Hilfe für Eltern behinderter Kinder

St. Wendel. Für viele Menschen sind die Ferien die schönste Zeit des Jahres. Für Eltern behinderter Kinder ist es dagegen eine äußerst stressige Zeit. In diesen Wochen müssen sie ihre Kinder rund um die Uhr alleine betreuen, da die zeitliche Entlastung durch Schule oder Behinderteneinrichtungen entfällt

 Vanessa hilft Nina Rauber beim Basteln einer Kette. Foto: SZ

Vanessa hilft Nina Rauber beim Basteln einer Kette. Foto: SZ

St. Wendel. Für viele Menschen sind die Ferien die schönste Zeit des Jahres. Für Eltern behinderter Kinder ist es dagegen eine äußerst stressige Zeit. In diesen Wochen müssen sie ihre Kinder rund um die Uhr alleine betreuen, da die zeitliche Entlastung durch Schule oder Behinderteneinrichtungen entfällt. Da behinderte Kinder eine sehr intensive Betreuung benötigen, ist es ihnen kaum möglich, an den üblichen Ferienprogrammen der Vereine, wie Zeltlager, Reiterferien oder Abenteuercamp teilzunehmen. Familie Gessner aus Marpingen gehört zu den Betroffenen. Ihr 13jähriger Sohn Florian leidet am Prader-Willi-Syndrom, das bei ihm mit einem ständigen Verlangen nach Essen einhergeht. Zudem ist er entwicklungsverzögert und hat leichte Sprachstörungen. Florian besucht die G-Schule in Baltersweiler, macht bei der Jugendfeuerwehr in Marpingen mit und geht gerne in den Musikunterricht. Ansonsten sind die Eltern ständig eingebunden, da man Florian kaum alleine lassen kann.Dies ist gerade in den Schulferien ein Problem, da es für die Eltern kaum ein Durchschnaufen gibt.Hier greift der Familienentlastende Dienst (FED) der Lebenshilfe St. Wendel ein. Zurzeit führt man im Lebenshilfezentrum eine dreiwöchige "Ferienfreizeit" durch. Werktags von 9 Uhr bis 16 Uhr betreut man behinderte Kinder und Jugendliche und sorgte so für die dringend benötige Entlastung der Eltern. Anette Geßner weiß diese Hilfe sehr zu schätzen: "Toll, dass die Lebenshilfe diese Freizeit anbietet. Es gibt nichts Besseres. Florian ist begeistert dabei, hat viel Abwechslung und freut sich auf jeden Tag bei der Lebenshilfe." Doris Breid, Monique Fuchs und ihr Team vom Familienentlastenden Dienst gehen auf die Kinder ein, beschäftigen sich mit ihnen und sorgen für die regelmäßige Einnahme notwendiger Medikamente. Man isst und spielt zusammen, bastelt oder geht spazieren. Zwölf Betreuerinnen kümmern sich intensiv um 19 geistig und körperlich behinderte Jugendliche im Alter von sechs bis 29 Jahren. Auf Wunsch werden die Kinder vom Fahrdienst der Lebenshilfe zuhause abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. Bei schönem Wetter unternimmt man auch Ausflüge, etwa in den Zoo nach Neunkirchen, zum Barfußweg nach Tholey, zum Hütherhof, zum Wendelinushof oder zum Fischweiher nach Ottweiler. Diese gemeinsamen Aktivitäten in der Gruppe machen zum einen viel Spaß, zum andern werden die Kinder so in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung gefördert. Bezahlt wird die Betreuungsmaßnahme größtenteils von der Pflegekasse, die Eltern müssen lediglich für die Verpflegung und den Fahrdienst zum Wohnort aufkommen. Doris Breid, Abteilungsleiterin des FED bei der Lebenshilfe: "Eltern behinderter Kinder sind durch die Betreuung extrem gefordert und eingebunden, da gibt es kaum eine Möglichkeit zum Ausspannen oder zur Erledigung eigener Angelegenheiten. Wenn etwa die Mutter stationär ins Krankenhaus muss, ist guter Rat teuer. Wir versuchen zu helfen, indem wir stunden- oder tageweise einspringen." redInfo: Lebenshilfe, Familienentlastender Dienst, Doris Breid, Tel. (06851) 9301328

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