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Festival: Gelungene Monster-Show rund ums Motorrad

Festival : Gelungene Monster-Show rund ums Motorrad

Freunde spektakulärer Motorrad-Umbauten kamen am Wochenende in St. Wendel beim Festival „Wheels & Stones“ ganz auf ihre Kosten.

Motorräder, so weit das Auge reicht. Wer am Wochenende auf der Gudesbergstraße (Landstraße 132) zum Gelände des Festivals „Wheels & Stones“ fuhr, wurde von einer Motorradschau der besonderen Art empfangen: Auf einer Länge von rund zwei Kilometern reihte sich eine sehenswerte Maschine an die nächste. Von Harley-Davidson über BMW und Triumph, Moto Guzzi und Ducati bis zu Yamaha, Suzuki und Kawasaki war alles vertreten, was Rang und Namen hat. Nicht selten hatten die Besitzer ihren umgebauten Retrobikes auch fantasievolle Eigennamen wie „Frankensteins Werk“ gegeben.

Das Festival fand auf einer Fläche von rund 15♦000 Quadratmetern auf dem Gelände des Bildhauersymposiums statt. Die Anfang der 1970er-Jahre entstandenen Skulpturen fanden allerdings bei den Besuchern eher weniger Beachtung, es sei denn, um sich in ihrem Schatten ein wenig auszuruhen oder gar ein Nickerchen zu machen. Die Veranstalter hatten mit Liegestühlen und Sitzgruppen eine Atmosphäre geschaffen, in der die Gäste zwischen dem Bummeln entlang der rund 50 Stände und den Showruns auf der Gudesbergstraße auch  relaxen  konnten. Sie nutzten die Gelegenheit, mit Gleichgesinnten über die umgebauten Retrobikes zu fachsimpeln.

Bei den Ständen war von Markenmotorrädern über Zubehör und Kleidung sowie einem Barber- und Tattoo-Shop bis zu vielfältigen Speisen und Getränken alles vertreten, was zu Thema Café-Racer passt. Auch das Wetter spielte weitgehend mit: Immer wieder schoben sich Wolken vor die Sonne und sorgten so für Schatten. Außerdem wehte auf dem Plateau des Symposiums immer ein leichter Wind, der für angenehme Abkühlung sorgte.

Die moderierten Showruns auf der L♦132 waren einer der Höhepunkte der Veranstaltung. Mit quietschenden und qualmenden Reifen zogen die Biker mit ihren Maschinen die zahlreichen Schaulustigen entlang der Strecke in ihren Bann. Die spektakulärsten und aufwendigsten Umbauten wurden in einem Extra-Durchgang am Samstagabend dem Publikum präsentiert. Bereits zuvor stellen Tom David und Klaus Lambert diese Maschinen und ihre Fahrer vor. Am Abend und am Sonntagnachmittag sorgten verschiedene Bands mit szenegerechter Musik für Unterhaltung

„Alle sind sehr nett, und die Atmosphäre ist angenehm entspannt“, findet Natalie Kavafyan. Die General Managerin von Triumph für Deutschland und Österreich hatte im vergangenen Jahre in einer Fachzeitschrift von der Erstauflage des Festivals gehört. Als Tom David vom Veranstalter, dem BSC St. Wendel, anfragte, ob Triumph nicht Hauptsponsor werden wolle, hatte sie die Voraussetzungen vor Ort geprüft und zugesagt. „Mein Eindruck hat sich bestätigt, ich bin von diesem Festival begeistert. Hier geht es noch wirklich ums Motorrad, es sind alle Marken vertreten und die Besucher können bei freiem Eintritt hier ihrer Leidenschaft frönen.“

Zufrieden mit der Resonanz zeigte sich auch Christoph Gebert vom BSC St. Wendel: Nach seinen Schätzungen zählte das Festival am Freitag etwa 5500, am Samstag rund 10♦000 und am Sonntag noch einmal gut 7500 Besucher. „Wir bedanken uns bei der Stadt St. Wendel für die Bereitstellung der Infrastruktur und die Unterstützung, ebenso bei der Gemeinde Namborn.“ Mehr als 30 Helfer sorgten vor allem als Parkeinweiser oder auf dem Campingplatz für einen reibungslosen Ablauf.

Die Besucher begeisterten sich schnell für die bunte Show, mit der die spektakulären Umbauten präsentiert wurden. Foto: Oliver Morguet
Jede Menge sogenannter Retrobikes aus dem gesamten Bundesgebiet waren in St. Wendel auf dem Gelände des Bildhauersymposiums zu sehen. Foto: Oliver Morguet

„Wir hatten Gäste aus ganz Europa, vor allem aus den Benelux-Staaten und der Schweiz“, berichtet Gebert. „Aus Deutschland waren Nordrhein-Westfalen und der Raum Stuttgart besonders stark vertreten.“ Rund um die baden-württembergische Landeshauptstadt gibt es eine sehr große und lebendige Café-Racer Szene, und hier findet seit 2005 auch mit „Glemseck 101“ das erste deutsche Festival dieser Art statt. Insgesamt gibt es in Europa nur drei solcher Veranstaltung: neben dem „Wheels & Stones“ in St. Wendel und Namborn nur noch ein Festival in Biarritz in Frankreich.