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Gymnasium in St. Wendel verteilt 69 Medaillien beim Cusanustag

Feierstunde am St. Wendeler Gymnasium : Cusanuspreis geht an Franziska Böhnlein

Die Preisträgerin teilte ihre Auszeichung mit Mitschülern. Beim Cusanustag wurden zudem 69 Medaillen verliehen.

Nach einem musikalischen Entrée der Bigband Urknällchen der Musikschule des Landkreises St. Wendel unter der Leitung von Ernst Urmetzer begrüßte der Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums, Martin Wagner, die Gäste. „Im elften Jahr feiern wir nun den Cusanustag, den nach der Abiturfeier höchsten Feiertag unserer Schule“, eröffnete Wagner. Dieser wird dazu genutzt, um die besonderen Leistungen der Schüler zu ehren. Gleichzeitig soll der Namenspatron der Schule, Nikolaus von Kues, besser bekannt als Cusanus, stärker in den Vordergrund gerückt werden. Die Schirmherrin des Cusanustages 2020 war die Vorstandvorsitzende der Globus-Stiftung, Graciela Bruch.

Als  Überraschung des Abends, griff der Festredner Wilhelm-August Scheer, Vorsitzender des Beirates der Scheer GmbH, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der IDS Scheer AG, sowie ehemaliger Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, zum Saxophon und improvisierte zu einem Jazz-Stück der Bigband Urknällchen. Im Anschluss begeisterte er die Gäste in einem fast einstündigen Vortrag mit seinen schon sehr privaten Einblicken in ein erfolgreiches Unternehmerleben.

„Ich kann sagen, dass ich in der Summe mit meinem Leben ganz zufrieden bin“, fasste Scheer seine unternehmerische Karriere kurz zusammen. Er verstand seinen Vortrag auch als Werbung für ein Leben als Unternehmer. Unternehmertum bedeute für ihn, eine Idee quasi aus dem Nichts zu realisieren. „Das bedeutet nicht erst zu fragen, wo kriege ich das Geld her und wer gibt mir das, sondern dass man umgekehrt denkt, ich will etwas erreichen und ich muss selber dafür sorgen, die Ressourcen, die ich dafür benötige  zu organisieren.“

Erfolgreiche Unternehmen werden von Persönlichkeiten gegründet, die eine Vision haben, die sie konsequent verfolgen und in die Tat umsetzen und ihre jeweiligen Teams mit einer gewissen Strahlkraft dominieren. Denn man hat auch als Unternehmer nur ganz selten alle Fähigkeiten, die nötig sind, um Erfolg zu haben. Daher braucht es Unterstützer in einem Team, die mit ihren jeweiligen Kernkompetenzen dazu beitragen, dass die Visionen Wirklichkeit werden. „Noboddy is perfect, but the team can be perfect (Niemand ist perfekt, aber das Team kann perfekt sein)“, fasste er die Quintessenz zusammen. Neben einem Visionär seien ein Analytiker und jemand mit Sozialkompetenz und Empathie gefragt, sinnierte Scheer weiter. „Unternehmer sind die produktiven Zerstörer. Sie zerstören das Gestrige, das Gegenwärtige, um es durch etwas Besseres zu ersetzen“, führte er den Gedanken weiter. „Wer wachsen will, muss delegieren. Und er muss bereit sein, den damit einhergehenden Qualitätsverlust zu ertragen“, fasste er eine weitere Erkenntnis seiner jahrzehntelangen unternehmerischen Tätigkeit zusammen.

Insgesamt 69 Mal wurde an diesem Abend die Cusanusmedaille verliehen. Einige Schüler erhielten die Auszeichnung sogar mehrfach. Bedacht wurden die Bereiche Jahrgangsbeste, DELF-Diplome, Tischtennis, Mountain-Bike-Schulmeisterschaften, Jugend präsentiert/Jurorinnen Jugendbuchpreis, ChemEx, Mathe-Olymp, Känguru, Info-Biber, IBO und bei den Abiturienten die Bereiche Chemie-AG, Schulsanitätsdient, Medienscouts, Tanz-AG und die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Misheni Moyo.

„Wer sich für eine gute Sache engagiert, geht nicht nur einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach, sondern bereichert auch seine eigene Persönlichkeit“, erklärte der Laudator des Abends, Studienrat Peter Allenbacher. „Solche Menschen sind Vorbilder, die wir in unserer heutigen Welt mit vielen fragwürdigen Idolen mehr denn je benötigen.“ Damit überreichte er Louisa Bauer, Franziska Böhnlein, Lena Piro und Anna Urhahn für ihr herausragendes Engagement innerhalb der Schulgemeinschaft jeweils ein Buchpräsent.

 Für ihr herausragendes Engagement innerhalb der Schulgemeinschaft wurden Louisa Bauer, Cusanuspreisträgerin Franziska Böhnlein, Lena Piro, Anna Urhahn mit Buchpreisen bedacht.
Für ihr herausragendes Engagement innerhalb der Schulgemeinschaft wurden Louisa Bauer, Cusanuspreisträgerin Franziska Böhnlein, Lena Piro, Anna Urhahn mit Buchpreisen bedacht. Foto: Ralf Mohr
 „Niemand ist perfekt, aber das Team kann perfekt sein“ war eine der Weisheiten, die die Gäste des Cusanustages 2020 von Festredner  Wilhelm-August Scheer erfahren durften.
„Niemand ist perfekt, aber das Team kann perfekt sein“ war eine der Weisheiten, die die Gäste des Cusanustages 2020 von Festredner  Wilhelm-August Scheer erfahren durften. Foto: Ralf Mohr

Für ihr selbstloses, aus Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein entstandenes Engagement für die Schule überreichte die neu gewählte Direktorin der Landesmedienanstalt, Ruth Meyer, der Cusanus-Preisträgerin Franziska Böhnlein, die Auszeichnung. Als ein Bindeglied zwischen Mitschülern, Lehrern und der Schulleitung bezeichnete sie der Laudator. „Sie brennt für diese Schule durch ihre tatkräftige Arbeit“, unterstrich Peter Allenbacher ihr herausragendes Engagement. Die Preisträgerin erklärte mit bewegter Stimme, dass sie das nicht alles alleine geschafft habe. „Wir waren immer eine Gemeinschaft, und haben all die Sachen gemeinsam geplant, erledigt, bewältigt und uns gegenseitig unterstützt“, dankte sie ihren Mitschülern. Exemplarisch bat sie Lena Piro, Josina Lesch, Louisa Bauer, Anna Urhahn und Laura Haßdenteufel auf die Bühne, „damit das für die ganze Schulgemeinschaft sichtbar wird.“ Weiter: „Euch gebührt der Preis genauso wie mir.“