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Genussvolle Vielfalt; Frischer Wein aus dem Saarland

Genussvolle Vielfalt; Frischer Wein aus dem Saarland

Am kommenden Wochenende präsentieren die saarländischen Winzer von der Obermosel den Wein des Jahrgangs 2015 - zum einen bei der SZ in Saarbrücken, zum anderen beim Proufdach in Perl.Acht Winzer, acht Weine: Die Redaktion der Saarbrücker Zeitung hat bei der Jungweinprobe in Perl die frischen Weine des Jahrgangs 2015 aus dem Saarland gekostet. Die heimischen Winzer von der Obermosel werden ihre jüngsten Erzeugnisse am kommenden Wochenende der Öffentlichkeit vorstellen - zum einen beim SZ-Weinforum in Saarbrücken im Pressehaus der Saarbrücker Zeitung in der Eisenbahnstraße, zum anderen beim Proufdach, dem Weinprobiertag in Perl (siehe Infokasten). Den einzigen Rosé des jungen Jahrgangs, einen Blauen Spätburgunder, stellt das Sekthaus Gerd Petgen aus Sehndorf an. 12,0 Prozent Alkohol, 9,0 Gramm Restsüße pro Liter und 6,4 Gramm Säure enthält der Tropfen. "Der Blaue Spätburgunder, ein klassischer, leichter Sommerwein, wird sich in den kommenden Wochen gut entwickeln", stellt Petgen, der neue Präsident des Saarländischen Winzerverbandes, seinen Wein vor. Sieben Euro kostet die Flasche. Nächster Wein : ein trockener Weißer Burgunder vom Weingut Edgar Gales in Nennig. "Dieser Wein zeichnet sich durch sein Birnenaroma aus ", erklärt Gales. Die Fakten: 3,5 Gramm Restzucker, 5,5 Gramm Säuregehalt, 12,0 Prozent Alkohol, 6,50 Euro pro Flasche. Der Preis für diesen kräftigen Wein sei stabil geblieben. "Aber eigentlich sind wir viel zu preiswert für die Qualität, die wir an der saarländischen Mosel liefern", schmunzelt Gales. Peter Petgen vom Weingut Karl Petgen (Nennig) nimmt seinen Verkostungs-Wein aus der Kühlung, einen Riesling. "Wir haben an der Obermosel so viele verschiedene Rebsorten, dass wir auch möglichst viele davon präsentieren sollten", erklärt er. Riesling ist allerdings einer der selteneren Vertreter im Saarland . Auf gerade mal fünf Prozent der Anbauflächen wachsen Rieslingtrauben. Petgens Reben gedeihen auf Muschelkalkboden. "Knackig frisch schmeckt der Wein ", findet er. Ein Aromamix von Mango, Pfirsich und Zitrone zeichne ihn aus . Eine Flasche davon kostet 7,50 Euro. Der Wein enthält 6,0 Gramm Restzucker und 6,7 Gramm Säure. Interessant wie immer die Weine vom Bioweingut Ollinger-Gelz, dieses Mal vertreten durch den Winzernachwuchs, den 25-jährigen Simon Ollinger. Er stellt einen Auxerrois vor, eine Spezialität der Obermosel-Winzer. Was das Aushängeschild der Region ausmacht? Der Auxerrois besitzt meistens wenig Säure und ist sehr bekömmlich. Die Winzer sind sich einig: Das Qualitätsspektrum, das diese Sorte bei ihnen an der Mosel erreicht, bekommen Weinfreunde nirgendwo sonst in Deutschland. Vor knapp sieben Wochen ist der Bio-Wein abgefüllt worden. "Die Weine haben sich dieses Jahr schon früh entwickelt. Sie sind auf einem guten Weg, und wir sind mit ihrer Qualität sehr zufrieden", erläutert Ollinger. Seine fruchtige Note und sein tropisches Ananas-Aroma machen diesen Wein besonders. Der Säuregehalt liegt bei 6,0 Gramm, der Restzucker bei 5,0 Gramm, der