubheimen gemacht, die bisher noch nicht öffnen dürfen.

Doch ein erster Schritt ist mit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs getan. „Irgendwann können wir auch wieder ein Doppel spielen“, sagt Weber. Sein Amtskollege Werner Rauber aus Alsweiler wirft beim Saisonstart auch den Blick in die Vereinskasse: „Wenn die Mannschaftsspiele fehlen, dann fehlen auch die Einnahmen.“

Der TC Alsweiler habe zudem wegen der Corona-Pandemie sein Tennis- und das beliebte Bouleturnier absagen müssen. „Wir haben vollstes Verständnis für alle Maßnahmen, aber durch die Absagen leidet auf der anderen Seite auch das Vereinsleben“, beklagt der Vorsitzende Rauber.

Über eine Online-Plattform können die Spieler ihren Court buchen. „Alle wollen auf den Platz“, was der Vereinschef auch durchaus so erwartet hat. Das Training wird weiterhin von Pavel Miksovsky koordiniert.

Auch in Urexweiler fliegt die gelbe Filzkugel über das Netz. „Wir sind alle froh, dass wir bei schönem Wetter draußen können“, sagt der TCU-Vorsitzende Dirk Spiegel. Die ersten zwei Wochen stehen die drei Freiplätze den Erwachsenen zur Verfügung. Dann legt Ex-Profi Kristina Barrois-Bach mit dem Jugendtraining los.

Joachim Meier freut sich über einen „Befreiungsschlag“. Foto: Oliver Dietze
Seit 1997 kann in Alsweiler auf vier Tennisplätzen gespielt werden. Foto: Frank Faber Foto: Frank Faber
So hat man Kristina Barrois-Bach noch in guter Erinnerung: als Tennisprofi. Nun trainiert sie den Nachwuchs ihres Heimatvereins TC Urexweiler. Foto: dpa/Marijan Murat

www.stb-tennis.de