Höllisches Glockengeläut in der sündigen Stadt

St Wendel · Sie trugen enge schwarze Lederhosen statt Schuluniform und Ranzen auf dem Buckel: Die fünf nicht mehr so ganz jungen Mädels der AC/DC-Cover-Kapelle Black Rosie legten eine eigenständige und energiegeladene Show im St. Wendeler Saalbau hin. 400 Besucher gingen bei den Klassikern der australischen Band steil und landeten in der Hölle.

 Sängerin Karo Blasek (links) und Gitarristin Gaby Neitzel geben alles. Fotos: Faber

Sängerin Karo Blasek (links) und Gitarristin Gaby Neitzel geben alles. Fotos: Faber

 Karo Blasek bewegt sich auf dem „Highway to hell“.

Karo Blasek bewegt sich auf dem „Highway to hell“.

 Die Menge im Saalbau , klatscht, singt mit, und zeigt sich von den rockenden Damen begeistert.

Die Menge im Saalbau , klatscht, singt mit, und zeigt sich von den rockenden Damen begeistert.

Mit jedem Griff in die musikalische Kiste der noch aktiven australischen Band AC/DC zieht eine Cover-Formation einen Hit für ihr Programm heraus. Die Kunst dabei ist es, genau abzuwägen, wie ein Set zusammengebastelt wird. Die niedersächsischen Rocktanten von Black Rosie hatten beim Auftritt im Saalbau ihre besten Momente, wenn sie Songs aus der Bon-Scott-Ära dröhnten.

Sängerin Karo Blasek versuchte erst gar nicht das Stimmorgan des einstigen AC/DC-Frontmannes zu kopieren - ihre gewaltige, rauchige Röhre ist prädestiniert für den Rock'n'Roll. Mit dem Opener "Hell ain't a bad place to be" und "Dirty deeds done dirt cheap" startete die Band mit zwei Nummern aus den 1970er-Jahren.

"Ist St. Wendel eine Stadt?", fragte die Sängerin das Publikum. Sie fühle sich hier wie in "Sin City" (zu Deutsch: sündige Stadt). Zu "Back in black" zog sie die Brian-Johnson-Gedächnismütze über die rothaarige Mähne. Zwischendurch sprang sie zu den Fans in der ersten Reihe und begrüßte den zehnjährigen Tom aus Dillingen. Dessen Vater wusste mit dem Song "Live wire" was anzufangen, bei "Riff Raff" knallten Hardrock und Rock'n'Roll gegeneinander, wobei die glasklaren Riffs der Lead-Gitarristin Gaby Neitzel dominierten.

Beim Gang über den "Highway to Hell" setzte sich die Band höllisch rot leuchtende Hörnchen auf. Der Saal tobte Kutten tragende Altrocker und die Samstagabend-Partyhäschen grölten gemeinsam und gingen steil.

Frontfrau Blasek, die sich selbst als Rampensau bezeichnet, stimmte den Gassenhauer "TNT" an und die Menge skandierte "I'm dynamite". Einen Song zuvor hatten die schwarzen Rosies die vom Blues beeinflusste Songperle "The Jack" grandios serviert. Mit "Whole lotta Rosie" knallte ein wahres Stück Hardrock-Kulturgut durch den Saal, ehe das obligatorische Glockengeläut "Hells Bells" ankündigte. Nach "Let there be rock" durften die fünf Rockdamen durchpusten und kamen zur Zugabe zurück.

Als Vorband standen die Saarlouiser Punkrocker The Sidewalk Surfers auf der Bühne. "Ich will bei der Konzertreihe Legend of Rock mehr die lokale Szene miteinbeziehen", erklärte Konzertveranstalter Günter Staub aus Lebach. Beim vierten Song der Band brannte am Verstärker ein Kanal durch. Ärgerlich, nein. "Ab jetzt gibt es nur noch verzerrte Songs", sagte Gitarrist Rainer Balzert locker. "Part of me" ging voll nach vorne los, genau wie das zudem auf der Internetplattform You Tube zu bestaunende Video "Batman ". Demnächst werden die seit einem Jahr gemeinsam musizierenden The Sidewalk Surfers ihr Debütalbum unter die Leute bringen.

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