Alkoholgehalt bei 11,5 Prozent, und die Flasche gibt es für 7,50 Euro. "Ein junger, frischer Wein , der Spaß macht", so charakterisiert Winzer Thomas Schmitt vom Weingut Schmitt-Weber in Perl seinen Grauen Burgunder. Der 2015er aus dem Traditionshaus kommt erstmals mit neuem, minimalistischem Etikett daher. Für Schmitt spielt das Aussehen der Flasche mit eine entscheidende Rolle. Was eignet sich seiner Auffassung nach besser als die typische Mosel-Flasche, der so genannte Schlegel? Der feinherbe Graue Burgunder hat einen Restzuckergehalt von 9,6 Gramm, einen Säuregehalt von 6,2 Gramm und einen Alkoholgehalt von 12,0 Prozent. Preis pro Flasche: 7,90 Euro. Interessant auch der Graue Burgunder vom Weingut Ökonomierat Helmut Herber. Auf 13,0 Prozent Alkoholgehalt bringt es dieser Tropfen. "Das ist ein Wein mit viel Potenzial", beschreibt ihn der ehemalige Präsident des Winzerverbands. "Er hat ein reifes Aroma von gelben Früchten." Sein Restzuckergehalt liegt bei 7,5 Gramm, der Säuregehalt bei 7,0 Gramm. Preis: 8,50 Euro. Wechsel zur nächsten Rebsorte: Das Weingut Willy Hartmann stellt einen für die Region exotischen fruchtig, frischen Chardonnay an. "Der nicht mehr ganz trockene Weißwein passt hervorragend zu asiatischem Essen", empfiehlt der Winzer. Zu haben ist der Wein mit 12,5 Prozent Alkoholgehalt, 6,8 Gramm Säuregehalt und 9,2 Gramm Restzucker für sechs Euro pro Flasche. Schließlich ein Sauvignon Gris des Georg Baron von Hobe-Gelting. Seit zirka 35 Jahren baut er diese Sorte rund um Schloss Thorn an. "Der Wein sorgt für eine wahre Aromenexplosion", verspricht der Adelige nicht zu viel. Der Geschmack erinnert an grüne Stachelbeeren, eine Gaumenfreude. Der Baron empfiehlt auch diesen Wein als Begleiter zur fernöstlichen Küche. Die Weinrebe ist wie wir Menschen. Sonne mag sie gerne, aber nicht zu viel davon, sonst gibt es Sonnenbrand. Der hätte im vergangenen Jahr fast den Trauben der heimischen Winzer geblüht. "Wir hatten schon nicht mehr an den Jahrgang geglaubt", bemerkte Peter Petgen vom Weingut Karl Petgen in Nennig. Viel zu hoch war die Durchschnittstemperatur 2015, zu warm und zu trocken das ganze Jahr. "Dann kam im September zum Glück der rettende Regen", erzählt er erleichtert. Weil der Regen nicht zu lange anhielt, konnten die saarländischen Moselwinzer doch noch gesunde und reife Trauben ernten. Der Ertrag also zufriedenstellend. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die 2015er Weine etwas alkoholreicher. "Der junge Wein weist hohe Zuckerwerte und niedrige Säurewerte auf", erklärt Petgen weiter. Das spreche für die gute Qualität. Seit 20 Jahren laden die Perler Winzer einmal im Jahr zu ihrer Jungweinprobe ein. Beim Treffen mit der SZ-Redaktion kam auch der Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch zum ersten Mal in den Genuss, die Weine des neuen Jahrgangs vorab zu testen. Seit November ist Uhlenbruch im Amt. "Meine Erwartungen wurden übertroffen", sagt er. Die regionalen Weine seien ein gutes Aushängeschild für die Gemeinde. Auch wenn das Anbaugebiet nicht groß ist, so sei doch die Qualität statt der Menge entscheidend für einen guten Wein . Produktion dieser Seite: Wolf porz Patricia heine

