Hochwasser: Helfer aus dem Landkreis in Kleinblittersdorf im Einsatz

Hochwasser : Helfer aus dem Landkreis in Kleinblittersdorf im Einsatz

Einsatzkräfte der THW-Ortsverbände Theley, Freisen und St. Wendel unterstützten Hoochwasser-Helfer nahe der französischen Grenze.

Insgesamt 30 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Landkreis St. Wendel (Ortsverbände Theley, Freisen, St. Wendel) unterstützten am Freitag und Samstag in Kleinblittersdorf und in Rheinland-Pfalz die Hochwasser-Helfer.

So lieferte das THW Feisen eine Sandsackfüllstation nach Irrel in der Eifel. Das THW Theley, Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen, fuhr nach Kenn. Die Helfer waren  mit Klein- und Großpumpen für einen etwaigen Einsatz bei Hochwasser in Bereitschaft. Ein Damm war gebrochen, der Stausee Bitburg drohte überzulaufen. Der Damm war nach Angaben des St. Wendeler THW-Chefs Markus Tröster voll geöffnet. 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ergossen sich in die Sauer. „Es wurde mit dem größten Hochwasser in der Geschichte der Sauer gerechnet, was zum Glück nicht eintrat“, berichtet Tröster.

Die Fachgruppe Räumen des THW St. Wendel war mit einem Radlader und einem LKW-Kipper in Kleinblittersdorf im Einsatz. Die Helfer in Blau räumten die von Schlamm und Geröll verwüsteten Straßen und stellten zumindest provisorisch die Infrastrukur wieder her. Ein Straßenzug wurde dabei eingeebnet, damit Anwohner wieder aus den Häusern kamen. Weitere Aufaben waren der Transport von Sandsäcken und das Abfahren der Gesteinsmassen. Der Einsatz  nahe der französischen Grenze dauerte zwei komplette Tage – Freitag und Samstag. In Bereitschaft versetzt waren weitere knapp 50 Kräfte der THW-Ortsverbände im St. Wendeler Land.

Nach eigener Aussage ist Tröster nach der Rückkehr immer noch schockiert. Seit knapp 20 Jahren sei er beim THW, war beim Jahrhundert-Hochwasser an der Elbe mit von der Partie. „Aber das, was der Starkregen hier verursacht hat, begreift man selbst dann nicht, wenn man direkt davor steht“, sagt Tröster. Und weiter: „Die Wassermassen zerstören in Sekunden alles, was ihnen in den Weg kommt.“ Er habe kurz mit einem älteren Mann sprechen können, der wie versteinert vor seiner Wohnung stand, die völlig zerstört, ausgehöhlt und bis zum Fundament freigespült worden war. „Als er mir dann unter Tränen sagte, dass er es selbst aufgebaut hatte, musste ich gehen“, gestand Tröster. Zu sehr berührte ihn die Geschichte des Mannes. Direkt neben der Ruine des Mannes standen demolierte Fahrzeuge in einer Garage. Diese und viele weitere Wagen sind wohl nur noch Totalschaden. „Eine ganze Straße ist so zerstört, dass man meint, sich in einer Erdbebenregion zu befinden“, beschreibt Tröster die Situation. Dort komme selbst ein Fußgänger nur schwer durch.

Und dann der Lichtblick: „Trotz allem ist hier gerade niemand alleine. Alle packen an.“ Statt den Kopf in den Sand zu stecken, greifen die Menschen zur Schaufel. Jeder tue, was er kann. „Es wird Trost gespendet. Hilfsorganisationen und Bewohner wachsen zu einer großen Familie zusammen. Ein Gefühl, das nicht zu beschreiben ist.“ Dann erzählt er von zwei Anwohnern, die mit Verpflegung bei den Hilfskräften auftauchten. Einer von ihnen sagte: „Wir können zusammen arbeiten, also machen wir auch zusammen Pause. Wir haben für euch alles mitgebracht, was wir zu Hause noch hatten.“

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