Hoch auf dem schnellen Wagen

Es war eine Mammut-Veranstaltung. Nicht nur sportlich, sondern auch logistisch. Mehr als 130 Kutschfahrer ermittelten von Donnerstag bis Sonntag in St. Wendel ihre Nummer eins in Deutschland bei der U25 und der U16. Allein das Teilnehmerlager war vier Hektar groß.

9000 Meter Kabel für den Strom waren verlegt, 4000 Schrauben in die sechs neuen Geländehindernisse eingedreht, 2600 Meter Planken gestrichen und verbaut sowie 320 Pfosten in die Erde gerammt, 700 Tonnen Bodenbelag auf die Plätze aufgefahren, 500 Teilnehmer und Helfer versorgt, 90 Pferdeboxen samt Stallzelt aufgebaut - das große Kutschfahrturnier, das am Wochenende in St. Wendel stattfand, war nicht nur sportlich, sondern auch logistisch ein Event der Superlative. Allein das Teilnehmerlager hatte eine Größe von vier Hektar. Kein Wunder, standen doch die deutsche Jugendmeisterschaft der U25 und das U16-Bundes-championat auf dem "Fahrplan". Das lockte die Teilnehmer aus ganz Deutschland ins Saarland, mitten hinein ins Herz der Stadt St. Wendel .

Guten Ruf bestätigt

"Der Reit- und Fahrverein Bliesen, der Veranstalter dieses viertägigen Turniers war, hat die Erwartungen an die Fahrveranstaltung mehr als befriedigt", lobte der Präsident des Pferdesportverbandes Saar, Karl-Heinz Groß. Und weiter: "In einer gelungenen Kooperation mit der Stadt wurden quasi aus dem Nichts heraus mitten in der City optimale Bedingungen geschaffen. Obwohl der Bliesener Verein ja relativ klein ist, hat er sich mit anspruchsvollen Fahrturnieren einen Namen gemacht. An diesem Wochenende hat er seinen guten Ruf bestätigt. Der Verband ist stolz auf das, was Bliesen als Ausrichter dieser Meisterschaften geleistet hat."

Für Christoph Feidt und Elke Schnur, die Vorsitzenden des RFV Bliesen, gab es bei ihrem Turnier einen zentralen Aspekt: "Das Kutschfahren ist eine tolle, aber sehr aufwendige Sparte des Pferdesports. Aktuell gibt es im Saarland gerade beim Nachwuchs leider nur wenige Fahrer. Deshalb waren bei diesem Turnier auch keine Saarländer am Start. Unser Ziel war daher, mit diesem Event gerade der saarländischen Jugend den Fahrsport näher zu bringen, sie dafür zu begeistern und selbst zum Kutschfahren zu motivieren."

Bei mehreren Hundert Zuschauern täglich wird ihnen dies gewiss auch bei einigen gelungen sein. Mit Feuereifer dabei waren auf jeden Fall die Teilnehmer. In je drei kombinierten Prüfungen der Klassen A und M trugen sie hier im Dressur-, Gelände- und Kegelfahren die U25-Meisterschaft und das U16-Championat aus. Mit Rica Rethmeier stand dann am Sonntag die erste Jugendmeisterin fest. Die Abstände zwischen den Führenden waren dieses Jahr besonders klein - so blieb es bis zum Ende spannend. Mit einer Superrunde im Kegelfahren schob sich Rethmeier bei den Pony-Einspännern schließlich auf Platz eins.

Der Opa freut sich besonders

Den ersten Titel als deutsche Jugendmeisterin bei den Pferde-Einspännern gab es für Marcella Meinecke aus Eicklingen. Von der ersten bis zur letzten Prüfung zeigte sie in ihrer Klasse der Konkurrenz die Zähne. Ein Abwurf und Zeitfehler im Hindernisfahren änderten daran auch nichts mehr. Für Eckhardt Meinecke, einen Ex-Weltmeister im Fahren, war der Titel der Enkelin besonders schön. Den Titelkampf bei den Pony-Zweispännern dominierte Thomas Schuppert, den bei den Pferde-Zweispännern Toni Stötzer vom PSV Nägelstedt.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Meister von St. Wendel auf einen Blick: U16-Bundesnachwuchs-Championat: Pony-Einspänner: Karolin Schettler (SF Kusenhorst), Pony-Zweispänner: Antonia Brechtken (RC Düsseldorf), Pferde-Einspänner: Florian Müller (RFV Herford ). U25-Meisterschaft: Pony-Einspänner: Rica Rethmeier, RFV Herford , Pferde-Einspänner: Marcella Meinecke, RV Eicklingen, Pony-Zweispänner: Thomas Schuppert, Hallescher RFV Seeben, Pferde-Zweispänner: Toni Stötzer, PSV Nägelstedt. Länderpokal-Mannschaftswertung des Bundesnachwuchschampionats U16: Team Berlin-Brandenburg.Länderpokal-Mannschaftswertung der deutschen Meisterschaft U25: Team Rheinland-Pfalz mit Simone Haag, Jan Schäfer, Esther Wieser und Mannschaftsführer Alexander Schneider. hch