Am kommenden Wochenende präsentieren die saarländischen Winzer von der Obermosel den Wein des Jahrgangs 2015 - zum einen bei der SZ in Saarbrücken, zum anderen beim Proufdach in Perl.Acht Winzer, acht Weine: Die Redaktion der Saarbrücker Zeitung hat bei der Jungweinprobe in Perl die frischen Weine des Jahrgangs 2015 aus dem Saarland gekostet. Die heimischen Winzer von der Obermosel werden ihre jüngsten Erzeugnisse am kommenden Wochenende der Öffentlichkeit vorstellen - zum einen beim SZ-Weinforum in Saarbrücken im Pressehaus der Saarbrücker Zeitung in der Eisenbahnstraße, zum anderen beim Proufdach, dem Weinprobiertag in Perl (siehe Infokasten).

Den einzigen Rosé des jungen Jahrgangs, einen Blauen Spätburgunder, stellt das Sekthaus Gerd Petgen aus Sehndorf an. 12,0 Prozent Alkohol, 9,0 Gramm Restsüße pro Liter und 6,4 Gramm Säure enthält der Tropfen. "Der Blaue Spätburgunder, ein klassischer, leichter Sommerwein, wird sich in den kommenden Wochen gut entwickeln", stellt Petgen, der neue Präsident des Saarländischen Winzerverbandes, seinen Wein vor. Sieben Euro kostet die Flasche.

Nächster Wein : ein trockener Weißer Burgunder vom Weingut Edgar Gales in Nennig. "Dieser Wein zeichnet sich durch sein Birnenaroma aus ", erklärt Gales. Die Fakten: 3,5 Gramm Restzucker, 5,5 Gramm Säuregehalt, 12,0 Prozent Alkohol, 6,50 Euro pro Flasche. Der Preis für diesen kräftigen Wein sei stabil geblieben. "Aber eigentlich sind wir viel zu preiswert für die Qualität, die wir an der saarländischen Mosel liefern", schmunzelt Gales.

Peter Petgen vom Weingut Karl Petgen (Nennig) nimmt seinen Verkostungs-Wein aus der Kühlung, einen Riesling. "Wir haben an der Obermosel so viele verschiedene Rebsorten, dass wir auch möglichst viele davon präsentieren sollten", erklärt er. Riesling ist allerdings einer der selteneren Vertreter im Saarland . Auf gerade mal fünf Prozent der Anbauflächen wachsen Rieslingtrauben. Petgens Reben gedeihen auf Muschelkalkboden. "Knackig frisch schmeckt der Wein ", findet er. Ein Aromamix von Mango, Pfirsich und Zitrone zeichne ihn aus . Eine Flasche davon kostet 7,50 Euro. Der Wein enthält 6,0 Gramm Restzucker und 6,7 Gramm Säure.

Interessant wie immer die Weine vom Bioweingut Ollinger-Gelz, dieses Mal vertreten durch den Winzernachwuchs, den 25-jährigen Simon Ollinger. Er stellt einen Auxerrois vor, eine Spezialität der Obermosel-Winzer. Was das Aushängeschild der Region ausmacht? Der Auxerrois besitzt meistens wenig Säure und ist sehr bekömmlich. Die Winzer sind sich einig: Das Qualitätsspektrum, das diese Sorte bei ihnen an der Mosel erreicht, bekommen Weinfreunde nirgendwo sonst in Deutschland. Vor knapp sieben Wochen ist der Bio-Wein abgefüllt worden. "Die Weine haben sich dieses Jahr schon früh entwickelt. Sie sind auf einem guten Weg, und wir sind mit ihrer Qualität sehr zufrieden", erläutert Ollinger. Seine fruchtige Note und sein tropisches Ananas-Aroma machen diesen Wein besonders. Der Säuregehalt liegt bei 6,0 Gramm, der Restzucker bei 5,0 Gramm, der Alkoholgehalt bei 11,5 Prozent, und die Flasche gibt es für 7,50 Euro.

"Ein junger, frischer Wein , der Spaß macht", so charakterisiert Winzer Thomas Schmitt vom Weingut Schmitt-Weber in Perl seinen Grauen Burgunder. Der 2015er aus dem Traditionshaus kommt erstmals mit neuem, minimalistischem Etikett daher. Für Schmitt spielt das Aussehen der Flasche mit eine entscheidende Rolle. Was eignet sich seiner Auffassung nach besser als die typische Mosel-Flasche, der so genannte Schlegel? Der feinherbe Graue Burgunder hat einen Restzuckergehalt von 9,6 Gramm, einen Säuregehalt von 6,2 Gramm und einen Alkoholgehalt von 12,0 Prozent. Preis pro Flasche: 7,90 Euro.

