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Hungermarsch-Spenden in St. Wendel helfen verletztem Jungen in Indien

Spenden aus St. Wendel helfen Jungen in Indien : Es ist noch ein weiter Weg, bis er wieder laufen kann

Bei einem Unfall wird der Fuß des achtjährigen Essakkiyappan aus Indien schwer verletzt. Mit Spenden aus dem St. Wendeler Land und darüber hinaus wurden erste Behandlungen bezahlt. Weitere Operationen stehen an.

„Es geht ihm soweit gut, er ist sehr tapfer“, sagt Peter Adams und meint damit den achtjährigen Essakkiyappan. Seit der Projektleiter der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums Mitte September vom Schicksal des indischen Jungen erfahren hat, erkundigt er sich regelmäßig nach dessen Befinden. Bei einem Unfall mit einem Bus in dem Dorf Samugarengapuram im Staat Tamil Nadu (Indien) ist der Fuß des Kindes regelrecht zertrümmert worden (wir berichteten). Adams indischer Freund Joseph Thomas war damals Augenzeuge, kümmerte sich umgehend um den Jungen und tut es bis heute.

Inzwischen ist der Achtjährige operiert worden. Unter anderem, so berichtet Adams, sei Haut am Bein entnommen und auf den verletzten Fuß transplantiert worden. Diese Eingriffe wurden mit Spendengeldern finanziert. Peter Adams und die Familie des Jungen sind dankbar, dass die Menschen aus dem St. Wendeler Land und darüber hinaus geholfen haben.

Denn Essakkiyappans Unfall war nicht der erste Schicksalsschlag für die junge Familie. Vor einem Jahr wurde der 26-jährige Vater Nambirajan bei einem Autounfall schwer verletzt: Beine und Füße wurden gebrochen. Seitdem sitzt er im Rollstuhl und kann nicht mehr arbeiten. Damit das dem achtjährigen Jungen nicht passiert, sind weitere Operationen nötig. „Die Prognosen der Ärzte sehen gut aus. Sie glauben, dass der Junge wieder laufen kann“, sagt Adams.

Seit Mitte Oktober wird das Kind nicht mehr stationär behandelt, sondern ist wieder zuhause. Regelmäßig müsse Essakkiyappan allerdings zu Kontrollen ins Krankenhaus. Eine Herausforderung mehr im Alltag der jungen Familie. „Die Mutter muss quasi alles alleine managen“, sagt Adams. Sie trägt zum Unterhalt der Familie bei, kümmert sich um den Achtjährigen und dessen Geschwisterchen. Für Adams ist die 24-jährige Mallika eine tapfere Frau.

Daher möchte er ihr einen Teil der Sorgen nehmen und die Kosten weiterer Behandlungen mit Spendengeldern finanzieren. Adams hofft, dass sich weitere Menschen finden, die dem kleinen Essakkiyappan helfen wollen. Der fast 80-jährige St. Wendeler reist seit vielen Jahren regelmäßig nach Indien, besucht dort unter anderem die beiden Kinderheime St. Michaels und Shanthi-Bhavan im Bundesstaat Tamil Nadu, welche die Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums unterstützt. Der letzte Besuch in dem südasiastischen Land liegt länger zurück, auch wegen Corona. Anfang 2019 war Adams dort. Der Kontakt zu den Menschen dort ist aber ungebrochen.

Ebenso ungebrochen ist das Mitgefühl der Leute hier. Obwohl auch in diesem Jahr der traditionelle Hungermarsch coronabedingt ausfallen musste, ging auf dem Spendenkonto Geld ein: 8000 Euro. „Es waren Großspenden dabei“, erklärt Adams. So sei die Summe zustande gekommen. Unter dem Motto „Wandern für die Andern – Solidarität mit Menschen in Not“ haben die Organisatoren, das Jochen-Rausch-Zentrum, die Aktion Hungermarsch und die Steyler Mis-sionaren, seit 1977 jährlich den Hungermarsch organisiert. Der Erlös ging jeweils an ausgewählte Projekte. Zwei Mal musste die Aktion bereits abgesagt werden. Die Geschichte des achtjährigen Essakkiyappan zeigt aber, das die Verbindung zu Indien ungebrochen ist ebenso wie die Solidarität der Menschen, die anderen in der Not helfen. Adams hofft, dass sie dem kleinen Jungen weiterhin beistehen.

Spendenkonto: Jochen-Rausch-Zen-trum bei der Kreissparkasse St. Wendel IBAN: DE 47 5925 1020 0000 0846 16, BIC: SALADE51WND, Kennwort „Hun-germarsch“. Auf Wunsch würden Spen-denbescheinigungen ausgestellt (hierfür Adresse bei der Überweisung angeben).