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Pflegestützpunkt: Häusliche Pflege ist in Euro nicht messbar

Pflegestützpunkt : Häusliche Pflege ist in Euro nicht messbar

Besonderes Engagement in der Pflege wurde in Alsfassen jetzt gewürdigt. Fünf Ehrenamtler wurden mit der Pflegemedaille des Saarlandes geehrt.

Saar-Sozialstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) hat im Alsfasser Pfarrheim fünf Bürger aus dem Landkreis St. Wendel mit der Pflegemedaille des Saarlandes ausgezeichnet. „Das, was sie geleistet haben und noch leisten, ist keine Selbstverständlichkeit“, würdigte Staatssekretär Kolling. Menschen, so Kolling weiter, wollen dort alt werden, wo sie sich wohlfühlen. Im Saarland werden 70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in der Häuslichkeit gepflegt. „Pflegende Angehörige leisten den Hauptteil der Pflege in Familien und erfüllen anspruchsvolle Aufgaben, deren Stellenwert in Anbetracht der demografischen Entwicklung weiter wachsen wird“, erklärte Kolling. Zur Pflege komme noch die Bewältigung von Anträgen und Vorschriften mit der Krankenkasse hinzu. „Hier sind wir als Landesregierung gefordert, damit vieles verbessert wird“, meinte der Winterbacher. Denn überhaupt sei die häusliche Pflege nicht in Euro zu messen, sie sei nicht bezahlbar und nicht greifbar. „Jeder neue Tag stellt die pflegenden Angehörigen vor eine neue Herausforderung, besser gesagt, ein neues Abenteuer“, sagte der Staatssekretär.

Fünf Bürger überreichte er als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit in der Pflege und Betreuung die Pflegemedaille des Saarlandes. „Die Aufgabe, ihre Angehörigen zu pflegen, ist für sie zur Herzensangelegenheit geworden“, betonte Kolling. Die nachfolgenden fünf Menschen seien Helden der Gesellschaft und das Gesicht der Menschlichkeit. Ausgezeichnet wurde die 67-jährige Annetraud Kling aus Hoof. Sie betreut ihre Tante, die auch im hohen Alter von 94 Jahren durch den Einsatz der Nichte in den eigenen vier Wänden wohnen kann.

Als „Dorfschwester“ kümmert sich Kling zudem um weitere 25 Personen in Hoof. Die Oberthalerin Bärbel Schäfer (54) pflegt und betreut seit zwei Jahrzehnten ihre 83-jährige Mutter. Viele Jahre hat sie auch ihren vor vier Jahren verstorbenen Vater gepflegt. Die Intensivpflegerin kümmert sich in der Gemeinde noch zusätzlich um weitere hilfsbedürftige Menschen. Lorenz Rauber (61) aus Alsweiler gab seinen Beruf auf, um dem hohen Hilfsbedarf seiner 91 Jahren alten Mutter bis Dezember 2018 abzudecken.

In dieser Zeit übernahm er auch die Pflege seiner an Krebs erkrankten Schwester. Die Sitzeratherin Maria Wagner (64) hat 1994 die Pflege ihrer Mutter übernommen. Bis zum Tode der 100 Jahre alten Seniorin im November 2018 wurde der Pflegeaufwand immer größer. Vera Schmidt (57) aus Urweiler pflegt seit 2011 ihren Ehemann, der an Demenz erkrankt ist. Mittlerweile ist der 63-Jährige stationär untergebracht, dennoch kümmert sie sich weiterhin täglich um ihren Mann. „Die Geehrten haben ein wichtiges Signal gesetzt, indem sie familiäre Pflege sicherstellen und pflegebedürftigen Menschen den bevorzugten Verbleib in der vertrauten Umgebung ermöglichen“, lobte Kolling. Denn die Pflegepersonen würden die Arbeit der professionellen Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten ergänzen, wodurch ein Wechsel in ein Heim verzögert beziehungsweise vermieden werden könne.