Interessant auch der Graue Burgunder vom Weingut Ökonomierat Helmut Herber. Auf 13,0 Prozent Alkoholgehalt bringt es dieser Tropfen. "Das ist ein Wein mit viel Potenzial", beschreibt ihn der ehemalige Präsident des Winzerverbands. "Er hat ein reifes Aroma von gelben Früchten." Sein Restzuckergehalt liegt bei 7,5 Gramm, der Säuregehalt bei 7,0 Gramm. Preis: 8,50 Euro.

Wechsel zur nächsten Rebsorte: Das Weingut Willy Hartmann stellt einen für die Region exotischen fruchtig, frischen Chardonnay an. "Der nicht mehr ganz trockene Weißwein passt hervorragend zu asiatischem Essen", empfiehlt der Winzer. Zu haben ist der Wein mit 12,5 Prozent Alkoholgehalt, 6,8 Gramm Säuregehalt und 9,2 Gramm Restzucker für sechs Euro pro Flasche.

Schließlich ein Sauvignon Gris des Georg Baron von Hobe-Gelting. Seit zirka 35 Jahren baut er diese Sorte rund um Schloss Thorn an. "Der Wein sorgt für eine wahre Aromenexplosion", verspricht der Adelige nicht zu viel. Der Geschmack erinnert an grüne Stachelbeeren, eine Gaumenfreude. Der Baron empfiehlt auch diesen Wein als Begleiter zur fernöstlichen Küche. Die Weinrebe ist wie wir Menschen. Sonne mag sie gerne, aber nicht zu viel davon, sonst gibt es Sonnenbrand. Der hätte im vergangenen Jahr fast den Trauben der heimischen Winzer geblüht. "Wir hatten schon nicht mehr an den Jahrgang geglaubt", bemerkte Peter Petgen vom Weingut Karl Petgen in Nennig. Viel zu hoch war die Durchschnittstemperatur 2015, zu warm und zu trocken das ganze Jahr. "Dann kam im September zum Glück der rettende Regen", erzählt er erleichtert. Weil der Regen nicht zu lange anhielt, konnten die saarländischen Moselwinzer doch noch gesunde und reife Trauben ernten. Der Ertrag also zufriedenstellend. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die 2015er Weine etwas alkoholreicher. "Der junge Wein weist hohe Zuckerwerte und niedrige Säurewerte auf", erklärt Petgen weiter. Das spreche für die gute Qualität. Seit 20 Jahren laden die Perler Winzer einmal im Jahr zu ihrer Jungweinprobe ein. Beim Treffen mit der SZ-Redaktion kam auch der Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch zum ersten Mal in den Genuss, die Weine des neuen Jahrgangs vorab zu testen. Seit November ist Uhlenbruch im Amt. "Meine Erwartungen wurden übertroffen", sagt er. Die regionalen Weine seien ein gutes Aushängeschild für die Gemeinde. Auch wenn das Anbaugebiet nicht groß ist, so sei doch die Qualität statt der Menge entscheidend für einen guten Wein .

Produktion dieser Seite:

Wolf porz

Patricia heine

 Angestrahlt von der Sonne wachsen und reifen die Weintrauben besonders gut. Nur zu viel Sonnenstrahlen können gefährlich werden – dann droht den Trauben wie den Menschen ein Sonnenbrand. Foto: rolf ruppenthal
Angestrahlt von der Sonne wachsen und reifen die Weintrauben besonders gut. Nur zu viel Sonnenstrahlen können gefährlich werden – dann droht den Trauben wie den Menschen ein Sonnenbrand. Foto: rolf ruppenthal Foto: rolf ruppenthal

Zum Thema:

Auf einen BlickAcht Weingüter und rund 80 Sekte und Weine: Der neue Jahrgang 2015 steht zur Verkostung bereit. Die saarländischen Obermosel-Winzer laden zum 19. Weinforum bei der Saarbrücker Zeitung und zum Proufdach in Perl ein. Start ist am Freitag, 8. April, von 14 bis 18 Uhr im Forum der SZ in Saarbrücken in der Eisenbahnstraße. Eine weitere Gelegenheit zum Probieren der neuen Weine bietet sich auch am Samstag, 9. April, von 14 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 10. April, von 11 bis 18 Uhr im Schengen-Lyzeum in Perl. Der Eintritt kostet jeweils zehn Euro, im Preis enthalten sind ein Probierglas, Brot und Wasser. hep