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Gemeinsame Barbarafeier ging im Gemeindezentrum Bliesen über die Bühne

Mit zahlreichen Ehrungen : Fest zu Ehren des Bergbaus im Saarland

Bei der gemeinsamen Barbarafeier von Bruderschaft und Gewerkschaft wurden zahlreiche Mitglieder geehrt.

Nach einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche Bliesen trafen sich die Mitglieder der St. Barbara Bruderschaft und der St. Wendeler Ortsgruppe der Gewerkschaft Bergbau, Energie und Chemie (IGBCE) zur gemeinsamen Barbarafeier im Gemeindezentrum Bliesen. Musikalisch begrüßt und durch die Feier begleitet wurden sie vom Bläserensemble des Musikvereins Bliesen.

„Seit sieben Jahren stehen im Saarland die Förderräder der Steinkohlenschächte still, sieben Jahre ist der Bergbau im Saarland schon Tradition und auch ein Stück Vergangenheit. Und vor einem Jahr wurde der gesamte deutsche Steinkohlenbergbau, auch an der Ruhr und in Ibbenbüren, für immer beendet“, blickte der Vorsitzende der Barbarabruderschaft und der IGBCE-Ortsgruppe St. Wendel, Wolfgang Theis, schon fast wehmütig zurück. Damit sei eine Ära der Montanindustrie zu Ende gegangen, die Deutschland einmal wirtschaftlich ganz nach vorne gebracht habe, sinnierte er weiter. Er verlieh jedoch auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass man sich noch lange daran erinnere, dass der Aufstieg Deutschlands und das Wirtschaftswunder nicht zuletzt durch den Bergbau und die Arbeit der Bergleute ermöglicht wurde.

Die St. Barbara Bruderschaft Bliesen ist mit 148 Jahren Vereinsgeschichte der älteste aktive Verein in Bliesen und sicherlich auch einer der ältesten im gesamten Landkreis. „Wir haben uns im Laufe der Jahre dort eingebracht, wo wir gebraucht wurden“, so Theis. Er hielt auch fest, dass die IGBCE-Ortsgruppe St. Wendel schon seit mehr als 125 Jahren besteht.

Die Rechte und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen waren in der Vergangenheit die Hauptanliegen der Gewerkschaft. Allerdings hat sich die IGBCE von der ehemaligen Bergbaugewerkschaft in den letzten Jahren zur Gewerkschaft der Chemie- und Energiebetriebe gewandelt.

Nach einem kurzen Jahresrückblick wurden insgesamt 18 Mitglieder für langjährige Treue geehrt. Ein Mitglied ist seit 70 Jahren dabei, eines seit 50 Jahren, 13 seit 50 Jahren und drei seit 25 Jahren.

„Den Barbaratag zu feiern, ist für mich einer der schönsten Tage des Jahres“, erklärte der Präses der Bruderschaft, Pastor Klaus Leist, „weil dadurch die Verbundenheit der Kirchengemeinde zur St. Barbara Bruderschaft zum Ausdruck kommt.“ Er dankte den Bergleuten für die Mitgestaltung zahlreicher Gottesdienste. Die Tradition zu bewahren, sei wichtig als Spiegel der Kultur und Identität der Menschen der Region.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) zollte der ehemals schweren Arbeit der Bergleute Respekt. Einer für alle – alle für einen, so könnte man das Lebensmotto der Bergleute beschreiben. Dies und dieser respektvolle und verantwortungsvolle Umgang miteinander seien die Werte, die heutztage vielfach in der Gesellschaft fehlten.

Somit seien die Bergleute und ihre Traditionen ein Vorbild und für den Zusammenhalt in der Gesellschaft von großer Bedeutung. „Sie sind Teil einer Erinnerungskultur. Daher macht es Sinn, auf die Tugenden der Bergleute zu verweisen.“ Recktenwald zählte auf: Verlässlichkeit, Kameradschaft, Solidarität, Hilfsbereitschaft, Bodenständigkeit und Gemeinschaftssinn. „Auf diesen Tugenden lässt sich eine Gesellschaft bauen“, so der Landrat abschließend.