Herzensprojekt als Talentschmiede

Herzensprojekt als Talentschmiede

„Aus der Region in der Region etwas bieten“ – das wollen die jungen Talente um David Steines aus Sitzerath mit ihrem Musical Project. Am Samstag, 30. Mai, 20 Uhr, präsentieren die Musiker ihre Show im Saalbau in St. Wendel. Vorher kamen zwei der Akteure – Chef David Steines und Kimberley Schummer – zum SZ-Redaktionsgespräch.

Hatten Spaß beim Redaktionsgespräch (von links): SZ-Redakteurin Melanie Mai, David Steines und Kimberley Schummer.

"Das Wunder von Bern” läuft derzeit im Auto von David Steines. Der Musiker hat sich das neue Musical in Hamburg erst vor Kurzem angeschaut. Und ist begeistert. "Noch gibt es keine Lizenzen", bedauert er. Aber mit Sicherheit wird auch dieses Musical in einer der nächsten Shows vertreten sein. Denn äußerst aktuell ist die Show Musical Project, das ist der Anspruch der Truppe um David Steines aus Sitzerath. Aktuell stehen beispielsweise relativ neue Stücke wie "Shrek", "Book of Mormon" oder auch "Rocky" auf dem etwa dreistündigen Programm. Aber auch Dauerbrenner wie "Tanz der Vampire" oder "Elisabeth". Der 26-Jährige fasst zusammen: "Wir bieten einen Querschnitt aus den beliebtesten Musicals , es sind aber auch Sachen drunter, die nicht jeder kennt."

Insgesamt werden Lieder aus 20 Musicals gespielt - jedes Jahr gibt es eine neue Show. Dafür proben die 16 Sänger - unter ihnen sind nur zwei Männer - zweimal pro Woche zwei Stunden in ihrem Probenraum in Türkismühle, an Sonn- oder Feiertagen auch schon mal den ganzen Tag. Jeder macht Vorschläge, welche Lieder denn ins Programm aufgenommen werden sollten. Am Ende entscheidet Steines, der einzige Profi unter den jungen Talenten aus dem Raum St. Wendel und Hermeskeil. Dieser sagt: "Ich schaue, welche Stimme könnte zu welchem Lied passen." Dann werden CDs und DVDs studiert und pro Probe etwa sechs bis acht Lieder hoch- und runtergesungen.

Im aktuellen Programm übernimmt Kimberley Schummer, ebenfalls aus Sitzerath, beispielsweise die Rolle der Kaiserin Elisabeth, ihre Traumrolle, wie sie im SZ-Redaktionsgepräch verrät. Klar und beeindruckend singt sie die schwierige Rolle - auch hier steht mit "Wie Du" nicht unbedingt das bekannteste Lied des erfolgreichsten deutschsprachigen Musicals auf dem Programm. Da merkt man, dass die 22-jährige Sängerin seit ihrem 15. Lebensjahr Gesangsunterricht nimmt. Aber mit ihrer Stimme Geld verdienen, das will sie nicht. Die Studentin der Musikwissenschaften sieht sich eher hinter der Bühne - "vielleicht am Staatstheater in Saarbrücken".

Steines hingegen hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er hat die Ausbildung an der Stage School in Hamburg zum Musical-Bühnendarsteller abgeschlossen und unterrichtet als Lehrer an der Modern Music School Gesang und Klavier. "Abends stehe ich auf irgendeiner Bühne", sagt er. Demnächst übrigens als Van Helsing im Musical "Dracula " in Illingen. Sein Traum ist eine Rolle in einer großen Produktion. Gibt es eine Traumrolle? Steines überlegt nicht lange: "Rudolf" aus "Rudolf - Affaire Mayerling". Das Musical um den österreichischen Kronprinzen hat es bisher allerdings noch nicht nach Deutschland geschafft. Aber schon in vergangene Shows des Musical Projects.

An dem Projekt, das es seit 2010 gibt, hängt sein Herz. "Mein großes Ziel ist es, das Projekt weiter auszubauen und neue Talente zu entdecken", sagt er. "Klein angefangen", habe sich die Qualität deutlich gesteigert. Auch in Sachen Technik und Kostüme, worum sie sich alle selber kümmern - "da werden auch Omas und Mamas eingespannt", erzählt Schummer. Zu den 16 Mitgliedern kommen noch fünf Verantwortliche für Technik und Requisite hinzu. "Wir alle sind wie eine Familie", betont die Sängerin. Denn auch außerhalb der Proben und der Auftritte "machen wir viel miteinander".

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