„Hier herrscht eine tolle Atmosphäre“

„Hier herrscht eine tolle Atmosphäre“

30 Händler aus St. Wendel und von anderswo haben am Karsamstag ihre Stände auf dem Dorfplatz in Osterbrücken aufgebaut. Anlass war der 16. Ostermarkt, der zahlreiche Besucher anlockte.

Auf dem Dorfplatz ist Ehrenfried Hauck fast so beliebt wie der Osterhase. Sein Stand ist wohl das größte Nest in ganz Osterbrücken . Hier verkauft er Bonbons, Lebkuchenherzen, gebrannte Mandeln, Schokolade und vieles mehr. Bereits zum zweiten Mal ist der Süßigkeiten-Händler aus Pirmasens auf dem Ostermarkt dabei. "Hier passt alles, der Markt ist klein und richtig gemütlich", sagt er und wirft die Zuckerwatte-Maschine an.

Wenige Meter weiter begrüßen Enten und Häschen aus Stroh die Besucher. Ein älteres Ehepaar schlendert an den Figuren vorbei. Beim Schmuckstand der Familie Jost bleiben die Eheleute stehen. "Der Renner ist dieses Jahr der Druckknopfschmuck", sagt Sven Jost. Er zeigt auf bunte Knöpfe. "Die lassen sich einfach auf einen Ring oder eine Kette stecken und können jederzeit wieder ausgetauscht werden", erklärt er. Sven ist mit seiner Frau Jennifer und seinem zehnjährigen Sohn Elias nach Osterbrücken gekommen. "Wir sind oft auf großen Märkten unterwegs. Aber hier herrscht eine ganz andere Atmosphäre. Das ist toll", sagt Jennifer Jost. Am Stand nebenan verkauft Stefanie van de Kerkhof Kränze und Wand-Deko aus Weide und Filz. Etwa 50 verschiedene Stücke hat sie dabei. Die Trendfarben in diesem Jahr: "Ganz klar Weiß-Rot-Grau", berichtet sie.

Bereits zum 16. Mal findet am Karsamstag der Markt auf dem Dorfplatz in Osterbrücken statt. Zum ersten Mal mit dabei ist Cathleen Kelkel. Ein kleiner Junge beobachtet, wie die Bildhauerin ihre Skulpturen in Stein meißelt. Die Saarlouiserin trägt eine Schürze und eine Schutzbrille. Mit viel Gefühl hämmert sie auf einem "Jaumont - Pierre de Soleil" herum. "Auf Deutsch heißt das soviel wie Metzer Sonnenstein", erklärt sie, grinst und fügt hinzu: "Passt ja zum Wetter heute." Seit sechs Jahren fertigt Kelkel solche Skulpturen an. Ihre Werkzeuge: Meißel, Raspel, Schleifpapier. "Wenn ich anfange, habe ich noch kein Bild im Kopf, wie die Skulptur einmal aussehen soll", sagt sie, "ich arbeite aus dem Bauch heraus, kommuniziere sozusagen mit dem Stein und lasse mich überraschen, was dabei rauskommt." Die Besucher sind von den Ergebnissen fasziniert. Trotz der "Bitte nicht anfassen"-Schilder können einige der Versuchung nicht widerstehen, über den glatten Stein zu streicheln.

Probieren und Informieren

Allerlei Leckeres aus der Region erwartete die Besucher.

An Tanja und Wolfgang Langs Stand ist probieren ausdrücklich erwünscht. Die beiden haben eine große Kiste voller Holzstäbchen auf ihrer Theke aufgestellt. Damit können die Besucher ihre verschiedenen Honigsorten kosten. Das Imker-Ehepaar wohnt in Osterbrücken und hat viele Stammkunden. "Die Imkerei ist für mich ein schöner Ausgleich zum Berufsleben", sagt Wolfgang Lang. Er genieße den Bezug zur Natur und die interessanten Gespräche mit seinen Kunden. "Wir sind nicht nur auf dem Ostermarkt, um Honig zu verkaufen. Sondern auch, um über unser Hobby aufzuklären", berichtet er. Viele Besucher hätten Fragen, etwa zum Bienensterben und zur Ernte.

Im Zelt gegenüber herrscht mittlerweile großer Andrang. Geduldig wartet eine Menschenschlange vor der Essensausgabe. "Gefillde mit Specksoß unn Sauerkraut" stehen auf dem Speiseplan. Aber auch wer nicht auf deftige Hausmannskost steht, wird auf dem Osterbrücker Markt fündig. Waffeln, Wildspezialitäten, gegrillter Ziegenkäse - die Auswahl ist groß. "Wir haben insgesamt 30 Stände mit regionalen Produkten und Kunsthandwerk", berichtet Ortsvorsteher Thomas Krampe. Viele Anbieter kommen aus dem Landkreis St. Wendel. Es seien aber ebenso Händler aus Saarbrücken, Merzig und Rheinland-Pfalz angereist. Auch für ein Unterhaltungsprogramm haben die Organisatoren gesorgt. "Die Tanzgruppe des SV Osterbrücken und das Unterhaltungs-Duo Pinacolada stehen heute noch auf der Bühne", erzählt Krampe. Außerdem gibt es Kinderschminken und eine Zaubervorführung für die jungen Besucher.

Im Hintergrund ist ein leises Hupen zu hören. Die historische Ostertalbahn kommt gerade. "Sie verkehrt zwischen Ottweiler und Schwarzerden und macht hier Halt", sagt Krampe. Der Ortsvorsteher hofft, dass sie im Laufe des Tages noch einige Gäste bringen wird.