Gemeinsam in fantastischen Welten

Gemeinsam in fantastischen Welten

Dornerei Theater, Theater Rosenfisch und Hohenloher Figurentheater waren die Akteure bei den diesjährigen Figurentheatertagen. Zwar richten sich die vor allem an Kinder, aber auch Erwachsene hatten Spaß.

Ein Wurm, der für seine Freunde ein echter Superheld ist. Ein Einsiedler, der mit seinem Klavierspiel die Vögel betört. Ein Hutzelmann, der das ganz große Abenteuer sucht. Und ein Schaf, das seinen Freunden beweisen möchte, dass es kein Muttersöhnchen ist. Sie alle konnten Besucher des Mia-Münster-Hauses am vergangenen Wochenende kennenlernen, denn zum 21. Mal hatten Kreisstadt und Landkreis zu den Figurentheatertagen eingeladen.

Zwei Tage lang gaben das Dornerei Theater, das Theater Rosenfisch und das Hohenloher Figurentheater verschiedene Vorstellungen. Mit Marionetten und Tischfiguren erzählten Markus und Eleen Dorner die Geschichte vom "Superwurm", den alle bewundern. Doch auch im Leben eines Superhelden gibt es Probleme, und so durften die Kinder im Theater miterleben, wie die Freunde des Wurms sich zusammentaten, um ihren Helden vor den bösen Machenschaften von Echse und Rabe zu beschützen. Ebenfalls große Probleme hatte Herr Minkepatt. Denn sein Klavierspiel gefällt zwar den Vögeln des Waldes, aber nicht den Bewohnern der nahegelegenen Stadt. Wie er sie trotzdem von sich und seiner Musik überzeugen konnte, zeigte Stephan Wunsch von Theater Rosenfisch mit seinen Tischfiguren. Er hatte auch noch ein weiteres Stück mitgebracht. Nämlich "Hörbe mit dem großen Hut", basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Ottfried Preußler. Es ist die Geschichte des Hutzelmanns Hörbe, der sich seinen Ängsten stellt und lernt, dass der böse Plamplatsch, vor dem er und all seine Freunde sich immer so gefürchtet hatten, eigentlich ein lieber Zottelschratz ist. Und um Mut ging es auch in dem Kinderstück des Hohenloher Figurentheaters. "Schaf ahoi", so der Titel, erzählt die Geschichte von Jungschaf Berthold, das sich entgegen aller Erwartungen traut, mit seinen Freunden auf eine gefährliche Reise zu gehen und mit seinem Wissen allen das Leben rettet.

Wie in jedem Jahr kamen bei den Figurentheatertagen aber nicht nur die Kinder auf ihre Kosten. Auch für Jugendliche und Erwachsene gab es eine Aufführung. Das Hohenloher Figurentheater spielte am Samstagabend sein neuestes Stück "Varieté Olymp", eine Geschichte von Mord, Liebe und rätselhaften Geheimnissen.

Marionetten aus Lindenholz

Mit Schauspiel und großen Marionetten entfalteten Johanna und Harald Sperlich die Ereignisse um Sängerin Martha Lecoeuer und ihr tragisches Leben. Ihre Tochter wurde vom eifersüchtigen Ex-Mann ermordet, der Ehemann floh in seiner Verzweiflung nach Italien und der Sohn aus zweiter Ehe ist unglücklich verliebt. So soll Martha ein Neubeginn im Varieté gelingen? Während im Licht der Scheinwerfer das Unterhaltungsprogramm voranschreitet, steigt hinter den Kulissen die Anspannung, denn die Vergangenheit wirft ihre Schatten auf die Gegenwart und keiner der Akteure ist ohne Geheimnisse. Mit detailreicher Kulisse, aufwendigen Marionetten aus Lindenholz und leidenschaftlichem Schauspiel zog das Hohenloher Figurentheater die Zuschauer in seinen Bann und bewies, dass ein Puppentheater nicht nur Kinder unterhalten kann.