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Heim-Bewohner sollen sich heimisch fühlen

Heim-Bewohner sollen sich heimisch fühlen

Hier soll sich niemand abgeschoben fühlen. Deshalb achtet das Personal im St. Wendel Seniorenzentrum besonders darauf, dass auf die Bedürfnisse und Neigungen der Heim-Bewohner eingegangen wird.

Alt sein, in ein Altenheim abgeschoben und vergessen werden: Das ist eines der gängigen Klischees, die noch in den Köpfen vieler Menschen herumspuken. Doch in der Altenpflege hat sich viel getan in den zurückliegenden Jahrzehnten. "Der Einsatz von Hilfspersonal gehört zum Beispiel der Vergangenheit an", erklärt Angelika Guder. Seit zehn Jahren ist sie die Pflegedienstleiterin des Seniorenzentrums Im Ostertal in St. Wendel . Seit 40 Jahren ist sie insgesamt in der Altenpflege tätig, hat also bereits einige Entwicklungen hautnah miterlebt.

So sei die Unterbringung in Mehrbettzimmern ebenfalls lange vorbei. "Heute können die Bewohner in den meisten Einrichtungen zwischen Einzel- und Mehrbettzimmer wählen", so die Pflegedienstleiterin. Damit sich die Bewohner in ihren neuen Lebensräumen wohlfühlen, ist eine individuelle Gestaltung der Zimmer nicht nur möglich, sondern meist auch ausdrücklich erwünscht. Eigene Möbel, lieb gewonnene Bilder oder weitere Mitbringsel als Erinnerung sind also gerne gesehen. Sogar Haustiere können nach Rücksprache oftmals mitgebracht werden. "Unsere derzeit älteste Bewohnerin, Elfriede Müller, hat zwei Wellensittiche: Peterle und Bobby", erzählt Angelika Guder. Die beiden Vögel seien für die bald 101-Jährige ihr ein und alles.

"Was auch zu beobachten ist, ist, dass die Bewohner immer jünger werden", sagt Assina Haan . Die ausgebildete Krankenschwester ist seit 2009 im Seniorenzentrum Im Ostertal und als Wohnbereichsleiterin tätig. Seien vor etwa zehn Jahren vermehrt Menschen, die älter als 80 Jahre waren, gekommen, sind heute einige Bewohner erst Anfang 50, Alkoholiker oder demenziell Veränderte zum Beispiel. Das Team besteht heute zu etwa gleichen Teilen aus Pflegefachkräften und Pflegehilfskräften. "Die meisten Hilfskräfte haben eine einjährige Grundausbildung, in der etwa prophylaktische Maßnahmen erlernt werden", erklärt Katja Seyler, ebenfalls Wohnbereichsleiterin und mit Unterbrechungen seit 2003 hier tätig. Außerdem werden die Mitarbeiter ständig geschult, sowohl im Haus selbst als auch bei externen Seminaren.

Bereits beim Einzug wird eine Biografie der Bewohner erstellt. Anhand dieser werden Vorlieben, Abneigungen oder gewisse Rituale notiert, auf die das Personal dann Rücksicht nimmt. Abwechslung in den sonst recht strukturierten Alltag bringen interne und externe Veranstaltungen, kleine Ausflüge oder Gottesdienste. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Hausärzten sei eine optimale medizinische Versorgung garantiert.

All diese Vorgänge bringen jedoch eine "aufwendige und leider zeitraubende Dokumentationsarbeit mit sich", wie Angelika Guder erzählt. Zwischen festgehaltenem Sturzrisiko, genauem Trinkprotokoll, Tabletteneinnahme und endlosen Telefongesprächen, bei denen man auf Auskünfte, beispielsweise der Ärzte, wartet, gehe viel Zeit verloren, die eigentlich für die Bewohner vonnöten sei. Anhand dieser sehr umfangreichen Dokumentationen wird unter anderem auch eine Qualitätsstufe der Häuser vergeben. "Ein fehlendes Kreuzchen kann Punktabzug geben", erklärt Assina Haan . "Der Verwaltungsaufwand steht in keinem Verhältnis", pflichtet ihr Katja Seyler bei. Damit sich dies ändert, nimmt die Hausleitung an der "Petition zur Reduzierung der Dokumentationspflicht der Pflegekräfte" teil.

Hinzu kommen unangekündigte Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landesheimgesetz Saarland und dem Gesundheitsamt. Diese prüfen nicht nur, sondern haben auch eine beratende Funktion. Die Zusammenarbeit mit diesen Gremien habe sich im Laufe der Zeit erheblich verbessert. Bei der letzten MDK-Prüfung hat das Seniorenzentrum Im Ostertal die Note 1,1 bekommen.

Zum Thema:

Auf einen BlickSteckbrief: Seniorenzentrum Im Ostertal, Frohnhoferstraße 9+11, 66606 St. Wendel , Telefon (0 68 58) 9 00 00, Fax: (0 68 58) 90 00 36, E-Mail: info@seniorenzentrum-ostertal.de, Internet: www.seniorenzentrum-ostertal.de . 86 Plätze. Angebot: Demenzbetreuung und soziale Betreuung, basale Stimulation, Gedächtnistraining, Biografiearbeit, Sturzprophylaxe, Sitzgymnastik, Singen, Aromatherapie , Spiele, Gesprächskreis, Kochen, Backen, Spazieren, Ausflüge, Feste. red