1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Hans Kirsch spricht über Zwangssterilisation

Vortrag : Über die Zwangssterilisation im „Dritten Reich“

Zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Thema „Zwangssterilisation im Dritten Reich: Die Verfolgung der Erbkranken – Ostertal und St. Wendel“ lädt die Stadt- und Kreisbibliothek für Donnerstag, 6. September.

Referent ist Hans Kirsch aus Selchenbach, Mitautor des Bandes vier der „Chronik des mittleren Ostertals“.

Kurz nach der Machtergreifung der NSDAP im Dritten Reich wurden zwei Gesetze erlassen, die die antisemitische und rassistische Ideologie der Nationalsozialisten sehr deutlich widerspiegeln, das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (14. Juli 1933) und das „Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes“ (18. Oktober 1935).

Diese dienten der so genannten Rassenhygiene durch „Unfruchtbarmachung“. Die Gesundheitsämter erhielten den Auftrag, die „Erbkranken“ innerhalb der Bevölkerung herauszufinden, sie zu überprüfen und Anträge auf Zwangssterilisation beim Erbgesundheitsgericht zu stellen.

In rund 90 Prozent aller Fälle gab das Gericht den Anträgen statt. Im Saarland wurden von 1935 bis 1944 2886 Anträge auf Zwangssterilisation gestellt. Wobei es im Kreis St. Wendel – bezogen auf die Einwohnerzahlen – die größte Antragsdichte gab.

Allein im mittleren Ostertal wurden mindestens 25 Überprüfungen vorgenommen und mindestens 16 Zwangssterilisationen durchgeführt.

In seinem Vortrag geht Hans Kirsch anonym auf die Opfer, aber auch sehr deutlich auf die Täter ein, die den Menschen damals unendliches Leid zugefügt hatten.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 6. September, in der Stadt- und Kreisbibliothek im Mia-Münster-Haus statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.